Walfang

More!atorium - Schutz für Wale

Walfang und das Moratorium

Das Walfang-Moratorium – ein weltweites Verbot kommerzieller Walfangaktivitäten – ist seit dem Jahr 1986 in Kraft. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde eine Grosswalart nach der anderen an den Rand der kommerziellen Ausrottung gebracht. Der Beschluss der Internationalen Walfangkommission (IWC) rettete Hunderttausenden Walen das Leben und ist seit dem nunmehr 30-jährigen Bestehen eine der grössten Errungenschaften der internationalen Artenschutzbemühungen.

Nur wenige Staaten missachten das Moratorium und nutzen Schlupflöcher, um weiterhin Wale zu bejagen – auch kommerziell. OceanCare setzt sich dafür ein, dass das Moratorium in Zukunft von allen Staaten respektiert und die kommerzielle Bejagung von Waltieren beendet wird.

Walfangzahlen

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Norwegen

Während sich die Staatengemeinschaft mit ihrer Kritik auf den Walfang Japans und Islands konzentriert, hat sich Norwegen in den letzten Jahren zum grössten Walfangland der Welt entwickelt. 2014 und 2015 hat das skandinavische Land mehr Wale getötet als Japan und Island zusammen. Über 12‘000 Zwergwale hat Norwegen seit Inkrafttreten des Walfangmoratorium harpuniert.

Walfangzahlen

Norwegen rechtfertigt seinen Walfang mit Tradition – doch die heutige Jagd hat rein kommerziellen Hintergrund. Moderne Explosivharpunen und Hightech-Geräte haben mit der ursprünglichen Tradition nichts mehr zu tun.

Norwegen legte gegen das 1982 beschlossene kommerzielle Walfangmoratorium der IWC fristgerecht einen formellen Einspruch („objection“) ein und ist damit juristisch nicht an das Walfangverbot gebunden.

Lesen Sie dazu auch unser Factsheet zum Norwegischen Walfang.

OceanCare an der IWC

OceanCare hat seit 1992 Beobachterstatus bei der IWC und setzt sich für den Schutz der Wale ein. Mit Studien zum Gesundheitsrisiko des Konsums von mit Schadstoffen belastetem Walfleisch hat OceanCare eine Zusammenarbeit der IWC mit der Weltgesundheitsorganisation WHO angeregt. Wir haben den Stimmenkauf von Walfangländern wie Japan zum Thema gemacht und uns für die klare Regelung der Rechte und Pflichten von Nichtregierungsorganisationen eingesetzt, damit diese als Vertreter der Zivilgesellschaft partizipieren können und nicht der Willkür ausgesetzt sind. Seit 2015 ist OceanCare mit Dr. Silvia Frey als Expertin auch als Teilnehmerin am Wissenschaftsausschuss der IWC vertreten.

Unser Schwerpunkt liegt neben dem Aufdecken und Aufzeigen von Missständen vor allem auch bei der Unterstützung der Neuausrichtung der IWC zu einem Gremium, das sich den globalen Gefahren für alle Wale widmen soll. Dazu gehören u.a. die Auswirkungen der Fischerei, des Unterwasserlärms, der chemischen Verschmutzung, der Vermüllung der Meere und die Auswirkungen des Konsums von mit Schadstoffen belasteten Walprodukten auf die menschliche Gesundheit.

Bei all den zahlreichen Gefahren und kumulativen negativen Auswirkungen auf die Meeresgiganten ist es umso wichtiger, jene Gefahr zu unterbinden, die man am einfachsten – mittels Fortbestehen des Moratoriums – von Walen fernhalten kann: die Jagd.

Lesen Sie dazu auch die FAQs zur IWC.

Aktueller Schwerpunkt

Dass trotz Bestehen des Moratoriums gerade in europäischen Gewässern die meisten Grosswale für kommerzielle Zwecke bejagt werden, ist ein untragbarer Zustand. OceanCare sieht Handlungsbedarf seitens der IWC und insbesondere der europäischen Union, um diesen Aktivitäten Einhalt zu gebieten.

 

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