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Meeresschildkröte
Meeresschildkröte

Klimawandel

Die Meere spielen bei der Regulierung des Klimas eine wichtige Rolle. Sie sind Lebensraum von über 250’000 Arten, speichern Kohlenstoff, absorbieren einen Grossteil der steigenden Wärme auf unserem Planeten und produzieren mehr als die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen. Sie sind die blaue Lunge unseres Planeten.

Die globale Erwärmung wird hauptsächlich durch das Kohlendioxid (CO2) verursacht, das unter anderem durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Erdgas, Erdöl und Kohle entsteht. Seit Beginn der Industrialisierung im frühen 19. Jahrhundert ist der CO2-Gehalt in der Atmosphäre um 40 Prozent gestiegen.

 

Steigende Temperaturen und schmelzende Gletscher

Gemäss Sonderbericht des Weltklimarates IPCC (2019) nehmen die Ozeane 90 Prozent der überschüssigen Wärme aus der Atmosphäre auf. Das Eis der Arktis und Antarktis wirkt wie ein Schutzschild und reflektiert einen grossen Teil der Sonneneinstrahlung. Schmilzt es, wird durch das dunklere Wasser mehr Sonnenlicht absorbiert, was den Anstieg der Temperatur zusätzlich beschleunigt: Die Erde erwärmt sich immer stärker, Gletscher und Polkappen schmelzen immer schneller und der Meeresspiegel steigt weiter an.

 

Zunehmende Versauerung

Ein Drittel des Treibhausgases CO2, das sich in der Atmosphäre befindet, wird durch die Meere absorbiert. Ursache dafür ist ein Konzentrationsgefälle zwischen Luft und Meer: Steigt der Kohlendioxidgehalt in der Luft, nehmen die Ozeane ebenfalls grössere Mengen des Gases auf, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Das Gas löst sich im Wasser, wodurch Kohlensäure entsteht und der pH-Wert des Wassers sinkt. Das Wasser wird saurer – ein Problem für kalkhaltige Lebewesen, wie Korallen, Kalkalgen und Schalentiere.

 

Das GIF zeigt, wie sich die kalkhaltige Muschel durch Säure im Meer auflöst (© opsociety.org/giphy.com).

Korallen reagieren besonders empfindlich auf die Versauerung und Erwärmung der Meere. Viele Korallenriffe sind bereits von Korallenbleiche betroffen.

Wale – grosse Klimaschützer

Durch ihre Ernährungs- und Lebensweise fördern Wale das Wachstum von Phytoplankton: Diese mikroskopisch kleinen Meeresorganismen nehmen CO2 auf und wandeln es durch den Prozess der Photosynthese in Sauerstoff um. Phytoplankton produziert rund 50 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen. Die Ausscheidung von Walen enthält unter anderem die Nährstoffe Eisen und Stickstoff, die das Wachstum von Phytoplankton begünstigen. Auf der Suche nach Nahrung tauchen Wale bis zu 3000 Meter tief. Mit ihren massigen Körpern durchmischen sie die Wasserschichten und verteilen so wichtige Nährstoffe.

Während ihrer Lebenszeit binden Wale bis zu 33 Tonnen Kohlenstoff. Sterben die Tiere, sinken ihre Körper auf den Meeresboden ab und halten den Kohlenstoff dort fest (vgl. Bericht des IWF, 2019).

 

Walschutz: “Die grössten Klimaschützer der Welt”-Fokus Spezial Juni 2020

 

Was macht OceanCare?

An der Pariser Klimaschutz-Konferenz (COP21) im Dezember 2015 haben sich 195 Länder erstmals auf ein weltweites, rechtsverbindliches Klimaschutz-Übereinkommen geeinigt. Paradoxerweise wird trotz Übereinkommen von Paris weiterhin nach fossilen Brennstoffen gesucht. Auch die Plastikindustrie wächst weiter und kurbelt die Suche nach Erdöl und Erdgas zusätzlich an. Der Unterwasserlärm, der dabei entsteht, ist für das Leben unter Wasser verheerend. Damit die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens erreicht werden können, sind Massnahmen notwendig:

  • OceanCare fordert, die Suche nach neuen Ölvorkommen zu verbieten und die Ölförderung im Meer schrittweise komplett einzustellen.
  • OceanCare fordert eine Tempo-Reduktion in der Transportschifffahrt von mindestens 10 Prozent: Dadurch reduziert sich der CO2-Ausstoss der Schiffe um 14 Prozent und der Unterwasserlärm sogar um 40 Prozent.
  • OceanCare engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz der Wale, die einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten dies u.a. innerhalb der International Whaling Commission (IWC).

Mangroven sind echte Klima- und Küstenschützer. Sie speichern nicht nur grosse Mengen an Kohlenstoff, sie bremsen auch Wellen und mindern dadurch die negativen Auswirkungen von Fluten. Mit dem Shark Research Center (CIT) setzen wir uns für die Aufforstung der Mangroven in Venezuela ein.

Shark Research Center (CIT)

 

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