3267_OC_IH-News-Mailing_Mai_2013_Magazin_RZ_d.inddDie Beantwortung der Frage, ob Sie Vertrauen in die von den EU-BürgerInnen gewählten Regierungen haben, die europäischen Meere langfristig in einem guten ökologischen Zustand zu halten, mag jeder von uns subjektiv beantworten.

Eine Anfrage eines EU-Parlamentariers an die EU-Kommission ist jedoch fachlich zu beantworten und diesbezüglich wird es nun im Rahmen der Silent Oceans Kampagne interessant.

Andrea Zanoni, italienischer Abgeordneter im EU-Parlament, hat nun in einer schriftlichen Anfrage an die EU Kommission Informationen über die Anzahl und das Ausmass seismischer Aktivitäten im Mittelmeer gefordert. Immerhin handelt es sich bei um den Einsatz intensiver Schallwellen, um Öl- und Gasquellen im Meeresboden aufzuspüren. Diese Aktivitäten, die 200dB weit überschreiten stellen zweifellos eine extreme Gefahr für die marinen Lebewesen dar. Man nimmt also an, dass Entscheidungsträger einen Überblick haben, wo, wie oft und wann solche Aktivitäten getätigt werden.

Interessanter Weise forderte eine technische Arbeitsgruppe, die von der EU Kommission und den Mitgliedsstaaten selbst vor mehr als einem Jahr eingesetzt wurde, in einem Zwischenbericht die Erstellung eines EU-weiten Registers für solche Aktivitäten. Daraus lässt sich der Schluss ableiten, dass es ein solches noch nicht gibt und somit niemand wirklich einen blassen Schimmer über das tatsächliche Ausmaß dieser Aktivitäten in europäischen Gewässern hat. Man darf gespannt sein.

Gleichzeitig adressiert die Anfrage auch den Einsatz alternativer Technologien zu den konventionellen Schallkanonen. OceanCare hat Kenntnis über Technologien, die wissenschaftlich mindestens die gleiche Qualität bei den Erkenntnissen liefern, jedoch weit geringeren Schalldruck erzeugen und somit weniger gefährlich sind. Der Einsatz dieser Technologien erfordert jedoch Investitionen. Und die Frage stellt sich: wer macht den ersten Schritt. Und diese Frage stellt nun Zanoni an die EU-Kommission.

Die EU Kommission hat nun weniger als zwei Monate Zeit, um zu antworten, und wir werden Sie über die Antwort informieren.

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Ihre Sigrid Lüber