Schutz von Delphinen und Meeresschildkröten um Malta

Grosse Tümmler

Grundlagenforschung zur Definition von Meeresschutzgebieten

Der Grosse Tümmler und die Unechte Karettschildkröte werden unter EU-Gesetzgebung sowie durch zahlreiche internationale Vereinbarungen geschützt. Damit die Gefahren für diese Arten aber auch effektiv eingedämmt werden können, braucht es vertieftes Wissen hinsichtlich der Populationsgrössen, der Verbreitung der Tiere, der Nutzung der Lebensräume sowie potentieller Bedrohungen. Auf der Grundlage dieser Daten können im Rahmen des Europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 Schlüsselgebiete für die Delphine und Meeresschildkröten geschützt werden.

Die Grundlagenforschung zum europäischen LIFE Migrate Project in den Gewässern um Malta im Rahmen von Natura 2000 führt die spanische Organisation KAI Marine Services durch. OceanCare hat das Forschungsprojekt 2013 und 2014 unterstützt und teilweise begleitet. Während rund 5‘330 Kilometern Forschungsfahrt wurden von Unechten Karettschildkröten 293 Sichtungen, von Grossen Tümmlern 19 Sichtungen, von Streifendelphinen 15 Sichtungen und von im Mittelmeer stark bedrohten Gewöhnlichen Delphinen 12 Sichtungen protokolliert. Auch eine Begegnung mit einem Pottwal wurde dokumentiert.

Deutlich zeigt sich die Relevanz der Gewässer um Malta für die Unechte Karettschildkröte, die sich hier vor allem im Jugendstadium aufhält. Da viele dieser bedrohten Meeresschildkröten als Beifang in Fischereinetzen und -leinen verenden, wurden die Fischer der Region über technische Massnahmen informiert, mit denen sie den Beifang reduzieren können.

Mögliche Massnahmen zum Schutz der lokalen Meeresfauna wurden im Jahr 2014 in Malta während verschiedenen Workshops mit Vertretern aus den Bereichen Fischerei, Schiffsverkehr, Tourismus, Sicherheit, Energie, Bildung und Naturschutz diskutiert. OceanCare unterstrich in einem Fachreferat die Gefahr der Meeresverschmutzung durch Plastik und zeigte Handlungsoptionen auf.

An zwei Wissenschaftskonferenzen wurden 2015 erste Forschungsresultate vorgestellt. Die Ausweisung von Natura-2000-Meeresschutzzonen und die Implementierung von Schutzmassnahmen werden durch die maltesischen Behörden unter Berücksichtigung der Forschungsdaten vorgenommen.