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Wale in Gefahr: Umweltorganisationen fordern Monaco auf, Weltmeisterschaftsrennen für Elektroboote abzusagen

16. Juli 2026

Am 2. Juli 2026 haben zehn Umweltorganisationen einen Brief an Fürst Albert II. und den Sponsor der Veranstaltung, HUBLOT, gerichtet, um ihre Bedenken gegenüber der Austragung der Weltmeisterschaft für 100 % elektrisch betriebene Boote (E1 Series) zu äussern, die für den 17. und 18. Juli 2026 in Monaco geplant ist.

Nach Ansicht der Unterzeichnenden steht das Rennen im Widerspruch zu den Verpflichtungen des Fürstentums zum Schutz der marinen Artenvielfalt – insbesondere der Wale und Delfine – sowie zu den Bestimmungen des Pelagos-Abkommens.

Die geplante Rennstrecke liegt innerhalb des Pelagos-Schutzgebiets, das als besonders geschütztes Gebiet von mediterraner Bedeutung (SPAMI) ausgewiesen ist. Sie liegt zudem im besonders sensiblen Meeresgebiet (PSSA), das die Internationale Seeschifffahrtsorganisation 2023 designiert hat, und in einer von ACCOBAMS als Hochrisikozone für Kollisionen zwischen Schiffen und Walen identifizierten Region. Ein Teil der Strecke würde ausserdem durch das Marine Educational Area führen, das von der monegassischen Vereinigung für Naturschutz betreut wird.

Zahlreiche Risiken für Meeressäuger

Zwar sind die teilnehmenden Boote elektrisch betrieben, doch das Fehlen direkter Emissionen genügt nach Ansicht der Organisationen nicht, um eine umweltverträgliche Veranstaltung zu gewährleisten. Sie warnen insbesondere vor dem Risiko von Kollisionen mit Meeressäugern, vor Unterwasserlärm durch hohe Geschwindigkeiten und Propellerkavitation, vor der Störung von Wildtieren sowie vor den möglichen Folgen eines Unfalls mit Elektrobatterien.

Die zehn Organisationen fordern das Fürstentum daher auf, das Rennen abzusagen. Eine solche Entscheidung wäre ein starkes Signal an die internationale Gemeinschaft und an künftige Generationen: In Monaco bleibt der Schutz des Mittelmeers und seiner Artenvielfalt eine konkrete Priorität.

Sollte das Rennen dennoch stattfinden, fordern die Organisationen, dass erfahrene Beobachterinnen und Beobachter für Meeressäuger und Meeresschildkröten am Austragungsort und in dessen Umgebung eingesetzt werden – vor und während des Wettbewerbs –, um das Risiko von Interaktionen zu vermeiden und den Zeitplan der Veranstaltung entsprechend anzupassen (Absage, sofern die Anwesenheit von Walen, Delfinen oder Schildkröten bestätigt wird). Zudem müsse der durch den Wettbewerb erzeugte Unterwasserlärm gemessen und ausgewertet werden (im Nahbereich sowie in 1 km, 5 km und 10 km Entfernung).

Nicolas Entrup, Leiter Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare, fordert:

Rennsport hat dort seine Grenzen, wo er andere Lebewesen gefährdet. Auch elektrische Highspeed Boote sind für Delfine und Wale in der Region – etwa Finn- oder Pottwale – eine große Gefahr, da es zu Kollisionen oder Verletzungen durch Propeller kommen kann. Gerade Monaco, das mit Fürst Albert II. einen der beständigsten Fürsprecher des Meeresschutzes hat, könnte hier mit gutem Beispiel vorangehen und auf derlei Rennen verzichten.“

Unterzeichende

OceanCare (Wädenswil, Schweiz)

BlueSeeds (Bordeaux, Frankreich)

EcoOcean Institut (Montpellier, Frankreich)

Ecopolis (Monaco)

Groupe de Recherche sur les Cétacés (Antibes, Frankreich)

Int. Center of AI for Natural Acoustics (Université de Toulon, Frankreich)

Istituto Tethys ETS (Mailand, Italien)

LONGITUDE 181 « La voix de l’océan » (Valence, Frankreich)

Mare Vivu (San-Martino-di-Lota, Frankreich)

MIRACETI (Martigues, Frankreich)

SOS Grand Bleu (Saint-Jean-Cap-Ferrat, Frankreich)