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Schutz der Wale vor Schiffskollisionen: Fortschritte und Herausforderungen

21. November 2025

Finnwale und Pottwale sehen sich im Mittelmeer einer tödlichen Gefahr gegenüber: von Schiffen überfahren zu werden. OceanCare und das Tethys Research Institute luden bei der 9. Vertragsstaatenkonferenz des Abkommens zum Schutz der Wale und Delfine im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (ACCOBAMS) in Zypern zu einer Veranstaltung, die Expert:innen und Staatenvertreter:innen zusammenbrachte und Fortschritte wie hartnäckige Herausforderungen für den Schutz der Grosswale beleuchtete. Dabei wurde der dringende Handlungsbedarf in Hochrisikogebieten für tödliche Zusammenstösse mit Schiffen, wie dem nordwestlichen Mittelmeer und dem Hellenischen Graben betont.

Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf Berichten und Diskussionen über die Massnahmen in zwei Mittelmeerregionen, die beide mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert sind: dem nordwestlichen Mittelmeer, in dem Finnwale, Pottwale und viele weitere Wal- und Delfinarten leben, sowie dem Hellenischen Graben vor Griechenland, der Heimat der letzten Pottwalpopulation des östlichen Mittelmeers. In beiden Regionen besteht die grösste Gefahr für diese Meeressäuger darin, von grossen Schiffen gerammt und getötet zu werden.

Die Vorträge bei der Veranstaltung präsentierten sowohl die erzielten Fortschritte als auch die verbleibenden erheblichen Herausforderungen, um diese Gefahr zu verringern.

Engagement der Schifffahrtsbranche und Schutzmassnahmen
Der Vortrag von Maylis Salivas, Exekutivsekretärin von ACCOBAMS, reichte von den bisherigen Entscheidungen der ACCOBAMS-Vertragsparteien bis zu den Fortschritten der ShiPrint-Workshop-Reihe, die sich an die Schifffahrtsbranche richtet und die Umsetzung der Schutzmassnahmen (APMs) in den ausgewiesenen besonders sensiblen Meeresgebieten (PSSA) fördert. Zwei Workshops mit den Sektoren Frachtschiffe sowie Passagierfähren wurden bereits durchgeführt.

Nationale Massnahmen und Herausforderungen bei der Umsetzung
Nora Susbielle, Vertreterin des Direktorats für den „Schutz von Küsten- und Meeresökosystemen” in Frankreich, berichtete von den Fortschritten bei der Umsetzung der APMs und den entsprechenden Arbeitsprozessen der PSSA-Arealstaaten sowie von den Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen.

Walerkennungssysteme: das Projekt SAvE Whales (SaveMoby)
Aimilia Drouga, nationale ACCOBAMS-Kontaktstelle im griechischen Umweltministerium, präsentierte den aktuellen Stand des Projekts SAvE Whales, eines Früherkennungssystems für Wale, das derzeit in der Strasse von Kythira umgesetzt wird.

Dafür war eine formelle Zusammenarbeit zwischen dem griechischen Umweltministerium, NECCA, The Green Tank und OceanCare geschlossen worden. Das Projekt, an dem als wissenschaftliche Partner das Pelagos Research Institute und FORTH beteiligt sind, will ein ganzjähriges Erkennungssystem in Betrieb setzen, um Schiffe über die aktuelle Anwesenheit von Walen in der Strasse von Kythira zu informieren und sie zu veranlassen, ihre Geschwindigkeit entsprechend zu drosseln.

Aktivitätsmuster von Walen und Kollisionsrisiken
Simone Panigada, Präsident von Tethys, hielt den Keynote-Vortrag und gab einen detaillierten Überblick über Art und Umfang des Problems sowie über regionale und internationale Bemühungen zu dessen Lösung.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine gemeinsame Präsentation von Alexandros Xydias, Schifffahrtsexperte und ehemaliger Navigationsoffizier, der mit IFAW und OceanCare zusammenarbeitet, und Nicolas Entrup, Leider für internationale Beziehungen bei OceanCare, die zum einen über die aktuellen Bemühungen in Griechenland und zum anderen über das PSSA im nordwestlichen Mittelmeer und die dortige Analyse der Schiffsverkehrsdaten berichteten.

Erzielte Fortschritte, verbliebene Herausforderungen

Neben der Würdigung der erreichten Fortschritte fand ein transparenter und produktiver Austausch statt, wie die wichtigsten Hindernisse beseitigt werden können, um das Risiko für Wale, von Schiffen gerammt zu werden, weiter signifikant zu verringern.

Während die Verlagerung von Schiffsrouten aus dem Hauptlebensraum der Pottwale hinaus im Hellenischen Graben eine wichtige Massnahme ist, steht im nordwestlichen Mittelmeer die Verringerung der Schiffsgeschwindigkeit auf der Prioritätenliste ganz oben. Dabei wurde hervorgestrichen, dass die Verringerung der Schiffsgeschwindigkeit noch viele weitere Vorteile für die Umwelt mit sich bringt.

Wenn die Hindernisse überwunden werden können, so die abschliessende Feststellung der Veranstaltung, könnte das Mittelmeer zu einem Vorbild für andere Regionen werden, wie die Gefahr für Wale durch den Schiffsverkehr sukzessive verringert werden kann. Die Hindernisse sind jedoch nach wie vor gross und die Zeit für besseren Walschutz drängt

ACCOBAMS_MOP9_SideEvent_withTethy_Cyprus_Copyright Marios Askanis
ACCOBAMS MOP9: Side Event OceanCare gemeinsam mit Tethys Research Institute (Copyright Marios Askanis)