Manila, 28. Oktober 2017. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht über das erschreckende Ausmass des Einwegplastik-Konsums in den EU-Staaten verdeutlicht die grosse Herausforderung, vor der die internationale Gemeinschaft steht: Die Meere ertrinken im Müll der Konsumgesellschaft mit fatalen Folgen für die Meerestiere. Mit der Annahme einer Resolution zum Schutz mariner Tierarten durch Bekämpfung der Plastikverschmutzung der Meere sind Vertreter von mehr als 120 Mitgliedstaaten der Bonner Konvention (UN Convention on the Conservation of Migratory Species, CMS) damit konfrontiert, den Lebensstil der Menschen zu hinterfragen.

Wir leben heute in einer Welt, in der Plastik den Konsummarkt dominiert und seine Verwendung aus unserem täglichen Leben kaum mehr wegzudenken ist. Seas at Risk, eine Umwelt-Dachorganisation, der OceanCare als Mitglied angehört, veröffentlichte eine neue Studie mit entlarvenden Zahlen über die Menge an Einweg- und Wegwerfplastik, die aufgrund unseres Lebensstils und Konsummustern in der EU resultiert. Die Studie schätzt, dass pro Jahr in den 28 EU-Staaten etwa 46 Mrd. Getränkeflaschen, 16 Mrd. Kaffeebecher, 580 Mrd. Zigarettenstummel, 2,5 Mrd. Takeaway-Verpackungen und 36,4 Mrd. Trinkhalme aus Plastik verbraucht werden.

Diese Zahlen zeigen das enorme Ausmass des Problems mit Einwegplastik in Europa, das erheblich zur Plastikverschmutzung der umgebenden Meere beiträgt. Der Studie zufolge machen diese Plastikobjekte etwa die Hälfte des Mülls an den europäischen Stränden aus. Die Autoren arbeiten verschiedene politische Massnahmen heraus, um das Problem anzupacken.

„Es gibt auf unserem Planeten kaum noch einen Flecken, wo wir nicht die verheerenden Auswirkungen unserer Plastikhinterlassenschaften sehen, aber das wirkliche Grauen findet, unseren Blicken entzogen, jede Minute in den Ozeanen statt, wo Millionen Tiere durch Plastikmüll verletzt oder getötet werden“, sagt Fabienne McLellan, Leiterin Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare, die derzeit an der 12. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention (CMS COP12) in Manila, Philippinen, teilnimmt.

OceanCare setzte sich für die Annahme der Plastikmüll-Resolution ein, die jetzt auch die von OceanCare geforderte Ergänzung enthält, die gefährlichsten toxischen Plastiksorten auslaufen zu lassen, sowie Mikroplastik zu reduzieren und das globale Problem der Geisternetze anzupacken.

„Das Problem ist bei weitem zu gross, als dass es mit einem Papierakt gelöst werden könnte. Und auch wenn die chilenische Regierung in dieser Woche mit dem Beschluss, Plastiksäcke in mehr als 100 Küstengemeinden zu verbieten, ein weiteres positives Signal setzte, werden staatliche Massnahmen alleine nicht ausreichen. Die Privatwirtschaft muss sich stärker für eine innovative Kreislaufwirtschaft engagieren. Und auch jeder Einzelne muss sich bewusst werden, dass wir unsere eigene Verantwortung, unsere Gewohnheiten zu ändern, nicht delegieren können“, sagt McLellan von OceanCare.

Die CMS Management of Marine Debris Resolution and Decision (Doc 24.4.1) steht am Samstag, 28. Oktober 2017, zur Annahme durch die Plenarversammlung bei der CMS COP12.