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wafo16Eine Plastiktüte. Sie schien unverbraucht. Die endliche Ressource Rohöl steckt darin. Plastik baut sich nicht ab – ein Produkt, gemacht für die Ewigkeit. Weil es leichter ist als Wasser, schwimmt es oben auf. Täuschend echt halten es die Meerestiere für Nahrung und fressen es. Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Plastiktüten beträgt gerade mal 25 Minuten. Jede dritte Tüte landet im Meer. Hunderttausende Tiere sterben mit dem Magen voller Plastik den qualvollen Hungertod. Chantal klärt uns im Theorieteil darüber auf. Ich bekomme eine Gänsehaut und nehme mir vor, meinen Plastikkonsum drastisch einzuschränken. Früchte will ich fortan unverpackt kaufen, anstelle der Plastiktüten verwende ich meine waschbare Stofftasche oder einen 3Bbag. Besonders erschreckend: 80 Prozent des schwimmenden Mülls kommt aus dem Inland – auch aus der Schweiz oder Deutschland. Wir sind also alle an Bord mitverantwortlich. Bernd stellt sich als wahrer Plastikexperte heraus und es ist besonders spannend, mit ihm über Alternativen und die Zukunft des Plastiks zu philosophieren. Dann schwimmt ein rundliches Tier an uns vorbei, so etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen, es winkt uns sogar zu! Ein Mondfisch!

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Ich muss kurz in die Koje, denn mein Magen hat sich spontan umgedreht. Wie ich wieder an Deck zurückkehre, stelle ich fest, dass noch kein weiteres Tier gesichtet worden ist. X Mal habe ich Genua, Winsch oder Grossschot gehört und verstehe nur Bahnhof. Doch der ist weit weg an Land. Seglersprache will gelernt sein. Dafür bin ich aber nicht hier, denn da, schaut mal, es nähert sich in atemberaubender Geschwindigkeit, bewegt sich direkt auf uns zu, um wie ein Pfeil an uns vorbei zu schiessen. Wir glauben schon es zu verlieren, da kehrt es um, dreht zurück und wir trauen unseren Augen nicht, wie es beginnt uns zu umkreisen, immer näher kommend, immer dichter, mir wird bang, es ist bestimmt viele Tonnen schwer…

Fortsetzung folgt