Delphinjagd Peru

Grösste illegale Delphinjagd der Welt

In den Gewässern vor Peru sterben jedes Jahr bis zu 15‘000 Delphine einen qualvollen Tod. Trotz eines Jagdverbots harpunieren lokale Fischer vor allem Schwarzdelphine und verwenden deren Fleisch als Haiköder. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Mundo Azul und weiteren Organisationen will OceanCare die brutale Jagd stoppen. 2017 wird dazu ein Dokumentarfilm veröffentlicht.

Auf Booten lauern die Jäger den Delphinen auf. Sie nutzen die Zutraulichkeit der Tiere, die sich neugierig nähern, und harpunieren sie aus nächster Nähe. Wird ein Delphin getroffen, lassen sie ihn an der Fangleine weiterschwimmen und langsam ausbluten. Danach werden die entkräfteten Delphine ins Boot gehievt, totgeschlagen und zerlegt. Die Fleischstücke dienen als Haiköder. Ein erheblicher Teil des Delphinfleisches landet in Peru aber auch auf dem illegalen Markt für den menschlichen Verzehr.

Brutal, gesetzeswidrig und unsinnig

In Peru ist die Jagd auf Delphine seit 1997 verboten. Unter lokalen Fischern ist es aber ein offenes Geheimnis, dass dieses Verbot nicht respektiert wird. Nirgendwo sonst werden weltweit so viele Delphine illegal getötet: Vorsichtig geschätzt geht Mundo Azul von rund 15‘000 Delphinen aus, die jedes Jahr durch Haijäger umgebracht werden. Gegen diesen Missstand kämpft der Biologe Stefan Austermühle von Mundo Azul gemeinsam mit OceanCare an. 2013 filmte er den brutalen Umgang mit den Delphinen und Haien. Was er auf dem Meer sah, übertraf seine schlimmsten Befürchtungen. Solange das illegale Töten der Delphine von der peruanischen Regierung nicht geahndet wird, werden die Fischer weiterhin auf die Meeressäuger als billige Köder setzen. Frischer Fisch – die Leibspeise der Haie – ist teurer.

Doppeltes ökologisches Verbrechen

In einem weiteren, unsinnigen Gemetzel werden jedes Jahr zehntausende Haie getötet. Es sind vorwiegend Mako- und Blauhaie, die einen grausamen Tod erleiden. Noch lebend wird ihnen teilweise das Gesicht abgeschnitten. Die Haibestände in Perus Küstenregion sind mittlerweile dramatisch überfischt. Rund 95% der gefangenen Tiere sind noch nicht in fortpflanzungsfähigem Alter. Neben dem enormen Tierleid generiert der Haifischfang auch ein massives Artenschutzproblem und ist damit in doppelter Hinsicht ein ökologisches Verbrechen.

Delphine und Haie müssen in Peru dringend geschützt werden

OceanCare und Mundo Azul setzen sich dafür ein, dass die Jagdgesetze in Peru verschärft und konsequent durchsetzt werden. Weiter verlangen die Organisationen, dass Gefängnisstrafen effektiv verhängt und verschärft werden und der Besitz von Harpunen verboten wird. Denn ohne Harpunen können die Delphine den Haifängern entkommen. OceanCare und 33 Partnerorganisationen haben sich 2013 mit diesen und weiteren Forderungen an Perus Präsidenten Ollanta Humala gewandt. Seit 2015 intensiviert OceanCare den öffentlichen Druck auf die peruanische Regierung und ruft dazu auf, mittels Protestkarten bei der peruanischen Botschaft in Bern zu intervenieren. Gemeinsam mit internationalen Tier- und Artenschutzorganisationen hat OceanCare zusätzlich einen Online-Protest an den Präsidenten von Peru lanciert.

Auch bei allen relevanten internationalen Foren interveniert OceanCare: 2015 haben wir uns bei peruanischen Amtsträgern weltweit sowie bei wichtigen Fischerei- und Artenschutzabkommen für die Durchsetzung des geltenden Jagdverbots sowie für die Einführung eines Harpunenverbots in Peru stark gemacht.

2016 erhob die peruanische Staatsanwaltschaft Anklage gegen die drei peruanischen Delphinjäger, die in den Filmaufnahmen von 2013 zu sehen sind. Sie mussten sich im August 2016 vor Gericht für ihre Taten verantworten. Es war das erste Mal, dass illegales Töten von Delphinen in Peru zur Anklage kam. Im Zeugenstand war unter anderen Stefan Austermühle. Das laufende Gerichtsverfahren setzt ein deutliches Zeichen, dass die Jagd auf Delphine für die Fischer drastische Konsequenzen haben kann.

Ende 2016 verbot die peruanische Regierung per Dekret auch die Harpunen, mit denen Delphine getötet werden. Drei Jahre hatten Mundo Azul, OceanCare und Blue Voice für ein solches Verbot gekämpft. Wichtig ist jetzt die gesetzliche Verankerung des Verbots, die Einführung von Kontrollen an den Häfen sowie die Festlegung des Strafmasses bei Verletzung des Harpunenverbots. Diese Forderungen sandte OceanCare zusammen mit Appellen zum Schutz der Haie an Perus Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski.

Auf See hat Mundo Azul das Verhalten der Fischer gegenüber den Delphinen und Haien dokumentiert. An Land hat die Organisation Verkäufer identifiziert, die illegal Fleisch von geschützten Delphinen für den menschlichen Konsum anpreisen und weiteres Beweismaterial zum Handel mit Haifischflossen gesammelt.

Kehrtwende durch Dokumentarfilm

Im Laufe der mutigen Undercover-Recherche von Stefan Austermühle von 2013 ist umfangreiches Film- und Bildmaterial entstanden. Aus diesen und weiteren Aufnahmen wird 2017 ein Dokumentarfilm entstehen, der die Menschen in Peru und die internationale Öffentlichkeit aufrütteln und die peruanische Regierung zum Handeln bewegen soll.
Ein friedlicher Umgang mit den Meeressäugern kann aber nicht nur mit Druck erreicht werden. OceanCare und Mundo Azul wollen die Fischer langfristig für den Delphinschutz und für eine nachhaltige Fischerei gewinnen. Kontinuierliche Sensibilisierung soll langfristig zum Umdenken bewegen. Ein Wandel kann nur stattfinden, wenn er von der betroffenen Bevölkerung mitgetragen wird.

Erheben Sie Ihre Stimme für die Delphine von Peru

Die Regierung von Peru ist in der Pflicht. Protestieren Sie gegenüber der peruanischen Botschaft in Bern. OceanCare bringt Protestkarten in der Schweiz in Umlauf, bis die Delphine vor den Jägern sicher sind.

Protestkarten jetzt bestellen unter: Tel. 044 780 66 88 oder info@oceancare.org