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Walmonitoring im Schutzgebiet vor Südfrankreich

Pottwalfluke

Gefährdete Meeresgiganten

In allen Weltmeeren sind Pottwale zuhause – auch im Mittelmeer. Als Extremtaucher leben sie in tief zerklüfteten Meereszonen, den „Grand Canyons“ der Unterwasserwelt. Doch die legendären Wale sind im Mittelmeer bedroht.

Die Mittelmeer-Pottwale unterscheiden sich genetisch von ihren Verwandten in den Ozeanen, mit denen sie als Binnenmeerbewohner selten in Kontakt kommen. Heute leben von Bosporus bis Gibraltar nur noch wenige hundert der sanften Giganten. Für sie wird die Situation immer kritischer. Kollisionen mit Schiffen kosten vielen Pottwalen das Leben, Lärm stört ihren akustischen Orientierungssinn, Plastikmüll verstopft ihre Mägen und immer wieder verfangen sich Wale in Fischernetzen und ertrinken kläglich.

Schutz von Schlüsselpopulationen

Zwischen 1997 und 2015 dokumentierte OceanCare das Vorkommen der Pottwale vor der südfranzösischen Küste. Zu sehen sind die Tiere selten, da sie jeweils rund eine Stunde abtauchen und nur kurz zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommen. Akustisch sind sie aber gut zu orten.

In Italien unterstützte OceanCare die Organisation Oceanomare Delphis bei der Erforschung der Wale, welche nördlich der Insel Ischia beim Unterwasser-Canyon von Cuma leben. Sie profitieren teilweise bereits von einem Schutzgebiet, das auf Initiative beider Organisationen im Jahr 2007 vom italienischen Staat errichtet worden ist. Nun sorgen die Partner dafür, dass die Schutzmassnahmen im notwendigen Ausmass umgesetzt werden.