Silent Oceans: Notruf aus Ibiza

Ibiza Kugelfisch

Ölbohrungen um die Balearen auf Eis gelegt

Als im Juni 2014 bekannt wurde, dass der britische Ölkonzern Cairn Energy vor Ibiza mit Schallkanonen nach Erdöl suchen will, rief OceanCare zum Protest auf. Ein Video zur Kampagne verbreitete sich in Windeseile in den sozialen Medien. 210‘000 Personen unterzeichneten den von OceanCare, AVAAZ und lokalen Partnerorganisationen lancierten Aufruf. Sie solidarisierten sich mit der Bevölkerung der Balearen und forderten die spanische Regierung auf, der beliebten Feriendestination Sorge zu tragen und das Leben im Meer zu schützen. Spanische und europäische Medien berichteten ausführlich über die Aktion.

Am 4. August 2014 übergaben OceanCare und AVAAZ die Unterschriften in Madrid an hochrangige Vertreter des spanischen Umweltministeriums. Die Forderung nach einem sofortigen Stopp der Ölsuche in den Gewässern der Balearen zeigte Wirkung: Im Dezember erteilte das Umweltministerium Cairn Energy eine vorläufige Absage für die Ölsuche vor Ibiza. Der Konzern beugte sich dem öffentlichen Druck und zog im Juni 2015 seine Pläne zurück. Kurz darauf meldeten zwei weitere Ölkonzerne ihre Begehrlichkeiten bezüglich der Ressourcen vor Ibiza an. Die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Doch der Aufruf hat im spanischen Umweltministerium Spuren hinterlassen: Im Dezember 2015 gab es bekannt, dass entlang der spanischen Küste vom Alboran-Meer bis zum Golf von Lyon ein geschützter Migrationskorridor für Wale und Delphine eingerichtet werden soll. Es handelt sich dabei um eine von vier Kernzonen, die OceanCare in einem Bericht an das Abkommen der Mittelmeeranrainerstaaten zum Schutz der Wale und Delphine als besonders sensible marine Lebensräume ausgewiesen hat.