Unterwasserlärm: Ursachen

Woher kommt der Lärm im Meer?

Der von Menschen verursachte Unterwasserlärm hat sich in den vergangen 60 Jahren mancherorts in jedem Jahrzehnt verdoppelt. Zu den Lärmverursachern gehören primär das Militär, die Öl- und Gasindustrie und die Schifffahrt. Das ohrenbetäubende Getöse unter Wasser entsteht durch:

Druckluftkanonen

Seismische Druckluftkanonen werden zur Sondierung von Öl- und Gasvorkommen im Meeresgrund und für geophysikalische Untersuchungen gebraucht. Luft wird mit hohem Druck in Richtung Meeresboden geschickt. Die Schallwellen durchdringen Tausende von Metern Meereswasser, bevor sie bis zu hunderte Kilometer weit in den Boden eindringen. Bis zu 40 Kanonen werden gleichzeitig abgefeuert. Jede von ihnen generiert alle 10 bis 15 Sekunden eine Schallemission – und dies 24 Stunden am Tag, oft über Wochen hinweg im selben Gebiet. Mit Hydrophonen wird das Echo abgehört und ausgewertet. Da die einfach zugänglichen Ressourcen erschöpft sind, werden seismische Tests in immer sensibleren Meeresgebieten und in immer grösserer Tiefe durchgeführt.

Militärsonare

Das Militär setzt bei Übungen und Routineaktivitäten Sonar ein, um unter Wasser Objekte wie feindliche U-Boote zu erkennen. Diese Tief- und Mittelfrequenz-Sonarsysteme senden mit grösstmöglicher Energie in einem möglichst engen Bereich über Stunden 100 Sekunden lange Tonimpulse aus. Tieffrequenz-Sonar dient zur Überwachung weiter Gebiete und füllt tausende Kubikkilometer unter Wasser mit Schall. Mittelfrequenz-Sonar arbeitet mit Frequenzen zwischen 0.1 und 10 kHz und erreicht bis zu 230 Dezibel.

Schiffsverkehr

90% der Güter werden weltweit mit Schiffen transportiert, die unter Wasser einen zunehmenden, stets präsenten akustischen „Nebel“ generieren, der natürliche Geräusche und Laute maskiert. Schiffe produzieren Tieffrequenztöne von 10Hz bis 1 kHz, die über enorme Distanzen hörbar sind und den am weitesten verbreiteten Lärm im Meer darstellen..

Sprengstoff

Die Zündung von chemischen Sprengstoffen im Meer erfolgt durch das Militär, bei der Abwrackung von Infrastruktur sowie bei Materialtests, z.B. wenn Schiffe mit Sprengstoffen auf ihre Widerstandsfähigkeit geprüft werden. Die Explosionen erzeugen extrem starken Lärm in einem breiten Frequenzbereich und sind durch hohe Anstiegsgeschwindigkeiten charakterisiert.

Bautätigkeit

Starke Lärmemissionen werden auch beim Erstellen von Hafenbauten oder beim Rammen von Verankerungen für Offshore-Windparks und Ölförderplattformen im Meer generiert.