Plastik: Denken wir um!


 
Was während Stunden oder Tagen in Gebrauch ist, besteht Jahrzehnte fort und belastet die Erde über Gebühr. 6 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen pro Jahr allein über die Flüsse ins Meer und zerfallen in kleinste Partikel. Meerestiere halten das blinkende Zeug für Nahrung und verhungern mit vollem Magen.
Im Nordpazifik hat sich ein Müllstrudel von der Grösse Westeuropas gebildet. Er wiegt geschätzte 3 Millionen Tonnen und übertrifft die regionale Planktonmenge um das Sechsfache. Auch im Südpazifik, Atlantik, Mittelmeer und im Indischen Ozean fahren Abfälle Karussell.

Sonne und Salzwasser zersetzen die Kunststoffe in kleinste Partikel, die giftige Substanzen an sich binden. Die Konzentration von Schadstoffen wie DDT oder PCB ist in solchen Plastikteilchen bis zu eine Million Mal höher als im sie umgebenden Wasser. Der Müll vergiftet die Meerestiere, verstopft deren Mägen oder legt sich als tödliche Schlingen um ihre Körper. Jährlich verenden so rund 100‘000 Meeressäuger und mehr als eine Million Seevögel.

Forschung und Aufklärung

Da sich die Katastrophe in internationalen Gewässern anbahnt, fühlt sich keine Regierung dafür zuständig. Deshalb setzt sich OceanCare in internationalen Gremien für die Umsetzung konkreter Massnahmen gegen den Plastikmüll ein und sucht nach Lösungen, wie der Abfall im Meer effizient und schonend eingesammelt werden kann.

2011 entsandte OceanCare einen Umweltphysiker der Uni Bern mit der Organisation 5 Gyres (Fünf Strudel) zur Erforschung der Müllteppiche in den Südpazifik, wo selbst an entlegensten Stränden der Osterinseln enorme Plastikmengen angespült werden.

Wichtigste Massnahme gegen Vermüllung ist die Umweltbildung. 80% der Plastikabfälle in den Ozeanen stammen aus dem Landesinnern und gelangen über Flüsse ins Meer. Zusammen mit dem Zürcher Tierschutz leistet OceanCare Aufklärungsarbeit bezüglich dem Littering. 

2012 unterstützte OceanCare ein Filmprojekt junger Surfer, die die Welt umsegelten und das Ausmass der Plastikverschmutzung hautnah erlebten. Mit ihrem Film 'Tide Lines', der 2013 in die Kinos kommt, sensibilisieren sie für den Ausnahmezustand der Meere.

Das eigene Konsumverhalten überdenken

Schlechte Gewohnheiten sind schneller entsorgt, als Plastik. Jeder von uns trägt mehr oder eben weniger zum Problem bei:
  • Verwenden Sie beim Einkauf von Früchten und Gemüse wieder-verwendbare 3BBags, die bis zu 1'000 Plastiksäckchen ersetzen. 
  • Trinken Sie Hahnenwasser, statt Mineralwasser, das abgefüllt in Plastikflaschen über weite Strecken transportiert wird. 
  • Kaufen Sie möglichst wenig in Plastik verpackte Produkte. Nachfüllpackungen sparen Verpackungsmaterial.
  • u.v.a.m.

Newsmeldungen

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Plastiksack im Wasser