BBNJ-Abkommen: PrepCom 3 hisst die Segel für den Schutz der Hohen See
Vom 23. März bis 2. April 2026 kommt die internationale Staatengemeinschaft zur dritten Sitzung der Vorbereitungskommission (PrepCom 3) zusammen – der letzten geplanten Sitzung, bevor das Hochseeschutzabkommen, offiziell bekannt als das Abkommen der Vereinten Nationen über die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt von Meeresgebieten ausserhalb nationaler Hoheitsbefugnisse (BBNJ-Abkommen), vollständig in die Umsetzungsphase übergeht.
Die dritte Sitzung der Vorbereitungskommission (PrepCom 3) ist mehr als ein formaler Meilenstein: Sie ist ein entscheidender Moment, um sicherzustellen, dass die Institutionen, Instrumente und Prozesse des Abkommens bereit sind, globale Ambitionen in echten und anhaltenden Schutz für die Ozeane zu übersetzen.
Die Gebiete jenseits nationaler Hoheitsbefugnisse umfassen fast die Hälfte unseres Planeten. Diese weitläufigen Gewässer gehören keinem einzelnen Staat, sondern sind ein gemeinsames Gut der Weltgemeinschaft. Sie sind unverzichtbar für die Gesundheit unseres Planeten: Sie regulieren das Klima, sichern globale Fischbestände und beherbergen einzigartige, kaum erforschte marine Arten und Ökosysteme der Erde. Doch Überfischung, Verschmutzung und die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels setzen sie zunehmend unter Druck – ihr Schutz ist dringlicher denn je.
Ein umfassender Rechtsrahmen für die Weltmeere
Das BBNJ-Abkommen schafft nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen erstmals einen rechtlichen Rahmen zum Schutz der marinen Biodiversität in Gebieten ausserhalb nationaler Hoheitsbefugnisse. Es stellt die Instrumente bereit, um Meeresschutzgebiete auszuweisen, schreibt Umweltverträglichkeitsprüfungen vor und verpflichtet die Staaten zur Zusammenarbeit bei Kapazitätsaufbau und Technologietransfer, damit alle Staaten, einschliesslich Entwicklungs- und Binnenstaaten, Verantwortung für die Ozeane übernehmen können.
PrepCom hat die Aufgabe, die Grundlage dafür zu legen, diesen historischen Text in funktionierende Institutionen zu überführen.
Nach zwei Sitzungen im Jahr 2025 wird diese abschliessende Vorbereitungssitzung weiterhin Empfehlungen für die erste Vertragsstaatenkonferenz (COP1) erarbeiten und damit festlegen, wie die Institutionen des Abkommens in der Praxis funktionieren sollen und wie globale Verpflichtungen in konkreten Schutz umgesetzt werden können. Die abschliessende Vorbereitungssitzung bietet die entscheidende Gelegenheit sicherzustellen, dass die im Rahmen des Abkommens geschaffenen Mechanismen zweckmässig sind und den dringend benötigten Meeresschutz ermöglichen. Der Erfolg des Abkommens wird letztlich daran gemessen werden, wie schnell die Umsetzung gelingt und wie wirksam der Schutz für das marine Leben ist.
Multilateralismus als Chance: Warum dieser Moment entscheidend ist
Das BBNJ-Abkommen ist mehr als ein Instrument für den Meeresschutz. Es ist ein Beweis dafür, dass Multilateralismus auch in schwierigen Zeiten funktionieren kann (siehe: High Seas Treaty Enters into Force: Multilateralism Delivers). In einer Zeit, in der globale Allianzen unter Druck stehen und internationale Organisationen in Frage gestellt werden, steht die erfolgreiche Erarbeitung und das Inkrafttreten des Abkommens als Zeugnis dafür, was gemeinsames Handeln bewirken kann. Die Arbeit beginnt jedoch erst: Die Institutionen des Abkommens müssen errichtet, erprobt und von Regierungen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam getragen werden.
Mit den Verhandlungen im Rahmen der PrepCom 3 richten sich die Augen der Welt erneut auf das UN-Hauptquartier in New York. Ihre Ergebnisse werden den Ton für die Umsetzung des BBNJ-Abkommens vorgeben und damit darüber mitentscheiden, ob die Weltmeere und die marine Biodiversität für kommende Generationen bewahrt werden können.
OceanCare an der PrepCom 3
OceanCare verfolgt die Entwicklungen rund um das Hochseeschutzabkommen seit 2007 und hat die formalen Verhandlungen unter der Zwischenstaatlichen Konferenz (IGC) von 2018 bis 2023 aktiv begleitet. OceanCare hat an allen bisherigen PrepCom-Sitzungen teilgenommen, darunter die Sitzungen im April und August 2025, und nimmt auch an der abschliessenden Sitzung im März 2026 teil. Dabei setzt sich OceanCare weiterhin für starke und effektive Prozesse und Institutionen ein, die für eine bedeutsame Umsetzung des BBNJ-Abkommens unerlässlich sind. Nur mit einem wirksamen und gut strukturierten institutionellen Rahmen kann das Abkommen seinen Schutzversprechen nachkommen, einschliesslich wirksamer Massnahmen gegen Unterwasserlärm und Meeresplastikverschmutzung.
