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CMS – Bonner Konvention

Die Bonner Konvention CMS (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals) ist ein internationales Umweltabkommen, das den Schutz wandernder Tiere und ihrer Lebensräume koordiniert. Das Ziel der Konvention ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten zu fördern, die sich den Lebensraum von Tierarten teilen, welche regelmässig die Grenzen überqueren oder grenzübergreifend vorkommen. Dazu gehören Vögel, Landtiere und Wassertiere auf der ganzen Welt. Derzeit sind ca. 130 Staaten Mitglieder der Bonner Konvention.

Gefährdete Tierarten werden in Anhang I der Konvention gelistet. Das bedeutet, dass sie nicht der freien Wildbahn entnommen werden dürfen. Ausserdem sind die CMS-Vertragsstaaten angehalten, diese Tiere zu schützen, indem sie ihre Lebensräume bewahren oder wiederherstellen, Migrationshemmnisse beseitigen und potentiellen Bedrohungsfaktoren entgegenwirken. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Verpflichtung der Vertragsstaaten, Schutzmassnahmen gemeinsam zu treffen („concerted action“).

Weitere wandernde Tierarten, die internationaler Zusammenarbeit bedürfen oder von dieser stark profitieren würden, sind in Anhang II der Konvention gelistet. Hier sind die Vertragsstaaten dazu angehalten, weltweite oder regionale Übereinkommen für bedrohte Arten oder Artengruppen zu vereinbaren.

Die Entwicklung massgeschneiderter Modelle für den länderübergreifenden Schutz ist eine Besonderheit der Bonner Konvention. Sie fungiert dabei als Rahmenrichtlinie. Regionale Unterabkommen können den Charakter verbindlicher Verträge (Agreements) oder weniger formeller Vereinbarungen (z.B. Memoranda of Understanding) haben und sind an die Gegebenheiten vor Ort angepasst.

Zwei wichtige Regionalabkommen, in die sich OceanCare intensiv einbringt, sind ACCOBAMS, das Regionalabkommen für den Schutz von Walen und Delphinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer und ASCOBANS, das Regionalabkommen für den Schutz von Kleinwalen in der Nord- und Ostsee, im Nordostatlantik und in der Irischen See. Aber es gibt noch viele weitere Abkommen.

OceanCare ist seit 2004 im Rahmen des Abkommens aktiv. Im Jahr 2016 wurden wir offizielle Partnerorganisation der CMS. Diese Partnerschaft eröffnet die Möglichkeit, an Themen wie Unterwasserlärm, Plastikverschmutzung und Aquatic Wildmeat mit vereinten Kräften zu arbeiten, um die aquatischen wandernden Tierarten besser zu schützen.

Zu den wichtigsten Erfolgen und Arbeitsfeldern der vergangenen Jahre zählen der Einsatz für eine Reihe von Schutzbeschlüssen, technische Grundlagen bei den Themen Unterwasserlärm und Plastikverschmutzung, sowie die Bemühungen um eine bessere Einbindung zivilgesellschaftlicher Organisationen in die Abläufe der Konvention. Außerdem haben wir signifikant dazu beigetragen, dass bedrohte Arten in die CMS-Anhänge aufgenommen wurden, wie z.B. der Eisbär in Anhang 2 oder die Mittelmeerpopulationen des Cuvier-Schnabelwals und des Gewöhnlichen Delphins in Anhang 1, um nur ein paar wenige zu nennen.

CMS COP13 Konferenz im Februar 2020: Unser Massnahmenplan