In einem Statement an die Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) reagieren 41 Staaten und die Europäische Union auf Japans Ablehnung gegenüber eines Gremiums, das die IWC über die Prüfung der wissenschaftlichen Walfangprogramme beraten soll.

Im Rahmen der 66. Jahrestagung im Oktober 2016 hatte die IWC beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die die Ergebnisse des Wissenschaftsausschusses und weitere vorliegende Informationen über nationale Anträge zur Genehmigung des Walfangs für wissenschaftliche Zwecke prüfen und die IWC beraten soll. Das Prüfgremium wird unabhängig agieren – der Antragsteller darf nur als Beobachter teilnehmen und muss umfassenden Zugang zu den Forschungsdaten gewährleisten.

In einem Schreiben an die Mitgliedsstaaten der Walfangkommission im Januar 2017 erklärte Japan den Beschuss der IWC zur Einsetzung des Prüfgremiums nicht zu akzeptieren und dass der gefasste Beschluss nicht in Kraft treten soll. Nun reagierten 41 Staaten und die Europäische Union auf Japans Positionierung und stellen klar, dass der Beschluss der IWC zu achten und das Prüfverfahren beginnen muss.

Im Vorfeld hatte bereits der Internationale Gerichtshof festgehalten, dass das damals laufende Walfangprogramm Japans in der Antarktis wegen fehlender Wissenschaftlichkeit einzustellen ist. Japans Regierung wollte sich dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs aber nicht beugen und beschloss ein neues Programm für die Jagd in der Antarktis („NEWREP-A“). Und zwei Wochen nach Ende der IWC-Tagung im Oktober 2016 informierte Japan über ein neues und ausgeweitetes Walfangprogramm im Nordpazifik („NEWREP-NP“). Die Walfangflotte ist Anfang April bereits ausgelaufen, ohne den Bericht eines Expertenkommittees der IWC zu berücksichtigen. Die Experten kamen zum Schluss, dass NEWREP-NP die Notwendigkeit zur Tötung der Wale nicht rechtfertigt. Der Bericht wird dem IWC-Wissenschaftsausschuss im Mai zur weiteren Prüfung vorgelegt. Die japanische Regierung wartet also erneut nicht auf die Ergebnisse der Prüfung durch den Wissenschaftsausschuss und ignoriert somit weiterhin jegliche Anforderungen an eine transparente Prüfung des Programms.

„Ein Beschluss eines internationalen Gremiums ist zu achten, zu respektieren und umzusetzen“ stellt Fabienne McLellan, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit bei OceanCare, die Sachlage klar und fügt hinzu: „Wir begrüßen die klare Reaktion der Staatengemeinschaft und hoffen, dass Japans Regierung Einsicht zeigt, in Zukunft internationale Beschlüsse, sowie Urteile des Internationalen Gerichtshofes auch zu akzeptieren“.

Informationen zu den beiden laufenden Walfangprogrammen

Am 31. März kamen die japanischen Walfänger unter dem Walfangprogramm NEWREP-A mit 333 toten Walen aus der Antarktis zurück. Am 2. April haben die Walfangschiffe den Hafen mit Kurs auf den Nordpazifik verlassen, um unter dem neuen Walfangprogramm NEWREP-NP pro Jahr 140 Sei- und 174 Zwergwale zu töten.

Hier geht es zur Stellungnahme Japans: https://archive.iwc.int/pages/view.php?ref=6395&k=

Hier geht es zum Bericht des Expertenkomitees: https://archive.iwc.int/pages/view.php?ref=6419&k=

Hier geht es zur Stellungnahme von 41 Staaten und der EU:https://archive.iwc.int/pages/view.php?ref=6421&k=