CMS – Bonner Konvention

Die Bonner Konvention CMS (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals) ist ein internationales Umweltabkommen, das den Schutz wandernder Tiere und ihrer Lebensräume koordiniert. CMS vereint die Staaten entlang von Migrationsrouten und definiert die gesetzliche Basis für international abgestimmte Erhaltungsmassnahmen im gesamten Wandergebiet einer Tierart.

Wandernde Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, werden in Anhang I der Konvention gelistet. Die CMS-Vertragsstaaten sind angehalten, diese Tiere zu schützen, indem sie Lebensräume bewahren oder wiederherstellen, Migrationshemmnisse beseitigen und potentiellen Bedrohungsfaktoren entgegenwirken. Die Konvention definiert die Pflichten der einzelnen Vertragsstaaten und konzertiert deren gemeinsames Vorgehen.

Wandernde Tierarten, die stark von einer internationalen Zusammenarbeit profitieren können, sind in Anhang II der Konvention gelistet. Hier sind die Vertragsstaaten dazu angehalten, weltweite oder regionale Übereinkommen für bedrohte Arten oder Artengruppen zu vereinbaren.

Die Entwicklung massgeschneiderter Modelle für den Schutz länderübergreifender Migrationsrouten ist eine Besonderheit der Bonner Konvention. Sie fungiert dabei als Rahmenrichtlinie. Regionale Unterabkommen können den Charakter verbindlicher Verträge (Agreements) oder weniger formeller Vereinbarungen (Memoranda of Understanding) haben und sind die Gegebenheiten vor Ort angepasst.

OceanCare kooperiert intensiv mit ACCOBAMS, dem CMS-Regionalabkommen für das Mittelmeer, Schwarze Meer und das angrenzende Atlantikgebiet, und mit ASCOBANS, dem CMS-Regionalabkommen für die Nord- und Ostsee, den Nordostatlantik und die Irische See.

Interventionen von OceanCare gegenüber CMS trugen bisher zur Reduzierung von Unterwasserlärm, zur Aufnahme des Cuvier-Schnabelwals in Anhang I und zur Aufnahme des Eisbären in Anhang II bei. OceanCare war auch massgeblich an der Entwicklung von Resolution 11.11 beteiligt, die die Verbindungen zwischen der Zivilgesellschaft und der Bonner Konvention mit ihren Teilabkommen stärken soll.

Seit November 2016 ist OceanCare offizielle Partnerorganisation der CMS, um sich innerhalb dieser Konvention unter anderem noch stärker gegen die negativen Auswirkungen des Unterwasserlärms, die Plastikverschmutzung der Meere und die Bejagung von Meeressäugern einzusetzen.