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Fehlerhafte Bewertung des Labels Dolphin-Safe für Thunfisch durch den World Wildlife Fund Schweiz (WWF)
Wädenswil, 07.11.2006
Heute stellt der WWF Schweiz in Bern seine diesjährige Label-Bewertung vor. Darin erteilt er dem Label Dolphin-Safe für Thunfisch-Produkte ungenügende Noten. Earth Island Institute, Friend of the Sea, OceanCare und fair-fish kritisieren diese negative Beurteilung als unzulänglich und irreführend.“Wir sind der Meinung, dass die WWF-Einschätzung schwerwiegende Fehler enthält”, sagt Paolo Bray, europäischer Koordinator des internationalen Überwachungsprogramms für Dolphin-Safe-Thunfischprodukte und Direktor von Friend of the Sea. “Die Beurteilung für Dolphin-Safe beruht auf ungenauen Fakten. Es fehlen angemessene Kriterien für die Erteilung von Bewertungspunkten oder bezüglich der Qualifikationen derjenigen, die die Beurteilung eines Labels vornehmen. Nicht zuletzt spiegelt die Bewertung ein unzureichendes Verständnis der fraglichen Fischereien.”
Sigrid Lüber von OceanCare hält fest: “Das Label Dolphin-Safe hat nicht nur zu einer bemerkenswerten Reduktion der Delphinsterblichkeit sondern auch zur Umstellung auf ökologisch nachhaltige Fischereipraktiken geführt. Die WWF-Beurteilung untergräbt diese Resultate, schadet damit mehr als sie nützt und sie verwirrt die Öffentlichkeit.”
Der WWF degradiert das Label Dolphin-Safe in einer Weise, die die Glaubwürdigkeit der Beurteilung in Frage stellt. Deutlich wird dies unter anderem in folgenden Punkten:
Die WWF-Beurteilung ist irreführend bezüglich der Auswirkungen auf Fischpopulationen. Das Fischen nach Dolphin-Safe-Kriterien hat bewirkt, dass sich der Fang vom überfischten Gelbflossenthunfisch zum Skipjack-Thunfisch (Bonito) verlagert hat, dessen Populationen hauptsächlich im tropischen westpazifischen Ozean vorkommen. Fast alle relevanten wissenschaftlichen Organisationen haben anerkannt, dass die Skipjack-Thunfischbestände gesund sind und ökologisch nachhaltiger als andere Thunfischarten befischt werden können. Dass diese Tatsachen in der Beurteilung nicht berücksichtigt wurden, erachten wir als gravierenden Fehler.
Die
WWF-Beurteilung anerkennt nicht, dass der grösste Teil des Dolphin-Safe-Thunfischs mit Fangmethoden gelandet wird, die von der
FAO (United Nations Food and Agriculture
Organization) und auch von anderen Organisationen anerkannt werden, weil
die betreffenden Fischer mit diesen Methoden den niedrigsten Beifang erzielen. Ignoriert
wird die Tatsache, dass das Überwachungsprogramm gemäss den strengen ISO
9001-Normen geprüft und anerkannt ist und die
Thunfischindustrie zu den meist überwachten Fischerei-Industrien der Welt
gehört.
Die
WWF-Beurteilung berücksichtigt auch nicht, dass das Dolphin-Safe-Programm zu einer 98-prozentigen Reduktion der Delphinsterblichkeitsrate
geführt hat. Dolphin-Safe-Kriterien verbieten
die Anwendung von Treibnetzen und fordern die lebende Freilassung von
Meeresschildkröten. Weiter haben Dolphin-Safe-Kriterien
dazu geführt, dass Massnahmen für die gesetzliche Reduktion von Beifang und ein
Verbot von Haifisch-Finning heute im amerikanischen Gesetz verankert und in den
Vereinbarungen der interamerikanischen tropischen Thunfisch-Kommission
enthalten sind.
Offensichtlich hat man es im WWF-Bewertungsprozess unterlassen,
Interessenvertreter zu beteiligen, mit deren Hilfe man diese Fehler hätte
vermeiden können. So gibt es keine Hinweise, dass Organisationen mit spezifischem
Fachwissen über das Meeres- und Fischereiumfeld in der Festlegung der Kriterien
oder in der Beurteilung des Labels beteiligt waren. Als Folge davon enthält die
WWF-Bewertung sachliche Irrtümer und es wurden verallgemeinerte Kriterien
angewendet, die in Bezug auf das Programm Dolphin-Safe
irreführend und irrelevant sind.
David Phillips vom Earth Island Institute: “Wir haben dem WWF mitgeteilt, dass wir die Beurteilung nicht akzeptieren können, solange diese schwerwiegenden Mängel nicht behoben sind. Leider wurden unsere Einwände bisher ignoriert.”
Das Label Dolphin-Safe gewinnt weiterhin weltweit zunehmend an Akzeptanz. Es ist das am meisten angewendete Programm, weil es umfassend, wissenschaftlich fundiert und nachprüfbar ist. Innerhalb der internationalen Umweltgemeinschaft wird es von 180 NGOs unterstützt, mehr als 300 Thunfischproduzenten, Importeure und Verteiler haben sich dem Programm weltweit angeschlossen.
„Das Labelprogramm Dolphin Safe ist unterstützenswert.“ sagt Sigrid Lüber und fordert den WWF dringend dazu auf, die Mängel in der Beurteilung zu korrigieren.
Weiter zur Stellungnahme des Earth Island Institut, der Dolphin-Safe Label Inhaberin
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