Wal- und Delphintourismus

Whale Watching

Tipps für das Beobachten frei lebender Wale und Delphine

Tauchen Wale oder Delphine aus den Tiefen des Ozeans auf, prägt sich der Augenblick ins Gedächtnis ein. Begegnungen zwischen Menschen und Meeressäugern in freier Wildbahn sind auch für die Tiere chancenreich. Whale Watching ist eine Alternative zum Delphinarienbesuch und in Walfangländern ein ökonomisch starkes Argument gegen das Töten der Tiere.

Achtlosigkeit wird aber auch hier zur Gefahr. Immer wieder werden Wale und Delphine durch Schiffe gestört oder verletzt. Wir zeigen, welche Verhaltensregeln für eine respektvolle Begegnung wichtig sind. Unsere Bitte: Halten Sie die Regeln ein, wenn Sie selber mit einem Schiff unterwegs sind. Wenn sie mit einem Whale Watching-Anbieter mitfahren, beobachten Sie dessen Verhalten den Tieren gegenüber und melden Sie uns Verstösse gegen untenstehende Regeln. Ein entsprechendes Formular steht zum Download bereit. OceanCare nimmt mit dem Anbieter Kontakt auf und weist auf das Verbesserungspotenzial hin.

Verhaltensregeln gegenüber Walen und Delphinen

Wal- und Delphinbeobachtungen erfordern Geduld, wachsame Augen und ein diskretes Auftreten. Nehmen Sie sich Zeit und geniessen Sie die Momente des Wartens. Mit oder ohne Sichtung ist bereits der Aufenthalt im Lebensraum der Meeressäuger beeindruckend. Haben Sie Glück und die Tiere tauchen in der Nähe auf, berücksichtigen Sie nebst örtlich geltenden Richtlinien folgende Regeln:

  • Überlassen Sie es den Tieren, wie die Begegnung abläuft. Provozieren Sie keine Reaktionen.
  • Nähern Sie sich Walen und Delphinen nur seitlich von hinten an, damit Sie in deren Blickfeld sind. Vermeiden Sie eine Annäherung von vorne oder direkt von hinten. Passen Sie Ihre Geschwindigkeit dem langsamsten Tier an.
  • Halten Sie eine Distanz von mindestens 100 Metern zu den Tieren ein. In 100 bis 300 Metern Entfernung zu diesen soll sich jeweils nur ein Schiff aufhalten, das die Zone nach maximal 15 Minuten verlassen muss.
  • Erhöhen Sie den Abstand wenn Jungtiere da sind, oder wenn die Tiere unruhig werden.
  • Nähern sich Wale oder Delphine dem Schiff auf weniger als 100 Meter an, kuppeln Sie den Motor aus. Versichern Sie sich vor dem erneuten Einkuppeln, dass alle Tiere mindestens 100 Meter vom Schiff entfernt sind und fahren Sie langsam weiter.
  • Halten Sie die Fortbewegungsrichtung der Wale und Delphine frei und kreuzen Sie deren Weg nicht. Unter keinen Umständen sollen die Tiere verfolgt oder umkreist werden. Schon gar nicht darf in Gruppen hineingefahren werden.
  • Vermeiden Sie brüske Kurs- oder Geschwindigkeitsänderungen, wenn Meeressäuger in der Nähe sind. Eine konstante Fortbewegung ist besonders wichtig, wenn Delphine in der Bugwelle schwimmen.
  • Füttern Sie Wale und Delphine nicht.
Melden Sie uns Ihre Beobachtungen auf See!
Wichtige Daten über die Verbreitung von Walen und Delphinen und anderen Meerestieren werden durch Forschungsprojekte erhoben. Doch auch die Beobachtungen von Freizeitseglern können mithelfen, die Kenntnisse über das Vorkommen und auch das Verhalten dieser Tiere zu erweitern. Melden Sie uns deshalb Ihre Beobachtungen mittels dem dafür vorgesehenen Protokoll und – falls möglich – entsprechenden Fotos. Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Mit Delphinen schwimmen?

Viele Menschen suchen hautnahen Kontakt vor allem zu Delphinen. Zahlreiche Anbieter machen solche Erlebnisse möglich. Doch das Schwimmen mit wilden Delphinen ist problematisch, weil die Tiere meist in Gebieten aufgesucht werden, in denen sie sich ausruhen, Nahrung suchen, sich paaren oder ihre Jungen aufziehen. Hier stören Badegäste. So wurde das Schwimmen mit wilden Delphinen vielerorts bereits stark eingeschränkt oder verboten. Auch das Schwimmen mit gefangenen Delphinen ist nicht angezeigt. Die Tiere in Delphinarien stammen meist aus brutalen Wildfängen, welche das Überleben ganzer Delphinpopulationen gefährden.

Sensibilisierung von Touristikfachleuten und Walfängern

Seit 2004 informiert OceanCare an der Internationalen Schule für Touristik (IST) in Zürich und Lausanne über Hintergründe zum Wal- und Delphintourismus. Der Workshop ist Bestandteil der Ausbildung für angehende Touristikfachleute. In Ländern wie Island, Norwegen oder Mauritius, wo Whale Watching im grossen Stil angeboten wird, nimmt OceanCare im Auftrag der Reisebranche an Touren teil, beurteilt deren Qualität und weist die Anbieter bei Bedarf auf Verbesserungspotenzial hin.

Auf St. Vincent und den Grenadinen unterstützte OceanCare 2014 und 2015 Workshops zum Thema Whale Watching. Der lokalen Bevölkerung wurde aufgezeigt, dass Walbeobachtung eine lukrative Alternative zum mancherorts noch immer betriebenen Walfang sein kann und dass damit auch ein attraktiver Ökotourismus einhergeht. Betreiber von Whale Watching-Schiffen wurden hinsichtlich der Verhaltensregeln gegenüber den Tieren geschult und informiert, wie sie den Bildungswert für die Teilnehmenden erhöhen und Daten zu Walbeobachtungen wissenschaftlich nutzbar machen können.

Auf Basis der „Learning From Whales“ Filmaufnahmen sind die Whale Watching Guidelines für Norwegen entstanden.