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Island kündigt Beendigung des Walfangs für 2024 an

05. Februar 2022

Als eines der letzten beiden europäischen Länder, die im Widerspruch zum internationalen Walfangmoratorium immer noch kommerziellen Walfang betreiben, hat sich Island jahrelang selbst Quoten für die Jagd auf Finnwale und Zwergwale zugesprochen. Die aktuellen Fangquoten laufen 2023 aus und die isländische Fischereiministerin Svandís Svavarsdóttir kündigte heute in der Zeitung Morgunblaðið an, dass die Regierung anschliessend wohl keine weiteren Walfanglizenzen vergeben werde. Es gäbe dafür keine ökonomische Rechtfertigung mehr. Die internationale Meeresschutzorganisation OceanCare ist über die Ankündigung der Fischereiministerin hoch erfreut, bedeutet dies doch, dass dann jedes Jahr hunderte Wale der Tötung entrinnen.

Während die Jagd auf Zwergwale in Island zuletzt 2018 stattfand und dann aus wirtschaftlichen Gründen zum Erliegen kam, stellen isländische Walfänger immer noch den Finnwalen nach. Die jährliche Abschussquote der Jahre 2019 bis 2023 liegt bei 209 Finn- und 217 Zwergwalen. Wenn Island die Waljagd ab 2024 dauerhaft einstellt, rettet das bis zu 426 Walen im Jahr das Leben.

«Es sind grossartige Neuigkeiten, wenn die faszinierenden Bartenwale dann vor isländischen Harpunen sicher sind. Damit verbleibt Norwegen als letztes europäisches Land, das kommerziellen Walfang betreibt. Wir hoffen, dass Norwegen dem Beispiel des ehemals Gleichgesinnten folgen und das Ende des Walfangs einleiten wird. Es gibt im 21. Jahrhundert einfach keine Rechtfertigung für kommerziellen Walfang mehr», sagt Nicolas Entrup, Direktor für Internationale Zusammenarbeit von OceanCare.

Der Walfang aus Island wurde primär aus politischen Motiven betrieben. Aus ökonomischer Perspektive war er schon seit vielen Jahren nicht zu rechtfertigen und verlustbringend. Die lokale Nachfrage ist gering, da die Isländer kaum Walfleisch kaufen oder essen. Auch in den Exportmärkten, vor allem Japan, sinkt die Nachfrage nach Walfleisch. Die Suche nach alternativen Geschäftsmodellen, etwa Nahrungsergänzungsmittel oder Walbier, blieb weitgehend erfolglos.

Hintergrundinformationen

OceanCare-Bericht „Under Pressure“ – Kapitel 5: Walfang in Europa (Englisch)