Unterwasserlärm: 10-Punkte-Plan

Zehn Forderungen für mehr Ruhe in den Ozeanen

Mit der Silent Oceans-Kampagne fordern OceanCare und ihre Partnerorganisationen von den verantwortlichen Politikern und Gremien einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Lebensraum Meer. Die bestehenden wissenschaftlichen Daten zum Einfluss von Lärm auf marine Lebewesen sowie die Notwendigkeit des Schutzes bedrohter Arten müssen dringend beachtet werden. Zu diesem Zweck wurde der 10-Punkte-Plan zur Eindämmung des weltweiten Unterwasserlärms entwickelt:

 

  1. Die Lärmverschmutzung im Meer muss von der UN Generalversammlung, von regionalen Abkommen, multilateralen Umweltabkommen und Organisationen sowie von nationalen Gesetzgebungen als ein ernst zu nehmendes Problem anerkannt und angegangen werden.
  1. Zur Reduktion und Regulierung von Unterwasserlärm muss eine verbindliche globale Strategie ausgearbeitet werden z.B. durch Anordnen von Umweltverträglichkeitsprüfungen vor lärmintensiven Aktivitäten, Anwenden des Vorsorgeprinzips, Entwickeln effektiver und verbindlicher Richtlinien zur Lärmreduktion sowie Etablieren von Biosphären-Reservaten, UNESCO Marine Welterbe Zonen und Schutzgebieten.
  1. Bislang sind erst knapp 2% der Meere als Schutzgebiete ausgezeichnet. Es müssen dringend weitere für Meeressäuger und die marine Artenvielfalt wichtige Gebiete unter Schutz gestellt werden.
  1. Für Unterwasserlärm in den Ozeanen muss international eine Obergrenze festgelegt werden. Der Lärmpegel soll beispielsweise durch ein Lärmregister überwacht sowie Auswirkungen des Lärms untersucht werden. Für besonders sensible regionale Zonen muss ein Lärmbudget erstellt und kontrolliert werden, dass die festgelegte Lärmobergrenze eingehalten wird.
  1. Seismische Tests zur Sondierung von Öl- und Gasvorkommen sowie die Förderung dieser Bodenschätze müssen in sensiblen Lebensräumen verboten werden. Tiefseebohrungen dürfen beispielsweise im Mittelmeer grundsätzlich nicht zugelassen werden.
  1. Militärmanöver sollen ausschliesslich in wissenschaftlich nachgewiesenen Meereswüsten durchgeführt werden, also fernab von Gebieten mit reicher mariner Artenvielfalt.
  1. Regierungen sollen nachhaltige Technologien zur Erforschung von Öl- und Gasvorkommen vorantreiben und bevorzugt anwenden. Auch Technologien zur Gewinnung erneuerbarer Energien aus dem Meer, die am Meeresgrund tausende Quadratkilometer bedecken können, müssen auf ihren Einflusses auf die Umwelt hin geprüft werden. Bei Unsicherheiten hinsichtlich der Konsequenzen für das marine Ökosystem ist das Vorsorgeprinzip anzuwenden, damit sichergestellt ist, dass der Lärmpegel das marine Leben nicht gefährdet.
  1. Die Schifffahrt wird zur Entwicklung leiser Motoren und zur Optimierung des Schiffsdesigns im Sinne der Lärmreduzierung angehalten. Die Lärmemissionen aller Schiffstypen müssen erfasst und auf ihren Einfluss auf die marine Umwelt hin untersucht werden.
  1. Verursacher müssen hinsichtlich der Umweltauswirkungen ihrer Lärmemissionen zur Verantwortung gezogen werden können.
  1. Die Nahrungssicherheit für Tier und Mensch muss bei der Lärmregulierung berücksichtigt werden.