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Warum sich OceanCare auch um sogenannt "kleine" Probleme kümmert

Diese Tage erhalten wir öfters die Frage, weshalb OceanCare sich nicht um grössere Probleme kümmert, als die Gefangenhaltung von Delphinen und die Haltung der wenigen Delphine im Connyland kritisiert.

OceanCare arbeitet auch ernsthaft an den ganz grossen Themen wie die Meeresverschmutzung, Überfischung, Wal- und Delphinfang, Robbenjagd und unterstützt internationale Forschungsprojekte, deren Ziel es ist die Meeressäuger und ihren Lebensraum zu schützen. Diesem Umstand verdankt OceanCare den Spezial Berater Status beim Wirtschafts und Sozialrat (ECOSOC) der Vereinten Nationen und den offiziellen Partner Status beim UNEP/CMS Abkommens für den Schutz der Wale und Delphine im Mittelmeer, Schwarzen Meer und angrenzenden Atlantik (ACCOBAMS). Bei all unseren Aktivitäten streben wir eine lösungsorientierte Zusammenarbeit an. Denn: Was uns alle angeht, können wir nur gemeinsam lösen. Deshalb sind wir weltweit bestens vernetzt und Initiantin der International Ocean Noise Coalition, Mitglied von Ocean2012, der Shark Alliance und dem Species Survival Network.

Die Gefangenhaltung von Delphinen erleben wir als eines der emotionalsten Themen in der Öffentlichkeit. Delphinarien scheinen nur Befürworter oder Gegner zu haben.

OceanCare setzt sich über den Artenschutz hinaus auch für das Wohl jedes einzelnen Tieres ein. Daher setzen wir uns auch mit dem Problem der Gefangenhaltung von Delphinen auseinander.

Bei Gefangenhaltung von Delphinen muss man einfach wissen, dass die biologischen Bedürfnisse dieser hochentwickelten Säuger in Gefangenschaft nicht einmal ansatzweise befriedigt werden können. Wenn wir uns vorstellen, dass Delphine in Freiheit rund hundert Quadratkilometer beanspruchen, um ihre Grundbedürfnisse zu leben, dann wird sofort klar, dass ein Betonbecken niemals den Lebensraum Meer ersetzen kann. Stellen wir uns dann weiter vor, dass jedes Heimaquarium besser „möbliert“ ist, als ein Delphinarium, dann fällt es sehr schwer, der Gefangenhaltung der Delphine etwas Positives abzugewinnen.

Im Connyland sind in nur dreieinhalb Jahren acht Delphine gestorben, ein Zeichen, dass mit der Haltung der Delphine dort etwas nicht in Ordnung ist. Gegenwärtig leben drei Delphine im Connyland. Es ist daher damit zu rechnen, dass schon bald neue Delphine in die Schweiz importiert werden. Vielleicht sogar Wildfänge.

Wenn einer Delphinfamilie im Meer ein Mitglied genommen wird, ist es nicht nur Biomasse, die verloren geht, sondern auch Kultur, womit angelerntes Verhalten gemeint ist, das an Jungtiere weitergegeben werden muss, wenn die Population eine Chance für das Überleben haben will.

Es ist klar, dass das Delphinarien Problem verglichen mit anderen Problemen im Meer klein erscheint. Wir dürfen jedoch nicht die Augen vor sogenannt kleinen Problemen verschliessen, weil es noch grössere gibt. Auch dürfen wir es uns nicht so leicht machen und nur im Ausland tätig sein, auch wenn es einfacher ist mit dem Finger auf weit entfernte Sünder zu zeigen. Wir müssen auch Probleme vor der eigenen Türe an die Hand nehmen und diese genauso ernsthaft bearbeiten wie die grossen, beispielsweise die Delphintreibjagd, den Walfang, die Meeresverschmutzung, die Überfischung und all die anderen grossen Themen an denen wir arbeiten.


Informationen zu Delphinarien in Europa und Weltweit

EU Delphinarienbericht (2011)

"The case against marine mammals in captivity" (2009)

Gehören Delphine in Gefangenschaft



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