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Vor wenigen Tagen, am 13. März 2017, begann unter dem Namen „Dynamic Manta“ südlich von Sizilien ein gross angelegtes Manöver der NATO. Das mehrtägige und noch andauernde Manöver, an dem Schiffe von 10 NATO Staaten teilnehmen, dient unter anderem dem Aufspüren und der Abwehr von U-Booten. Am gleichen Tag meldeten marokkanische Umweltschützer die Strandung eines fünf Meter langen Cuvier-Schnabelwals.

Offizielle Stellungnahmen für die Strandungsursache liegen noch keine vor. Die Meeresschutzorganisation OceanCare verweist jedoch auf die Tatsache, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Strandungen insbesondere dieser Schnabelwalart zeitgleich zu militärischen Manövern kam, bei denen aktive Sonar-Systeme zum Aufspüren von U-Booten eingesetzt wurden. Solche Sonar-Systeme nutzen extrem intensive nieder- oder mittelfrequente Schallwellen, die eine enorme Reichweite und Wirkung haben. “Es würde niemanden verwundern, wenn auch diesmal die Walstrandung durch den Einsatz solcher Systeme verursacht wurde” sagt OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber und verweist auf mehr als ein Dutzend atypischer Strandungen in den letzten Jahrzehnten, die durch militärische Aktivitäten verursacht wurden.

Die Erwartungen einer lückenlosen Aufklärung sind jedoch nicht allzu gross, wenngleich eine solche zwingend notwendig wäre. “Militärische Aktivitäten finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und sind von Bestimmungen der Umweltschutzgesetzgebung meist ausgenommen” kritisiert Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC. Er fügt hinzu: “Hier ist Reformbedarf gegeben. Wir müssen sicherstellen, dass menschliche Aktivitäten gefährdete Arten und sensible Ökosysteme nicht bedrohen”.