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Die Vergiftung der Meere – Ein Boomerang für uns Menschen
Wädenswil, 19.06.2008
OceanCare hat in Zusammenarbeit mit BlueVoice.org ein „White Paper“ mit dem Titel „A Shared Fate“ erstellt, mit dem Bestreben, dieses an der 60. Internationalen Walfangkonferenz in Santiago de Chile einzubringen. Der Bericht offenbart Zusammenhänge zwischen dem Vorkommen von Umweltgiften in den Meeren und dem Auftreten gewisser Formen von Krebs bei Meeressäugern und Menschen. Giftige Chemikalien und Schwermetalle, die wir unbedacht im Alltag verwenden, gelangen auf verschiedensten Wegen ins Meer, werden dort in den Körpern der Tiere abgelagert und in der Nahrungskette angehäuft. Je höher sich also ein Tier in der Nahrungspyramide befindet, desto höher ist die Konzentration an Umweltgiften in seinem Körper. Das hat für Meeressäuger und für die Menschen, die sich regelmässig von ihrem Fleisch ernähren, schwerwiegende Konsequenzen.Krebserkrankungen bei Delphinen und anderen Meeressäugern wurde bisher nur unzureichend untersucht. Aufgrund einer Häufung von Fällen mit kranken Tieren in den letzten Jahren, wurde die Forschung aber intensiviert. Es zeigt sich, dass die Umweltgifte, die von den Menschen hergestellt und in die Umwelt eingeführt werden, mit grosser Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung mitverant-wortlich sind. Die Vermutung scheint sich zu bestätigen, dass Menschen, die verseuchten Fisch und speziell Fleisch von Meeressäugern konsumieren, das Risiko eingehen, an bestimmten Formen von Krebs zu erkranken. „A Shared Fate“ zeigt auf, dass durch den Konsum von Delphin- und Walfleisch grosse Mengen an Schadstoffen aufgenommen werden. Für über zwei Milliarden Menschen sind Meeresfrüchte die hauptsächliche Proteinquelle. Wie die Meeressäuger sind auch sie den Giften in einem hohen Masse ausgesetzt.
Anhand von DNA-Analysen bei Patienten mit Multiplem Myelom (einer Art von Blutkrebs) hat Dr. Brian Durie von der International Myeloma Foundation, genetische Zusammenhänge entdeckt, die darauf hinweisen, dass Umweltgifte das Risiko für eine Erkrankung an bestimmten Formen von Krebs erhö-hen können. Je besser wir die Genetik von Delphinen und Menschen verstehen, desto klarer wird, dass beide beinahe identisch sind. Deshalb wird Delphine und Menschen schlussendlich wohl das-selbe Schicksal ereilen, wenn weiterhin derart grosse Mengen an Chemikalien in die marinen Lebensräume gepumpt werden.
Die Körper der Delphine können schwer abbaubare organische Schadstoffe (POPs) nicht verarbeiten. Da sie sich aber von kontaminierten Fischen ernähren, werden diese Umweltgifte in ihren Körpern an-gehäuft, was ihre Gesundheit stark gefährdet. Gleichzeitig sind Delphine damit ein Indikator für den Zustand der Meere. Was sie uns zeigen ist, dass wir Menschen eine der bedeutendsten Nahrungs-quellen des Planeten vergiften.
Erklärtes Ziel von OceanCare ist, gegen den drastischen Rückgang an Lebenskraft der Meere anzu-gehen und damit das Gedeihen der wild lebenden Tiere zu ermöglichen. Das Meer soll wieder eine gesunde und nachhaltige Nahrungsquelle für Mensch und Tier werden. Deshalb muss das Ausmass der Verschmutzung untersucht und die Resultate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein Ökosystem, in dem die abnehmenden Fischbestände durch eine Anhäufung von Umweltgiften bereits derart stark verseucht sind, benötigt dringend Schutzmassnahmen. Weiter ist es wichtig, den Zusam-menhang zwischen kontaminierten Fischbeständen und der Häufung von Krebs und hormonellen Störungen bei Menschen intensiver zu untersuchen und Fischkonsumenten bezüglich der Gefahren zu informieren.
Weitere Informationen:
» Dolphins Are Not Food“ – Eine Vorschau auf Themen des White Paper
» „A Shared Fate“ die englische Fassung des „White Paper“
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