Der erste KACCOBAMS_1onferenztag beginnt sehr früh. Ich bin schon um 6 Uhr auf und arbeite einige der E-Mails ab, bevor wir – Niki, Lindy und ich – um 7 Uhr Margi, die uns aus Australien unterstützt, anrufen.

 

 

 

Von Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, live aus Marokko, wo sich das Experten-Team von
OceanCare für die Zukunft des Walschutzes im Mittelmeer einsetzt. Brisant: In Reaktion auf die Silent-Oceans-Kampagne entsendet die Ölindustrie erstmals ebenfalls Vertreter an die Konferenz der Vertragsstaaten des „Agreement on the Conservation of Cetaceans in the Black Sea, Mediterranean Sea and Contigous Atlantic Area“ (ACCOBAMS). Die offshore Ölsuche ist eine der Hauptursachen von Unterwasserlärm, der das Leben von Walen, Delphinen und weiteren Meerestieren akut bedroht.

Danach geht’s zu einem kurzen Frühstück und um 8.30 Uhr sind wir schon im Konferenzraum, wo wir einen der Vertreter der Ölindustrie kennenlernen und ein erstes kurzes Gespräch mit ihm führen. Zur Eröffnung der Konferenz kommt auch Fürst Albert II aus Monaco. Ihm liegt sehr viel am Meeresschutz und er selber aber auch Monaco investieren sehr viel in Massnahmen zum Schutz dieses einzigartigen Lebensraums. Nach den Eröffnungsreden von Ministern von Marokko, Vertretern von ACCOBAMS und dem Mutterabkommen „Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals“ CMS kommt schon die erste Kaffeepause, die eine grosse Überraschung für uns bereithält. Niki und ich werden Fürst Albert II vorgestellt und können ein paar Minuten mit ihm über das Lärmproblem und aktuelle Studien über den Einfluss von Lärm auf Wale und Delphine und andere Meerestiere sprechen.

Am Nachmittag kann ich einen ersten Input in meiner Funktion als Co-Chair der Lärmarbeitsgruppe zu den zwei Resolutionen zum Unterwasserlärm generell und spezifisch zu den Schnabelwalen abgeben und eine Drafting Group vorschlagen.

Am Abend sind wir von der Regierung Marokkos zu einem Galadiner mit traditionellen einheimischen Gerichten eingeladen. Das Diner wurde untermalt mit marokkanischer Musik mit viel Gesang und Trommeln, was die Unterhaltung etwas beeinträchtigte und uns vor Augen führte, wie es den Meerestieren geht bei all dem menschgemachten Unterwasserlärm, der ihre Kommunikation erschwert, sie verletzen oder gar töten kann. Gut, dass dieses Problem ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist.