Reduce: Reduktion des Plastikeintrags in die Ozeane

Reduktion des Plastikeintrags in die Ozeane

Bislang sind keine Massnahmen bekannt, mit denen Kunststoffe wieder aus dem Meer entfernt werden könnten, ohne dass dadurch neue Schäden an der Meereswelt riskiert werden. Die effektivste Lösung bleibt ein Umdenken im Umgang mit Plastik. Mit einer Aufklärungskampagne schärft OceanCare das Bewusstsein für die Relevanz des Handels eines jeden von uns und regt zum Verzicht auf Einwegplastik an. International machen wir uns für ein Verbot besonders schädlicher Kunststoffe und von Mikroplastik in Kosmetika stark.

Verbot von Mikroplastik

Hauptverursacherin des Eintrags von Mikroplastik ins Meer ist die Kosmetikindustrie. In internationalen Gremien will OceanCare ein weltweites Verbot von Mikroplastik erwirken. Im Dialog mit der Industrie plädiert OceanCare für ein freiwilliges Ausweichen auf umweltverträgliche Alternativen zu Mikroplastik. In der Schweiz arbeitet OceanCare analog kürzlich verabschiedeter Gesetzesvorlagen in Holland und im US-Staat New York auf ein nationales Handelsverbot von Kosmetika mit Mikroplastik hin.

Klassifizierung der Kunststoffe und sachgerechte Entsorgung

Dringend notwendig ist eine Klassifizierung von Kunststoffen nach ihrer Gefährlichkeit. Hersteller von Plastik sollen ihre Materialrezepturen offenlegen. Besonders giftige Materialien gehören international verboten. Weltweit muss zudem die Plastikmüll-Entsorgung reguliert werden. Diese Ziele verfolgt OceanCare in allen relevanten Gremien der Vereinten Nationen. Seit 2015 ist OceanCare auch Partnerorganisation des UN-Programms Global Partnership on Marine Litter (GPML).

Umweltbildung: Umdenken tut not

2015 produzierte OceanCare in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Illustrator ein Animationsvideo in Deutsch, Englisch und Spanisch über die Auswirkung von Plastikmüll im Meer, mit Tipps zum eigenen Konsumverhalten. Das Video ist online weit verbreitet und wird an Bord der Edelweiss Air gezeigt. Es wird zusätzlich in Italienisch, Französisch und Portugiesisch synchronisiert werden. Alle Sprachversionen werden über Social Media und via internationale Kooperationspartner breit gestreut.

OceanCare dokumentiert Medienvertreter im deutschsprachigen Raum mit Informationen und Grafiken zum Thema Plastikmüll. Erfolgreich läuft eine Kampagne mit Füllerinseraten. Drei Kampagnensujets, die zum Umdenken in Sachen Plastik anregen, werden von Verlagen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich regelmässig gratis abgedruckt. OceanCare bringt auch Postkarten mit den Kampagnensujets in Umlauf.

Anlässlich von Schulbesuchen und Vorträgen im In- und Ausland sensibilisiert OceanCare junge Menschen für die faszinierende Welt der Ozeane und mahnt zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der farbigen Welt der Kunststoffe. Informationsmaterialien wie Flyer, Factsheets und Infografiken sollen den Lehrern helfen, das Thema Plastik in den Unterricht einzubinden.

OceanCare unterstützt im Bereich der Kommunikation sinnvolle Alternativen zu Plastik. Erfolgreich läuft eine Kooperation mit einem jungen Schweizer Unternehmen, das Früchte- und Gemüsebeutel als Ersatz für die gängigen Plastiktüten auf den Markt gebracht hat. Ein sogenannter veggiebag hält selbst bei regelmässigem Gebrauch rund zehn Jahre und spart mindestens 1‘000 Einweg-Plastiktüten ein. Auch mit reCIRCLE spannt OceanCare zusammen, das in der Schweiz Take-aways mit Mehrweg-Geschirr ausrüstet.

Mit 1.1.2017 startet OceanCare eine Kooperation mit dem Gross- und Einzelhandelsunternehmen Gebr. Heinemann, das die Duty Free Shops an 78 Flughäfen in 28 Ländern betreibt. Ziel ist es, die Anzahl der Plastiktüten zu reduzieren, den bewussten Umgang damit zu fördern und Mehrwegtaschen einzuführen. Auf Plastiktüten wird in den 14 deutschen und österreichischen Shops eine Gebühr von 30 Cent eingeführt, womit eine messbare Reduktion Hunderttausender Plastiktüten pro Jahr angestrebt wird.
Unabhängig von der Anzahl der verkauften Einwegtüten unterstützt das Unternehmen Gebr. Heinemann unsere Projekte zur Minderung des Plastikeintrags in den Ozeanen, der Beseitigung von Plastikmüll sowie Tierrettungen.