Bei der fünften Verhandlungsrunde für ein globales Plastikabkommen in Korea wurden Bestimmungen zur Vermeidung der Meeresverschmutzung durch herrenlose Fischereigeräte wieder in den Vertragsentwurf aufgenommen. Dies nachdem OceanCare mit Partnern mehrfach appelliert hatte, diese gefährliche Form der Plastikverschmutzung wirksam einzudämmen.
2024 begann OceanCare, sich in die Debatte über Marine Geoengineering einzubringen, und erhielt den Beraterstatus beim Londoner Protokoll, das eine Schlüsselrolle bei der Regulierung zunehmender Absichten zur Manipulation der Ozeane spielt..
Das Regionale Zentrum für Notfallmassnahmen bei Meeresverschmutzung im Mittelmeer (REMPEC) beauftragte OceanCare mit der Leitung der Arbeitsgruppe zur Reduktion des durch Schifffahrt verursachten Unterwasserlärms.
OceanCare beteiligte sich an der Ausarbeitung von Empfehlungen der Europäischen Union, wie EU-Mitgliedstaaten sicherstellen können, dass Grenzwerte für Unterwasserlärm in ihren Gewässern eingehalten werden.
OceanCare lancierte die Kampagne Because Our Planet Is Blue, um Regierungen im Vorfeld der UN-Ozeankonferenz 2025 zu konsequentem Meeresschutz zu bewegen. Der Sechs-Punkte-Aktionsplan wurde bei der UN-Vorkonferenz in Costa Rica präsentiert und mit einer breit angelegten Kampagne wirkungsvoll verbreitet.
Im Februar wurden in nordeuropäischen Gewässern 33 Gebiete ausgewiesen, die für Meeressäuger besonders wichtig sind und geschützt werden müssen (Important Marine Mammal Areas, IMMAs). OceanCare hatte an diesem Projekt mitgearbeitet und es finanziell unterstützt.
Tier- und Artenschutz
OceanCare veröffentlichte im Oktober eine umfassende wissenschaftliche Studie zu globalen Auswirkungen der Grundschleppnetzfischerei («The Trawl Supremacy») und forderte von den EU-Mitgliedstaaten, die schädliche Praxis bis 2030 in Meeresschutzgebieten vollständig zu unterbinden. Die Studie wird in relevanten Gremien eingebracht und wurde in über 290 Medienberichten aufgegriffen, u.a. bei Die Zeit, Der Spiegel und The Guardian.
Seit 2024 ist das nordwestliche Mittelmeer von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation als besonders empfindliches Meeresgebiet (PSSA) anerkannt. Ziel ist die Reduzierung der Kollisionen von Schiffen mit gefährdeten Finn- und Pottwalen. Eine umfassende Analyse von OceanCare und Quiet Oceans ergab unter anderem, dass dazu 80 Prozent der Handels- und Fährschiffe das Tempo im PSSA drosseln müssten.
Im Juli organisierte OceanCare gemeinsam mit Partnern eine Konferenz im spanischen Ministerium für ökologische Umstellung (MITECO) in Madrid und zeigte auf, wie ein Tempolimit von 10 Knoten und ein Verkehrstrennungssystem (TSS), das Schiffe aus sensiblen Walhabitaten herauslenkt, das Risiko tödlicher Kollisionen von Schiffen mit Walen erheblich reduzieren können.
Im April wurde die Anwendung des Wal-Warnsystems SaveMoby auf der Our Oceans Conference in Athen als eine von 20 Verpflichtungen Griechenlands im Meeresschutz definiert. Im Juni unterzeichneten OceanCare, The Green Tank, das griechische Umweltministerium (MEEN) und die griechische Agentur für Umwelt und Klimawandel (NECCA) eine Absichtserklärung zur Installierung des Systems in der Meerenge von Kythira südlich des Peloponnes, wo Schifffahrtsrouten nicht aus einem Pottwal-Habitat verlegt werden können.
Auf Initiative einer NGO-Koalition um OceanCare verlegte Arcadia als erste griechische Reederei ihre Schiffsrouten aus dem Kernlebensraum der Pottwale im Hellenischen Graben. Zuvor hatten bereits MSC, CMA CGM, DFDS und EURONAV die Schiffsrouten verlegt oder Temporeduktionen angeordnet.
