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Schweizer NGOs fordern stärkere Verpackungsverordnung

17. Oktober 2025

Die Koalition Swiss Plastic Action, die zehn Umwelt- und Konsumentenorganisationen vereint, begrüsst die Revision der Bundesverpackungsverordnung als einen wichtigen Schritt hin zu einer Kreislaufwirtschaft, warnt jedoch, dass der aktuelle Entwurf noch nicht ausreicht, um die Plastikverschmutzung wirksam zu bekämpfen und die öffentliche Gesundheit zu schützen.

“Die Schweiz kann ihre Verpackungskrise nicht durch Recycling lösen. Wir brauchen verbindliche Reduktions- und Wiederverwendungsziele, ein universelles Pfandsystem und klare Regeln, um giftige Stoffe aus Verpackungen zu verbannen.”

In ihrer gemeinsamen Stellungnahme an das Bundesamt für Umwelt (BAFU) fordert die Koalition:

  • Reduktion an der Quelle: Verbindliche Ziele zur Verringerung des gesamten Verpackungsabfalls um 5 % bis 2030, 10 % bis 2035 und 15 % bis 2040 im Vergleich zu 2018.
  • Universelles Pfandsystem: Eine obligatorische Pfandregelung für alle Getränkeverpackungen – sowohl Mehrweg- als auch Einwegverpackungen – um hohe Rücklaufquoten zu sichern und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Materialien zu schaffen.
  • Investitionen in Wiederverwendung: Ein Teil der vorgezogenen Entsorgungsgebühr (VEG) soll in die Infrastruktur für Wiederverwendung, Waschlogistik und nationale Standards fliessen – wie es in Frankreich und Deutschland bereits geschieht.
  • Sichere Materialien: Verbot gefährlicher Chemikalien und Sicherstellung, dass alle Verpackungen – auch recycelte – chemisch inert und für Verbraucher unbedenklich sind.
  • Transparenz: Strengere Unternehmensberichterstattung und unabhängige Überprüfung zur Vermeidung von Greenwashing.

Mit der Umsetzung dieser Massnahmen würde die Schweiz mit der kommenden EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) in Einklang stehen und sich als glaubwürdige Vorreiterin für sichere und kreislauforientierte Verpackungen positionieren.

“Diese Reform ist eine echte Chance für die Schweiz, zu den europäischen Standards aufzuschliessen und sowohl die Gesundheit als auch die Umwelt zu schützen.”

Nächste Schritte: Die Vernehmlassung endete am 16. Oktober. Die Koalition hofft, dass die Regierung diese Empfehlungen in den endgültigen Text der Verordnung aufnehmen wird, deren Veröffentlichung für 2026 erwartet wird.