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Meeresschildkröte
Meeresschildkröte

Meeresschildkröten

Auf ihren Reisen durch die Ozeane legen Meeresschildkröten Tausende von Kilometern zurück. Man geht davon aus, dass sie sich am Magnetfeld der Erde orientieren. Noch vor 200 Jahren bevölkerten Millionen von Schildkröten die Meere. Heute findet man sie in tropischen und subtropischen Gebieten, aber ihre Bestände sind dramatisch gesunken. Die Weltnaturschutzorganisation (IUCN) führt sechs der sieben Arten von Meeresschildkröten auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Der internationale Handel mit Schildkröten ist seit 1979 durch die Convention on International Trade in Endangered Species (CITES) verboten.

Meeresschildkröten sind akut gefährdet

Neben der illegalen Bejagung gefährden auch die chemische Verschmutzung, der Lärm unter Wasser und der treibende Plastikmüll das Überleben der Meeresschildkröten. Sie verhungern mit dem Magen voller Plastik. Tödliche Fallen sind auch im Meer treibende Geisternetze. Das sind Netze, die den Fischern verlorengehen oder die sie im Meer «entsorgen». Die Meeresschildkröten werden vermutlich von Quallen, Schwämmen und Krebsen angezogen, die in den Netzen hängen und so zu Ködern werden. Die Nylonschnüre legen sich um Hals und Flipper, schneiden tief ins Fleisch der Tiere ein und verursachen tödliche Wunden. Allein in Europa landen pro Jahr rund 25’000 Geisternetze im Meer. Als Mitglieder der Global Ghost Gear Initiative setzt sich OceanCare dafür ein, dass Fischernetze künftig markiert werden. Diese simple Massnahme soll bewirken, dass die Netze ihren Besitzern zugeordnet werden können und nicht mehr im Meer landen.

 

Ein weltweites Rettungsnetzwerk

​Die Rettung und Pflege von Meeresschildkröten benötigt spezialisiertes Wissen. Es gibt weltweit Zentren, die sich um verletzte Meeresschildkröten kümmern. Obwohl alle mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, gibt es bisher wenig Austausch unter ihnen.

OceanCare und die Veterinärmedizinerin Dr. Claire Petros haben dies erkannt und ein neues Projekt lanciert. Die Idee hinter der Sea Turtle Rescue Alliance (STRA) ist so einfach wie folgerichtig: Auf einer Onlineplattform wird Expertenwissen zur Behandlung dieser gefährdeten Tiere gesammelt, dokumentiert und laufend ergänzt. So profitieren alle und auch weniger gut ausgerüstete Rettungszentren erhalten Zugang zu wirkungsvollen Behandlungsmethoden.

Die Sea Turtle Rescue Alliance kann dank der grossen Reichweite zu einem wichtigen Instrument im weltweiten Artenschutz werden und dafür sorgen, dass die «Dinosaurier der Ozeane» eine Zukunft haben.

 

Geisternetze sind leise Killer in unseren Ozeanen

Dr. Claire Petros, Veterinärin & Leiterin STRA-Projekt

Meeresschildkröte auf Hawaii

 

STRA-Projekt “Was braucht es damit Meeresschildkröten überleben?” Fokus Feb. 2020 →​

 

Bonner Konvention: Schutz auf internationaler Ebene  

Meeresschildkröten gehören zu den wandernden Tierarten und sind auf länderübergreifenden Schutz angewiesen. OceanCare engagiert sich innerhalb der Bonner Konvention, einem Schutzabkommen, welches migrierende Tierarten über politische Grenzen hinweg schützt.