Die griechische Regierung kündigte an, einen Teil des Lebensraums der Pottwale im Hellenischen Graben gemäss Forderungen des Pelagos Cetacean Research Instituts und OceanCare unter Schutz zu stellen.
An der Tagung der Internationalen Walfangkommission in Peru wurde eine Resolution zur Stärkung des Walfang-Moratoriums angenommen. Im Vorfeld hatte OceanCare einen Bericht zur Relevanz des Walfangverbots und zur zentralen Rolle der IWC im internationalen Walschutz mitveröffentlicht.
Eine von OceanCare unterstützte Studie des britischen Tierschutzexperten und Tierarztes Alick Simmons belegt die extreme Brutalität der Jagd auf Grindwale und Delfine auf den Färöer-Inseln. Sie wurde in Frontiers in Marine Science veröffentlicht und verleiht der Forderung nach einem Ende der Jagd zusätzliches Gewicht.
Die von OceanCare mitgegründete Sea Turtle Rescue Alliance (STRA) vereinte Ende Jahr 69 Organisationen und Fachkräfte mit 26 Rettungszentren. Neu sind Zentren in Gambia, Malaysia, Portugal und der Türkei hinzugekommen. In Banda Aceh führte STRA mit den Universitäten Syiah Kuala und Zürich für 24 Studierende ein veterinärmedizinisches Training zur Versorgung von Meeresschildkröten durch.
Das von OceanCare unterstützte Olive Ridley Project (ORP) eröffnete auf den Malediven drei neue Rehabilitationszentren für verletzte Meeresschildkröten und schulte Tierärztinnen und Tierärzte aus Indonesien, Indien, Kenia, Kolumbien, England und Spanien in der medizinischen Versorgung dieser Tiere.
Alnitak befreite im südwestlichen Mittelmeer über 400 Schildkröten aus Geisternetzen und brachte sie in Rettungszentren. An den Einsätzen beteiligten sich Forschungsfreiwillige von OceanCare.
Im Dezember etablierten griechische Behörden auf Betreiben des von OceanCare unterstützten Ionian Dolphin Project (IDP) eine 200-Meter-Sperrzone für Fischer- und Touristenboote um eine unbewohnte Insel im zentralionischen Meer, die für die gefährdeten Mönchsrobben besonders wichtig ist.
Das von OceanCare unterstützte Robbenspital von British Divers Marine Life Rescue (BDMLR) im englischen Cornwall betreute im Winterhalbjahr 2023/2024 116 Kegelrobbenwelpen, bis November der folgenden Saison wurden 39 Seehunde aufgenommen.
Das von OceanCare unterstützte Rettungszentrum von LPA Calais versorgte in Nordfrankreich 36 Kegelrobben und 20 Seehunde. Bemerkenswert war der Fall von Idéfix, der als frühgeborener Seehundwelpe im Mai verwaist aufgefunden wurde und im September als kräftige Robbe ins Meer entlassen werden konnte.
Sensibilisierung
Im Juni organisierte OceanCare einen Cleanup am Ufer des Zürichsees. Mit Unterstützung von Google Zürich, waveup, dem Ruderteam SwissRaw und der Stadt Zürich sammelten rund 60 Freiwillige an Land und im Wasser mehr als 1 Tonne Müll.
Das von OceanCare geförderte Schulprogramm Dos Manos der Save The Med Foundation inspiriert Jugendliche in Mallorca dazu, der Plastikverschmutzung entgegenzuwirken. 2024 nahmen 1 114 Schülerinnen und Schüler teil.
OceanCare hielt Präsentationen und Workshops bei der Diplomatic School of Spain in Madrid, der ETH Zürich, der International School of Geneva, der Universität für Bodenkultur Wien, der Universität St. Gallen (HSG) und der Université de Lausanne. Expertinnen der Organisation begleiteten 68 Schülerinnen, Schüler und Studierende bei Lehrabschluss-, Matura-, Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten.
OceanCare war in 66 Ländern in den Medien präsent. Die Mehrheit der Berichte erschien in Deutschland, Österreich und der Schweiz (849 Artikel), gefolgt von Spanien (107 Artikel) und den USA (90 Artikel). Es berichteten u.a. Der Spiegel, FAZ, NZZ, Die Welt und Süddeutsche Zeitung sowie El País, La Vanguardia, The New York Times, BBC, Reuters, The Guardian und Associated Press.