Plastikmüll im Meer


 
Schätzungen zufolge gelangen knapp 9 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr in die Weltmeere. Mit tragischen Folgen für die Meerestiere: Denn sie halten das blinkende Zeug für Nahrung, fressen es und verhungern folgedessen mit vollem Magen. OceanCare setzt sich dafür ein, dass Plastik gar nicht erst in die Meere gelangt und unterstützt die Rettung von in Plastik verhedderten Robben, Meeresschildkröten und Delphinen.

Im Nordpazifik hat sich ein Müllstrudel von der Grösse Westeuropas gebildet. Auch im Südpazifik, Atlantik, Mittelmeer und im Indischen Ozean fahren Abfälle Karussell. Brisant: Sonne und Salzwasser zersetzen Plastikmüll im Meer in kleinste Partikel, so genanntes Mikroplastik, die im Wasser gelöste Schadstoffe wie Pestizide oder PCBs an sich binden und anreichern. Werden die Plastikpartikel von Meerestieren gefressen, gelangen diese Giftstoffe zusammen mit den im Plastik enthaltenen schädlichen Substanzen wie Weichmacher in ihre Körper und können sie schädigen.

Tödliche Plastikfallen

Hunderttausende PET-Flaschen, achtlos weggeworfenes Verpackungsmaterial und Einweggeschirr: Plastikmüll im Meer vergiftet die Tiere, verstopft deren Mägen oder legt sich als tödliche Schlingen um ihre Körper. Jährlich verenden so Hunderttausende Meeresschildkröten, Robben, Wale und Delphine sowie rund eine Million Seevögel.

Unser Motto: Reduce, remove und rescue  

Da sich die Katastrophe in internationalen Gewässern zuträgt, fühlt sich keine Regierung dafür zuständig. Deshalb engagiert sich OceanCare in internationalen Gremien für die Umsetzung konkreter Massnahmen gegen die Vermüllung der Ozeane. Ziel von OceanCare ist es, auf gesetzlicher Ebene eine Regulierung der Plastikproduktion zu erwirken: einerseits, um die Abkehr von Einwegplastik hin zu Mehrwegplastik zu fördern, andererseits, um den Einsatz von Mikroplastikpartikeln, sog. Microbeads, in Kosmetika zu unterbinden.

Eine weitere wichtige Massnahme ist die Umweltbildung. Denn 80% der Plastikabfälle in den Ozeanen stammen vom Festland und werden durch Wind, Überschwemmungen, Flüsse und direkt vom Strand her ins Meer getragen. Somit ist jeder zum Umdenken gefordert! Zusammen mit internationalen Partnerorganisationen leistet OceanCare deshalb Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, dass der Konsum von Einwegplastikartikeln reduziert und Plastikabfall sachgerecht entsorgt wird. Zudem fördert OceanCare Beach-Cleaning-Aktionen, um von Plastikmüll übersäte Strände zu säubern.

Erste Hilfe für in Plastik verfangene Meerestiere

Spielen junge Robben oder Delphine mit Six-Pack-Ringen, Plastiksäcken oder Fischergarn, können sie sich verheddern. Doch beim Wachsen schnürt das Plastik ihnen Körperteile ab. OceanCare setzt sich dafür ein, dass Tiere von den Plastik-Fängen befreit und wieder gesund gepflegt werden können. Dazu besteht eine enge Zusammenarbeit mit engagierten Tier-Rettungsnetzwerken in Peru, Griechenland, England und Spanien.

Das eigene Konsumverhalten überdenken

Schlechte Gewohnheiten sind schneller entsorgt, als Plastik. Jeder von uns trägt mehr oder eben weniger zum Problem bei:
  • Verzichten Sie auf Einwegplastik (z.B. Plastiktüten, Plastikgeschirr, Plastik-Strohhalme).
  • Verwenden Sie beim Einkauf von Früchten und Gemüse wieder-verwendbare feinmaschige Beutel, die bis zu 1 000 Plastiksäcke ersetzen.
  • Ob an Land oder zu Wasser: Sammeln Sie achtlos weggeworfenen Plastikmüll ein und entsorgen Sie diesen sachgerecht.
  • Trinken Sie wann immer möglich Leitungswasser, statt Mineralwasser, das abgefüllt in Plastikflaschen über weite Strecken transportiert wird.
  • Kaufen Sie möglichst wenig in Plastik verpackte Produkte. Nachfüllpackungen sparen Verpackungsmaterial.

Newsmeldungen

OceanCares Stimme wird von den Vereinten Nationen gehört Wädenswil, 3. Juni 2015: Das Motto des Welt Ozean Tags am 8. Juni 2015 lautet „healthy oceans, healthy planet - gesunde Ozeane, gesunder ... weiter

OceanCare ruft mit der App „Beat the Microbead“ Schweizerinnen und Schweizer auf, Kosmetikprodukte ohne Mikroplastik-Partikel zu wählen. Viele Duschmittel, Zahnpasta und Körperpeelings beinhalten ... weiter

Plastiksack im Wasser

E-News abonnieren:

Daten & Fakten