Silent Oceans: Malediven in Gefahr

Durch Klimawandel bedroht und doch auf der Suche nach Öl

Präsident Abdulla Yameen löst mit der Suche nach Erdöl um die Malediven ein zweifelhaftes Wahlversprechen ein und nimmt Umweltprobleme in Kauf, die sein Volk in eine tiefe Krise stürzen könnten. Die Ölförderung im Meer gefährdet das Leben unter Wasser massiv, was wiederum den zwei Wirtschaftszweigen schadet, mit denen die Malediver rund 80% ihres Einkommens generieren: dem Tourismus und der Fischerei. Pikant: Da fossile Brennstoffe wesentlich zur Klimaerwärmung beitragen, sägt der Inselstaat mit deren Förderung am eigenen Ast.

Im August 2014 hatte das deutsche Forschungsschiff „Sonne“ 100 Seemeilen östlich der Region von Laamu und des Thaa-Atolls seismische Untersuchungen vorgenommen. Gemäss Fischereiminister Mohamed Shainee wurde Gestein aus Kohlenwasserstoffen gefunden. Die Ergebnisse analysierte die maledivische Regierung Anfang 2015 mit auf die Suche nach Rohöl spezialisierten Unternehmen aus Norwegen und Deutschland. Mit an Bord des Schiffes waren 25 Forscher, die die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Meereswelt der Malediven untersuchten. Weitere seismische Test sowie Probebohrungen sind geplant und die neu gegründete Maldives National Oil Company kümmert sich um die Vergabe von Lizenzen für seismische Explorationen. Indien hat seine Hilfe bei der Förderung von Rohöl bereits zugesagt.

10’200 Personen hatten im Rahmen der Silent Oceans-Kampagne ihre Stimme gegen die Ölexploration erhoben und sich für den Schutz der maledivischen Meereswelt primär als Lebensraum aber auch als Tauchparadies stark gemacht. Doch die Regierung der Malediven scheint gegen Proteste immun und nimmt die Konsequenzen ihres Handelns offensichtlich in Kauf. Im April 2015 verweigerte die ständige Vertretung der maledivischen Regierung in Genf die Annahme der Petition. In der Folge übergab OceanCare sie dem Commonwealth-Sekretariat zur Weiterleitung an die maledivischen UNO-Vertreter.