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Aquatic Wildmeat in Westafrika

Bushmeat

Aquatic Wildmeat in Westafrika

Bedrohte Tierarten werden als „Aquatic Wildmeat“ übernutzt, einerseits für menschlichen Konsum und traditionelle Medizin, andererseits zur Verwendung als Fischerei-Köder. Es ist ein ausuferndes Problem in Südostasien, Westafrika, der pazifischen Inselregion, Lateinamerika und anderen Regionen, dass wasserlebende Tiere für Nahrungs- oder andere Zwecke getötet werden. Dies betrifft u.a. Delphine, Seekühe, Meeresschildkröten, Krokodile und Seevögel. Viele dieser Tiere werden illegal bejagt und gehandelt.

Überfischung durch industrielle Übersee-Fangflotten, verbotene und nicht nachhaltige Fangmethoden haben die Fischbestände zum Schwinden gebracht. In Kombination mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Küstengemeinden führte dies zu einem Anstieg der Nutzung von Wildmeat. Diesen Zusammenhang zeigte eine neue Pilotstudie aus den Küstenregionen von Benin und Togo. Die Auswirkungen auf die Biodiversität an grossen aquatischen Säugetieren in der Region sind massiv.

 

Ein lokales Thema mit globaler Verantwortung

Überall auf der Welt sind indigene und lokale Gemeinschaften von den Ressourcen abgeschnitten worden, die sie nachhaltig nutzen können sollten. Massnahmen gegen die Nachfrage nach Wildmeat werden durch riesige Industrien unterlaufen. Dazu zählen Bergbau und Palmölplantagen ebenso wie die industrielle Fischerei. Dies bringt die Küstengemeinden unter massiven Druck und zwingt sie, sich andere Quellen für Ernährung und Lebensunterhalt zu erschliessen.

Besonders besorgniserregend ist die Lage in Westafrika. OceanCare ist daher eine enge Zusammenarbeit mit Maximin Djondo von der Benin Environment and Education Society (BEES) eingegangen. Der Experte für Aquatic Wildmeat aus Benin ist jetzt Teil des OceanCare-Teams. In der Pilotstudie, die er 2019 durchgeführt hat, liefert er wertvolle Einblicke aus der Region, die extrem schwer und mitunter nur unter Gefahr zu bekommen sind.

 

Lösungsansätze für die Wildmeat-Problematik in Westafrika

Die Jagd auf bestimmte aquatische Säugetiere, Reptilien und Amphibien wurde im Grossteil Westafrikas bereits verboten, aber der Bedarf nach Nahrung sowie mangelnde Kenntnisse über die Rechtslage nehmen diesen Gesetzen die Wirksamkeit.

Es ist daher wichtig, die Gefährdung aquatischer Tiere durch die Wildmeat-Jagd stärker ins allgemeine Bewusstsein zu bringen. Ausserdem braucht es Unterstützung für den Wechsel zu Fischereimethoden, die den Beifang senken.

OceanCare erwartet sich von diesen Massnahmen alleine keine Lösung des wachsenden Problems. Im Zentrum der Bemühungen sollte stehen, die westafrikanischen Regierungen mit gesicherten Informationen zu versorgen und ihnen besser zu ermöglichen, das Problem systematisch anzugehen. Ergänzt wird dies durch partizipatorische Naturschutzmassnahmen mit der Bevölkerung jener Gemeinden, die derzeit von Aquatic Wildmeat abhängen.

Bestehende Abkommen, Vereinbarungen und lokale Vorschriften müssen um- und durchgesetzt werden. Der Umfang des Problems muss noch besser untersucht werden, um die zentralen Triebkräfte, wie die Überfischung, gezielt angehen zu können. Der Verkauf von Aquatic Wildmeat auf Märkten sollte gründlich untersucht werden. Dazu zählt die Herkunft des Fleisches und die Frage, ob es sich um traditionell gefangene und konsumierte Arten handelt oder ob und warum neue Arten getötet werden. Eine solche Erhebung kann die Triebfedern der zunehmenden Wildmeat-Jagd aufdecken und zeigen, wo illegaler lokaler oder internationaler Handel stattfindet, wo bedrohte Arten betroffen sind, und wo die Fangzahlen ein nachhaltiges Mass überschreiten.

Eine Erhebung zum Thema Aquatic Wildmeat kann mögliche Lösungen und Anreize für Veränderungen identifizieren. Partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Region, transparente und leicht verbreitbare Informationen sowie eine Taskforce für den wirksamen Einsatz dieser Informationen sind essentiell.