Schutz der Westafrikanischen Manati

Manati

Zeugen uralter Zeit in die Zukunft retten

Seit 50 Millionen Jahren bevölkern Seekühe die Erde. Heute sind sie weltweit vom Aussterben bedroht. OceanCare unterstützt Schutzbestrebungen für den Westafrikanischen Manati und ruft die Vereinten Nationen zum Handeln auf.

Manati – die Gärtner der Meere – verbringen einen Grossteil des Tages unter Wasser mit Grasen und Schlafen. Sie sind träge Zeugen aus uralter Vergangenheit. Heute ist der Bestand des Westafrikanischen Manati mit weniger als 10’000 Tieren gefährdet.

Zwar sind Westafrikanische Manati durch die nationalen Gesetze aller Staaten im Verbreitungsgebiet und seit 2013 auch durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) geschützt, konkrete Massnahmen zugunsten der Tiere wurden bislang aber keine getroffen. Die Manati werden noch  immer bejagt und ihr Fleisch gegessen, sie verenden in Fischereistellnetzen und ihr Lebensraum wird zunehmend zerstört.

Pionierarbeit in Kooperation mit der Bevölkerung

Im Orango Nationalpark, einer Inselgruppe vor der Küste von Guinea-Bissau, erforscht CBD-Habitat unterstützt von OceanCare eine der letzten grossen Manati-Populationen. 2011 zeigte eine Umfrage bei Fischern und Bauern, dass 45 mehrheitlich um die Inseln Orango und Meneque gelegene Gebiete von den Seekühen frequentiert werden. Die Einheimischen berichteten von insgesamt 326 Sichtungen.

Entlang von vier Flussläufen startete CBD-Habitat eine systematische Beobachtungsarbeit. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse wird die Organisation für die lokalen Behörden einen Katalog von Massnahmen zum Schutz der Manati erarbeiten. Da sich viele Manati in Fischernetzen verfangen, werden Informationen hinsichtlich schonender Fischfangmethoden aufbereitet. Gefährlich dürften aber auch die Netze ausländischer Industriefischer sein, die illegal im Orango Nationalpark aktiv sind.

Bedenklich ist zudem die zunehmende Wasser- und Uferverschmutzung. OceanCare übersetzte die Infobroschüre zur Plastikverschmutzung der Ozeane ins Französische und Portugiesische und liess diese zur Verteilung an die Bevölkerung und an Touristen in Guinea Bissau drucken.
2012 stellte OceanCare am Weltnaturschutzkongress in Korea das Schutzprojekt in Guinea-Bissau vor und mahnte die Vereinten Nationen, die Bemühungen zur Erhaltung der Manati zu intensivieren.

Aquatic Bushmeat – ein wachsendes Problem, das angepackt werden muss

Über viele Generationen erfolgte die Nutzung von terrestrischem und aquatischem Bushmeat in einem nachhaltigen Mass, doch die modernen Belastungen und das Bevölkerungswachstum haben die Balance gekippt. Klimawandel, Mangel an anderen Fleischquellen sowie Vertreibung durch Minen, Abholzung, Palmölplantagen und industrielle Fischerei haben viele Gemeinschaften in periphere Gebiete verdrängt und ihre Abhängigkeit von Bushmeat erhöht.

Bis vor wenigen Jahrzehnten war die gezielte Jagd auf aquatische Säugetiere, Reptilien und Amphibien vergleichsweise gering. Regelmässige Bejagung für Aquatic Bushmeat ist für Seekühe, fünf Arten von Meeresschildkröten, sieben Delphinarten und eine Krokodilart dokumentiert. Vermutlich werden aber noch zahlreiche weitere Arten gejagt und konsumiert. Manche der Schlüsselarten (Seekühe und Meeresschildkröten) sind bedroht, und die häufigeren Arten sind lokaler Ausrottung aufgrund übermässiger Jagd ausgesetzt.

OceanCare arbeitet im Rahmen der Aquatic Mammal Working Group des Wissenschaftsrats der Bonner Konvention an einem Bericht über Aquatic Bushmeat.

In Westafrika arbeiten wir an bewusstseinsbildenden Kampagnen mit Postern auf Französisch und Englisch, um die lokalen Gemeinschaften zu informieren, dass Seekühe Schutz brauchen und ihre Bejagung illegal ist. Wir kooperieren auch mit Regierungsvertretern, um langfristige Lösungen zu entwickeln.

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