Lokale oder traditionelle Speisen mögen für viele Menschen auf Reisen dazugehören, aber bitte kein Walfleisch, so die Meeresschutzorganisation OceanCare.

Trotz eines internationalen Verbots betreiben Island, Norwegen und Japan weiterhin kommerzielle Waljagd und töten ca. 1500 Wale im Jahr. OceanCare erinnert daran, dass Wale weltweit geschützt werden sollten, und dass der Tourismus nicht das Abschlachten dieser grossartigen Tiere anheizen sollte.

Während die Inlandsnachfrage nach Walfleisch in allen drei genannten Ländern zurückgeht, zeigen Umfragen in Island, dass der Walfang hier zu einem wesentlichen Teil von neugierigen Touristengaumen aufrechterhalten wird.

Die Jagd wird von Natur- und Tierschutzgruppen weltweit als grausam, nicht nachhaltig und nicht notwendig kritisiert und regelmässig von der internationalen Gemeinschaft und der internationalen Walfangkommission verurteilt, die 1982 das Verbot des kommerziellen Walfangs beschlossen hatte.

Wale werden mit explodierenden Harpunen gejagt, wobei ein häufiger Kritikpunkt ist, dass diese Methoden nicht verlässlich den sofortigen Tod herbeiführen und die Wale daher einem langen Todeskampf ausgesetzt sind.

Mancherorts werden Touristen häufig auf Walfleisch stossen und vielleicht nicht die Tragweite des Konsums erkennen. Mitunter werden Speisen mit Walfleisch auch nicht klar gekennzeichnet, sondern nur als ‚traditionelles Gericht’ bezeichnet oder nur in der Landessprache beschrieben, sodass es zu unbeabsichtigtem Konsum kommen kann.

Auch die gesundheitlichen Aspekte von Walfleischkonsum sind zu wenig bekannt. Aufgrund ihrer Stellung an der Spitze des Nahrungsnetzes reichern Wale im Laufe ihres langen Lebens grosse Mengen an Giftstoffen in ihren Körpern an, die für menschliche Konsumenten zahlreiche Gesundheitsrisiken bergen.

Darüber hinaus schadet die Waljagd der Walbeobachtungsbranche: Tiere, die für Betreiber von Walbeobachtungsfahrten wertvoll sind, können der Jagd zum Opfer fallen oder mit Angst vor Schiffen erfüllt werden. Verantwortungsvoll durchgeführte Walbeobachtung ist aber für die lokale Wirtschaft weit einträglicher als Walfang.

Fabienne McLellan, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit bei OceanCare: „Die traditionelle Bedeutung von Walen lässt sich nicht am Teller erfahren. Alle diese Länder können ihren Besuchern Erfahrungen anbieten, die viel besser, sicherer und humaner sind als Walfleisch. Touristen sollten Restaurants meiden, die Walfleisch anbieten, und stattdessen eine verantwortungsvoll geführte Walbeobachtungstour buchen, um diese wundervollen Tiere lebend und in Freiheit zu erleben.“

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