Aquatic Wildmeat in Westafrika

Bushmeat

Aquatic Wildmeat in Westafrika

Bedrohte Tierarten werden als „Aquatic Wildmeat“ übernutzt, einerseits für den menschlichen Konsum und andererseits für die Verwendung als Köder. Dieses wachsende Problem besteht in der gesamten westafrikanischen Küstenregion. Regelmässige Bejagung ist für Seekühe, fünf Arten von Meeresschildkröten, sieben Delphinarten und eine Krokodilart dokumentiert.

Schwindende Fischbestände haben zum Anstieg der Nutzung von Wildmeat beigetragen, wie empirische Informationen zeigen. Dies hat Auswirkungen auf die Biodiversität an grossen aquatischen Säugetieren in der Region.

Regionale Vereinbarungen werden nur unzureichend umgesetzt, darunter die Übereinkommen zu Meeresschildkröten und Meeressäugern im Rahmen der Bonner Konvention. Aquatic Wildmeat fällt zwischen den Umwelt- und Fischereiministerien, zwischen Behörden und internationalen Prozessen durchs Gitter.

Lösungsansätze zur Regulierung von Wildmeat

Die Jagd auf bestimmte aquatische Säugetiere, Reptilien und Amphibien wurde in Teilen Westafrikas bereits verboten, aber der tatsächliche Bedarf an Nahrung und die geringen Kenntnisse über bestehende Vorschriften nehmen diesen Gesetzen die Wirksamkeit.

Ein sinnvoller Schwerpunkt könnte darin liegen, die Gefährdung vieler aquatischer Säugetiere, Reptilien und Amphibien durch die Wildmeat-Jagd stärker ins allgemeine Bewusstsein zu bringen. Außerdem wäre es lohnend, den Wechsel zu Fischereimethoden zu unterstützen, die den Beifang senken.

OceanCare erwartet sich von diesen Massnahmen keine Lösung des wachsenden Problems. Im Zentrum der Bemühungen sollte stehen, die westafrikanischen Regierungen mit gesicherten Informationen zu versorgen und ihnen besser zu ermöglichen, das Problem systematisch anzugehen.

Bestehende Abkommen, Vereinbarungen und lokale Vorschriften müssen um- und durchgesetzt werden. Der Umfang des Problems muss noch besser untersucht werden. Der Verkauf von Aquatic Wildmeat auf Märkten sollte gründlich untersucht werden. Dazu zählt die Herkunft des Fleisches und die Frage, ob es sich um traditionell gefangene und konsumierte Arten handelt oder ob und warum neue Arten getötet werden. Eine solche Erhebung kann die Triebfedern der zunehmenden Wildmeat-Jagd aufdecken und zeigen, wo illegaler lokaler oder internationaler Handel stattfindet, wo bedrohte Arten betroffen sind, und wo die Fangzahlen ein nachhaltiges Mass überschreiten.

Eine Erhebung zum Thema Aquatic Wildmeat kann mögliche Lösungen und Anreize für Veränderungen identifizieren. Partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Region, transparente und leicht verbreitbare Informationen sowie eine Taskforce für den wirksamen Einsatz dieser Informationen sind essentiell.