CMS COP15 beschliesst wegweisenden Schutz für Seeberge und viele wandernde Meerestiere
Die fünfzehnte Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (CMS COP15) ist in Campo Grande, Brasilien, zu Ende gegangen(23.–29. März 2026). Sie markiert einen wichtigen Schritt für den Schutz wandernder Meerestiere und ihrer Lebensräume.
Die CMS COP15 hat wichtige Weichen gestellt, um den Schutz von Seebergen und vielen wandernden Meerestieren — darunter Haie, Wale und weiteren Arten — zu stärken. 40 Arten wurden in die CMS-Anhänge aufgenommen, darunter der Bogenstirn- und der Grosse Hammerhai sowie drei Fuchshaiarten, und erhalten damit einen höheren internationalen Schutzstatus. Eine neue Resolution wurde verabschiedet, um Seeberge als kritische Lebensräume für wandernde Arten besser zu schützen und ein gesonderter Beschluss bekräftigte die Notwendigkeit äusserster Vorsicht beim Schutz der Tiefsee. Die Arbeit zur Eindämmung des Verzehrs von aquatischen Wildtieren (Aquatic Wild Meat) wurde ebenfalls unterstützt und wird intensiviert.
OceanCare war die gesamte Woche vor Ort und brachte sich direkt in zentrale Meeresschutzthemen ein, darunter der Schutz von Seebergen und der Tiefsee, und setzte sich für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen CMS und anderen internationalen Gremien ein, darunter das neue Hochseeschutzabkommen (BBNJ Abkommen) und die Internationale Walfangkommission (IWC). Im Folgenden finden Sie weitere Details zu den wichtigsten Ergebnissen der CMS COP15.
Schutz gefährdeter Seeberg-Ökosysteme
Die Annahme einer wegweisenden Resolution zum Schutz von Seebergen war der herausragendste Erfolg der CMS COP15. Seeberge sind vollständig unter Wasser liegende Unterwassergebirge, die vom Meeresboden emporragen und für viele Meeresarten einen lebenswichtigen Lebensraum bieten. Die Vertragsstaaten haben eine neue Resolution verabschiedet, die Seeberge als kritische Lebensräume und Orientierungsmarken für eine Vielzahl wandernder Meerestiere anerkennt, darunter Wale, Delfine, Haie und Rochen, Meeresschildkröten und Seevögel. Sie sind für viele wandernde Arten in verschiedenen Lebensphasen von zentraler Bedeutung. Sie fungieren als ökologische Oasen im offenen Ozean und sind unverzichtbare Wegpunkte entlang der Migrationsrouten, da sie wichtige Nahrungs-, Brut- und Laichgebiete bieten. Gleichzeitig dienen sie als Orientierungsmarken in weiten Ozeanbecken.
Laetitia Nunny, Senior Science Officer bei OceanCare und auch bei der COP15 im Einsatz war, erklärt: „Die Resolution zu Seebergen unterstreicht die wachsende Besorgnis über den Druck auf diese wichtigen und empfindlichen Ökosysteme. Die Resolution fordert die Vertragsstaaten auf, Seeberge vor destruktiven Fischereimethoden und Überfischung sowie anderen Bedrohungen zu schützen. Wir hoffen sehr, dass in den kommenden Monaten entscheidende Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass dieser Schutz auch tatsächlich umgesetzt wird.“
Der verabschiedete Text fordert die Vertragsstaaten und relevante Organisationen auf, den Schutz von Seeberg-Ökosystemen sowohl innerhalb als auch ausserhalb nationaler Hoheitsbefugnisse zu stärken, unter anderem durch verbesserte Umweltverträglichkeitsprüfungen und flächenbezogene Schutzmassnahmen. Er fordert zudem eine verstärkte internationale Zusammenarbeit, unter anderem über regionale Fischereiorganisationen und die Umsetzung des neuen BBNJ-Abkommens, sowie eine intensivere Forschung und Zusammenarbeit mit indigenen Völkern, lokalen Gemeinschaften, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und anderen Interessenvertretern. Mit dem Fokus auf ökologische Vernetzung und die Notwendigkeit koordinierter globaler Massnahmen markiert die Resolution einen wichtigen Schritt zum Schutz dieser gefährdeten Tiefsee-Ökosysteme und zum Schutz der Migrationsrouten und der Lebenszyklen der Arten, die auf sie angewiesen sind.
Anhaltende Besorgnis über den Abbau mineralischer Ressourcen in der Tiefsee
Ebenso bedeutsam war die Debatte über den Tiefseebergbau. Auf ihrer letzten Tagung (COP14) hatten die CMS-Vertragsstaaten nach eingehenden Diskussionen vereinbart, dass angesichts der unzureichenden Kenntnisse über die möglichen Auswirkungen dieser Aktivität ein Vorsorgeprinzip notwendig ist und der Tiefseebergbau nicht gestattet werden sollte. Die COP15 hat diese Position im Wesentlichen bekräftigt und wird zudem einen neuen technischen Bericht zu diesem wichtigen Thema veröffentlichen.
Fokus auf eine häufig vernachlässigte Bedrohung: die Nutzung von Arten als Aquatic Wild Meat
Der nicht nachhaltige Fang und Verzehr von aquatischen Wildtieren — darunter wandernde Fische, Meeresschildkröten und Wale — ist ein ernstes Problem, das sofortige internationale Massnahmen erfordert. Viele Süsswasser- und Meeresarten sind durch die wachsende Nachfrage nach Aquatic Wild Meat unmittelbar bedroht. Diese Gefahr, die häufig durch Beifang und nicht nachhaltige Fischereipraktiken verstärkt wird, beschleunigt den bereits besorgniserregenden weltweiten Rückgang der Artenvielfalt. Auf der COP15 einigten sich die Vertragsstaaten auf die Aufgabenbeschreibung für die Arbeit, die in diesem Bereich in den nächsten drei Jahren geleistet werden soll.
Maximin Djondo, Geschäftsführer der Benin Environment and Education Society und Vorsitzender der CMS-Arbeitsgruppe für Aquatic Wild Meat erklärt: „Die Vertragsstaaten in Westafrika haben sich verpflichtet, weiterhin daran zu arbeiten, die Bedrohung durch die Entnahme wandernder Arten als Aquatic Wild Meat zu adressieren. Auch andere Regionen haben die Bedeutung dieses Problems erkannt und werden beginnen, es mit Unterstützung der Arbeitsgruppe anzugehen.“
Weitere wichtige Arbeit erforderlich, um Worte in Taten umzusetzen
Mark Simmonds, Leiter der Wissenschaft von OceanCare und von der COP ernannter wissenschaftlicher Berater für Meeresverschmutzung, betont: „Die Entscheidungen, die auf dieser COP getroffen wurden, zielen alle darauf ab, die Schutzmassnahmen auf nationaler und internationaler Ebene für die betroffenen Arten und Lebensräume zu stärken. Aber es ist auch eine Erinnerung daran, dass eine wachsende Anzahl an Arten und Populationen weiterhin bedroht ist. Die internationale Gemeinschaft muss nicht nur Versprechen für den Naturschutz machen, sondern auch die notwendigen praktischen Massnahmen ergreifen.“
Wichtige Arbeitsbereiche zu Meeresverschmutzung und Tierkultur wurden ebenfalls unterstützt.
Weitere Informationen
COP15 to the Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (CMS)
The Role of the Convention on the Conservation of Migratory Species (CMS)
CMS – Conserving Seamount Ecosystems – Document


