Delphintherapie

Heilung auf dem Buckel der Delphine? Eine schlechte Idee!

Dass die Zurschaustellung von Delphinen zum Vergnügen der Menschen fragwürdig ist, wissen auch die Delphinarien-Betreiber. Mit der Delphintherapie erfanden sie ein Angebot, das die desolate Tierhaltung in den Hintergrund rückt und die Kassen klingeln lässt. Berichte über Erfolge der Delphintherapie wecken bei Menschen, die sich psychisch oder physisch in einer Notlage befinden, verständlicherweise Hoffnung. Glaubt man den Anbietern der Delphintherapie, gibt es fast keine Krankheit, die Delphine nicht heilen können. Genannt werden Depression, Aufmerksamkeitsstörung, Down Syndrom, Autismus, chronischer Schmerz, Stress, Muskeldystrophie, Wirbelsäulenverletzungen, AIDS, Magersucht und vieles mehr.

Für dieses Geschäft mit der Hoffnung bezahlen betroffene Menschen einen hohen Preis. Die Kosten für eine Delphintherapie belaufen sich auf einige Hundert Franken pro halbe Stunde mit einem Delphin. Oft wird dabei nicht mehr als ein bisschen geplanscht.

Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Wissenschaftliche Nachweise für eine nachhaltige Wirkung der Delphintherapie gibt es nicht. Positiv wirkt sich aus, dass die Therapie an warmen Feriendestinationen angeboten wird. Im Wasser bewegen sich die Menschen zudem leichter und können Schmerzen einfacher loslassen, was sich auch die aquatische Körperarbeit zunutze macht. Wohltuend ist sicher auch die Präsenz der Tiere. Doch dazu müssen keine wilden Delphine gefangen werden. Auch domestizierte – d.h. an die Präsenz des Menschen gewöhnte – Tiere wie Hunde oder Pferde vermitteln ein Wohlgefühl.

Wenig bekannt ist, dass Delphine aufgrund dauernder Überreizung mitunter aggressiv reagieren und die Menschen im engen Becken angreifen können. Hoch ist zudem das Risiko von Krankheitsübertragungen im Wasser. Im Gegensatz zu Therapien mit domestizierten Tieren, bestehen bei der Delphintherapie weder Vorschriften hinsichtlich Hygiene, Gesundheit und Haltung der Tiere, noch bezüglich der Ausbildung der Therapeuten.

Gefangen und am Ende

Die Nachfrage nach Delphintherapien kurbelt die Delphinarienindustrie an. Viele gefangene Delphine, die uns Menschen heilen sollen, lebten einst frei im Meer. In brutalen Wildfängen, die das Überleben ganzer Delphinpopulationen gefährden können, sind sie ihren Familien entrissen worden. Als Folge der unnatürlichen Lebensbedingungen in engen, eintönigen Betonbecken oder abgeschlossenen Buchten, werden viele Delphine krank und sterben früh.

Es ist an der Zeit, den Spiess umzudrehen! Jedes Jahr gehen in den Ozeanen hunderttausende Delphine zugrunde und weltweit sind Delphinpopulationen vom Aussterben bedroht. Nicht wir brauchen die Delphine – die Delphine brauchen uns.

Zum Schutz von Mensch und Tier rät OceanCare dringend von Delphintherapien ab. Wirksame und sinnvolle Alternativen sind Therapien mit domestizierten Tieren wie Hunden oder Pferden.

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