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Ölkatastrophe vor Mauritius

Chronik des Versagens

Am 25. Juli 2020 lief der rund 300 Meter lange Frachter „Wakashio“ der japanischen Nagashiki Shipping Company vor der Insel Mauritius auf ein Korallenriff auf. Rund 1200 Tonnen Öl flossen ins Meer, verseuchten Mangrovenwälder und zerstörten eines der artenreichsten und schönsten Korallenriffe der Welt.

Am 16. August 2020 brach der Frachter entzwei. Er hatte noch immer 90 Tonnen Öl an Bord, die ebenfalls ins Meer strömten.

Am 24. August 2020 wurde der grössere Teil des Frachters ins offene Meer hinausgezogen und in einer Tiefe von rund 3‘000 Metern versenkt – mitten in einem Aufzuchtgebiet für Wale.

Drei Tage nach der Versenkung des Schiffswracks begannen Breitschnabeldelphine zu stranden. Zudem wurden verletzte und sterbende Tiere auf offener See gesichtet.

Die Katastrophe hat irreparable Schäden verursacht und den Lebensraum vieler Arten zerstört. Unzählige Tiere sind qualvoll verendet, viele schwer verletzt. Dazu kommen Langzeitfolgen, denn die Giftstoffe, die sich im Wasser befinden, lagern sich im Gewebe und in den Organen der Tiere ab. So leiden Delphine und andere Meerestiere noch heute unter den Auswirkungen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, die sich im Jahr 2010 ereignet hat. Mehr dazu

Nothilfe, die langfristig wirkt

Mit dem Freiwilligen-Netzwerk British Divers for Marine Rescue (BDMLR), der weltweit führenden Organisation zur Rettung von gestrandeten Meerestieren, leisten wir gezielt Hilfe:

  • Wissenstransfer: Für die Rettung von gestrandeten Meerestieren braucht es spezialisiertes Wissen. Eine Reise nach Mauritius ist zurzeit aufgrund von Covid-19 nicht möglich. Im täglichen Austausch beraten wir die lokalen Helferinnen und Helfern per Telefon und zeigen auf, wie sie mit den verfügbaren Mitteln vor Ort am wirkungsvollsten helfen können.
  • Notfall-Kits: Für die Rettung von gestrandeten Meerestieren braucht es neben spezialisiertem Wissen auch professionelles Material: Neben Notfall-Kits werden zum Beispiel auch aufblasbare Rettungsplattformen benötigt, mit denen verletzte Wale, Delphine, Robben oder Meeresschildkröten gerettet und transportiert werden können.
  • Strandungsnetzwerk: Sobald es die Situation erlaubt, wird ein Strandungsexperte von BDMLR die Rettungsteams auf Mauritius ausbilden, damit die freiwilligen Helferinnen und Helfer auf mögliche Langzeitfolgen und künftige Notfallsituation vorbereitet sind.

Wollen Sie uns dabei helfen ein Strandungsnetzwerk in Mauritius aufzubauen? Jetzt und in Zukunft.