Schadstoffbelastetes Walfleisch

Walfleisch

Toxisches Menü auf dem Teller

Volksgruppen, die Wal- und Delphinfleisch essen, leiden häufiger an Gedächtnisstörungen, Parkinson-Erkrankungen und Immunschwäche. Dies zeigt der Bericht ‚Toxic Menu‘, den OceanCare und Pro Wildlife 2009 der Internationalen Walfangkommission (IWC) unterbereitet hatten und der bis heute nicht an Aktualität verloren hat. Walfang ist nicht nur aus Tier- und Artenschutzgründen abzulehnen, sondern auch aus Gründen der Nahrungssicherheit nicht länger tolerierbar.

In Walprodukten werden Grenzwerte für Quecksilber, PCB oder DDT bis zu 5‘000-fach überschritten. ‚Toxic Menu‘ gab erstmals einen Überblick über die Giftstoffkonzentrationen. Das Ergebnis: Von der Arktis bis zur Antarktis sind die Schadstoffmengen in Walen und Delphinen so hoch, dass deren Fleisch für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist – und das Töten der Tiere entsprechend unsinnig.

Delphine und einige Walarten stehen am Ende der Nahrungskette und reichern über ihr langes Leben hinweg hohe Giftstoffmengen an. Besonders gefährlich ist die methylierte Form von Quecksilber, die schwere Störungen von Gehirn und Nervensystem verursachen kann. Polychlorierte Biphenyle (PCBs) und DDT (Dichloro-Diphenyl-Trichlorethan-Verbindungen) schädigen Fruchtbarkeit und Immunabwehr und gelten als krebserregend.

Die Liste von Krankheiten, die mit belastetem Walfleisch in Zusammenhang gebracht werden, ist lang: Frühgeburten, verringertes Geburtsgewicht, neurologische Schäden und Atemwegerkrankungen bei Kindern, Immunschwäche, Nierenschäden, Parkinson, Arteriosklerose und Bluthochdruck im Erwachsenenalter. Inuit in Kanada, Alaska und Grönland sind davon besonders betroffen, aber auch die Bevölkerung von Industriestaaten wie Japan und den dänischen Färöer-Inseln.

Walfang wider besseres Wissen

Dass selbst indigene Völker nicht auf Walfleisch angewiesen sind, zeigt eine Studie des dänischen Umweltministeriums. Mit Karibus, Hasen und diversen Fischarten haben beispielsweise die Inuit in Grönland gesündere Ernährungsalternativen. Trotzdem verharmlost die semi-autonome Regierung Grönlands die Gesundheitsrisiken und empfiehlt den Verzehr von Walfleisch aus kulturellen Gründen. Ähnlich argumentieren die kanadischen Behörden, obwohl bekannt ist, dass Beluga und Narwale mit Giftstoffen hoch belastet sind.

Auf den Färöer-Inseln riet die Gesundheitsbehörde bereits 2008 vom Konsum von Grindwalfleisch ab. Dennoch werden Grindwale bis heute jedes Jahr zu Hunderten getötet. Die Warnungen sind verhallt.

In anderen Walfangnationen fehlen Gesundheitswarnungen ganz. So leugnet Japan – entgegen eigener wissenschaftlicher Ergebnisse – jegliche Belastung von Walfleisch. An den Tagungen der IWC stehen auch Norwegen und Island regelmässig in der Kritik, ihre Konsumenten nicht vor den erheblichen Gesundheitsrisiken zu warnen.

OceanCare besteht gegenüber der Walfangkommission (IWC), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Welternährungsorganisation (FAO) hartnäckig darauf, dass aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen abzuleiten sind. Die Walfangnationen müssen dazu verpflichtet werden, ihre Konsumenten über die Gesundheitsrisiken von Walprodukten zu informieren.

Online-Datenbank für die Öffentlichkeit

Weil Gremien und Regierungen noch immer zu wenig Verantwortung übernehmen, haben OceanCare und Pro Wildlife alle relevanten Studien und Artikel zur Schadstoffbelastung in Walfleisch öffentlich gemacht. Unter www.toxic-menu.org finden  Konsumenten, Politiker und Wissenschaftler alle aktuellen Informationen zu Untersuchungen von Walfleisch und zu Risiken des Konsums entsprechender Produkte.