Pacific Horror

Delphine Peru

Weshalb ein Film?

Bislang weiss fast niemand, dass in Peru Jahr für Jahr bis zu 15‘000 Delphine einen qualvollen Tod sterben. Trotz eines Jagdverbots harpunieren lokale Fischer die Meeressäuger und verwenden deren Fleisch als Haiköder. Das Schlachten findet auf hoher See statt – verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit.

Kehrtwende durch Dokumentarfilm

Ende 2013 gelang es dem Deutschen Biologen Stefan Austermühle, Präsident von OceanCares Partnerorganisation Mundo Azul, erstmals unerkannt auf einem Fischerboot mitzufahren und das Geschehen während einem Monat, unter Einsatz seines Lebens, zu filmen. Was er dokumentierte, ist entsetzlich: Die Fischer jagen die Delphine mit Handharpunen, lassen sie im Wasser ausbluten, um Haie anzulocken, ziehen sie entkräftet an Bord und zerstückeln sie, um sie als Haiköder zu benützen. Auch die Haie erleiden einen grausamen Tod. Die Haibestände in Perus Küstenregion sind mittlerweile dramatisch überfischt.

Filmteam in Peru

Mit dem Filmmaterial von Stefan Austermühle entsteht ein Dokumentarfilm über die Delphinjagd in Peru. Diese Dokumentation soll die Menschen in Peru – wie auch die internationale Öffentlichkeit –  informieren und sensibilisieren und die peruanische Regierung zum Handeln bewegen.

Öffentlicher Druck wirkt: Sogar in Japan wurde unter anderem aufgrund eines solchen Dokumentarfilms („Die Bucht“) die Anzahl bei der Delphintreibjagd getöteter Delphine um mehr als 50% reduziert.

Beteiligte Organisationen

Stefan Austermühle

Der deutsche, in Peru lebende Biologe setzt sich seit 30 Jahren für den Delphin- und Artenschutz ein – seit 1999 als Präsident der Meeresschutzorganisation Mundo Azul.

Bereits 1995 hat er peruanische Umweltschützer bei der ersten Kampagne gegen das Töten von Delphinen für den menschlichen Verzehr von Deutschland aus unterstützt. 1997 war er massgeblich daran beteiligt, dass die Delphinjagd in Peru per Gesetz verboten wurde. Im Jahr 2000 deckte er zum ersten Mal das jetzt illegale Töten von Delphinen für den menschlichen Verzehr anhand von verdeckten Recherchen auf.
Mit Mundo Azul hat er sich in den darauffolgenden Jahren dafür eingesetzt, dass konsequentere polizeiliche Kontrollen durchgeführt werden.

2013 hat Stefan Austermühle unter Gefährdung seines Lebens als Erster gefilmt, wie brutal die Fischer bei der illegalen Delphinjagd für Haiköder vorgehen.

Mundo Azul

Mundo Azul wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, die marine Artenvielfalt und den marinen Lebensraum zu schützen und zu erhalten.

Mundo Azul ist weltweit gut vernetzt und hat sich zur wichtigsten Küsten- und Meeresschutzorganisation in Peru entwickelt. Die Organisation wurde mehrfach ausgezeichnet. 2003 erhielt Mundo Azul den „Cambie“ Award von der University of the South Pacific in Anerkennung der Leistung für den Schutz gefährdeter Delphine und 2004 den “Cambie” Award für die Arbeit zum Schutz des marinen Lebensraums. 2014 wurde Stefan Austermühle ausserdem von einer Koalition, bestehend aus 24 internationalen NGOs, mit dem „Dolphin Defender“ Award für seine heroischen Aktionen für den Delphinschutz ausgezeichnet.

OceanCare

OceanCare setzt sich seit 1989 weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein.

Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Kampagnen, Umweltbildung sowie dem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation weltweit konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Seit 2011 ist OceanCare UN-Sonderberaterin für Fragen im Meeresschutz.

Bluevoice

BlueVoice ist eine Meeresschutzorganisation, die im Jahr 2000 von Hardy Jones und Ted Danson gegründet wurde.

Die Organisation schützt Delphine, Wale und andere Meeressäuger und will eine breite Öffentlichkeit auf die Notlage der Ozeane aufmerksam machen. BlueVoice setzt sich unter anderem gegen die Delphin-Treibjagd in Taiji, Japan, ein.

One Voice

Seit zwei Jahrzehnten setzt sich One Voice dafür ein, dass Tiere geschützt und als fühlende Wesen respektiert werden.

Rund um die Welt deckt die Organisation Tierqualen auf, informiert die Öffentlichkeit, verlangt rechtlichen Schutz und arbeitet mit Behörden zusammen, um Tierleid zu stoppen. Eine Recherche von One Voice im Jahr 2004 in Taiji legte die Verbindungen zwischen der internationalen Vergnügungsparkindustrie und dem Töten von Delfinen in Japan offen. Die Mitarbeiter von One Voice dokumentierten den Lebendfang von mehr als 200 Grossen Tümmlern und enthüllten, dass ein Dutzend Delfintrainer angereist war, um sich die besten Delfine auszusuchen.