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Allgemeine Kommission für die Fischerei im Mittelmeer (FAO/GFCM)

01. November 2022

Die General Fisheries Commission for the Mediterranean (GFCM) ist eine regionales Fischereiabkommen (RFMO) der Welternährungsorganisation FAO. Sie wurde nach Artikel XIV der Bestimmungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) eingerichtet. OceanCare ist seit 2016 Partnerorganisation von GFCM und kooperiert in den Bereichen Unterwasserlärm, Beifang, Plastikverschmutzung sowie illegale Fischereiaktivitäten.

Die GFCM besteht derzeit aus 23 Mitgliedern (22 Staaten und die EU, Stand 2022) sowie sechs kooperierenden Nichtvertragsparteien (Bosnien-Herzegowina, Georgien, Ukraine, Moldova, Jordanien, Saudi-Arabien). Sie hat zum Ziel, das Meer aus biologischer, sozialer, ökonomischer und ökologischer Sicht nachhaltig zu nutzen und zu bewahren sowie die nachhaltige Entwicklung der Aquakultur in ihrem Anwendungsgebiet sicherzustellen.

Aufgaben der GFCM

Die Kommission kann verbindliche Empfehlungen für Schutz und Management der Fischbestände beschliessen und spielt damit eine entscheidende Rolle bei der Fischereipolitik in der Region. In Zusammenarbeit mit anderen regionalen Fischereiabkommen (Regional Fisheries Management Organisations, RFMOs) und in Anlehnung an den Verhaltenskodex der FAO für verantwortungsvolle Fischerei hat GFCM auch eine massgebende Rolle bei der Koordination regionaler Massnahmen von Regierungen für wirksames Fischereimanagement. Ausserdem kooperiert die Kommission eng mit anderen internationalen Organisationen und profitiert von der Unterstützung für Kooperationsprojekte auf regionaler Ebene, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit und den Knowhow-Aufbau ihrer Vertragsstaaten zu fördern.

Ziele von OceanCare

OceanCare ist seit 2016 Partnerorganisation von GFCM und fokussiert dabei auf Umweltgefahren wie Unterwasserlärm und Plastikverschmutzung, Beifang sowie illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei. Die Verbesserung der Fischereipolitik (Governance) sowie die Verminderung der negativen Auswirkungen des Klimawandels sind weitere Prioritäten. Bestandteil des Arbeitsprogramms sind auch Massnahmen im Bereich Umweltbildung, die Ausbildung von Fachkräften sowie ein regelmässiger Informationsaustausch. OceanCare unterstützt die Fischereikommission so bei der Erhaltung gefährdeter Arten und gesunder Fischbestände, sowie gegen Überfischung und die Zerstörung des marinen Lebensraumes. 2021 erneuerte GFCM die Partnerschaft mit OceanCare.

Eine von OceanCare in Auftrag gegebene Metaanalyse durch Dr. Lindy Weilgart von 115 wissenschaftlichen Studien zu den Konsequenzen von Lärm auf 61 Fischarten und 26 Arten wirbelloser Tiere hat dazu geführt, dass Unterwasserlärm Eingang in die Traktanden der GFCM und des Scientific Advisory Committee fand sowie dass im Rahmen eines Workshops Empfehlungen zur Lärmverminderung erarbeitet und ein Konzept für eine sozio-ökonomische Studie entwickelt wurden. 2021 wurde die Case Study bezüglich Lärmbeeinträchtigung der Fischbestände in der zentraladriatischen Fischereisperrzone Jabuka/Pomo Pit umgesetzt.

Neben der Unterwasserlärmverschmutzung thematisierten wir auch die Plastikverschmutzung und reichten beispielsweise alarmierende Ergebnisse einer 2018 an der Küste Italiens durchgeführten Studie ein, die zeigte, dass 57 % der auf Märkten gekauften Fischproben Mikroplastik enthielten. Ebenfalls thematisiert haben wir die Zunahme von herrenlosen Fischereinetzen und anderen im westlichen Mittelmeer treibenden Fischereigeräten, in welchen sich viele geschützte Meerestiere verfangen.

Mit dem GFCM Fish Forum bringt das Abkommen regionale Wissenschaftler und Experten aus Fischerei und Meeresschutz, insbesondere für das Mittelmeer und das Schwarze Meer, zusammen, um eine mittelfristige Strategie für nachhaltigen Fischfang im Mittelmeer zu entwickeln. OceanCare hat mit einem Workshop gemeinsam mit UNEP/MAP zum Abfallwesen in Häfen und zur Rückgabe defekter Fischernetze, sowie mit einem Side Event zum Unterwasserlärm zum GFCM Fish Forum 2018 beigetragen.

Videobotschaft

Statement von OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber in der Videobotschaft zum GFCM Fish Forum 2018.