Vorstand

Sigrid Lüber

Präsidentin

Eine bewegende Begegnung mit einer Delphinschule bei einem Tauchgang im Indischen Ozean zeichnete den Lebensweg von Sigrid Lüber in wenigen Minuten neu: Mit einer Handvoll Verbündeter gründete sie noch im selben Jahr, 1989, den Verein OceanCare, dem sie seit 1993 als Präsidentin vorsteht. Als ausgebildete Maschinenzeichnerin und mit langjähriger kaufmännischer Erfahrung in internationalen Konzernen engagierte sich Sigrid Lüber von 1989 bis 2003 intensiv ehrenamtlich für OceanCare. Seit 2003 widmet sie sich hauptberuflich dem Schutz der Meerestiere und Ozeane.

Sigrid Lüber war es von Beginn weg wichtig, die Voraussetzungen für das Leben im Meer zu verbessern. Basis dafür ist die Arbeit in internationalen Gremien – ein Arbeitsbereich, den sie bei OceanCare leitet. Seit 1992 nimmt Sigrid Lüber an den Konferenzen der Internationalen Walfangkommission (IWC) teil. 2004 begann sie in allen für das Seerecht relevanten UNO-Gremien aktiv zu werden. Sie pflegt ausgezeichnete Kontakte zu Entscheidungsträgern im In- und Ausland. Ihrem Engagement an der UNO ist es zu verdanken, dass OceanCare 2011 vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen den Sonderberaterstatus für Fragen im Meeresschutz erhielt. 2015 wurde Sigrid Lüber von dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP eingeladen, OceanCare von UNEA, dem obersten Entscheidungsgremium für internationale Umweltfragen, akkreditieren zu lassen.

Ihr umfassendes Wissen um die Meere und die juristischen Grundlagen des internationalen Meeresschutzes hat sich Sigrid Lüber autodidaktisch angeeignet. Mit einem Sinn für zukunftsträchtige Themen und Problematiken, einer gesunden Kombination aus Pragmatismus, Wissen, Herzblut, Mut und Beharrlichkeit hat sie massgeblich dazu beigetragen, OceanCare zu einer in internationalen Gremien und Wissenschaft weltweit anerkannten Instanz zu machen. Mensch, Natur und Tier liegen ihr seit jeher am Herzen. Unter den Meeresbewohnern hat es ihr der Grindwal mit seiner selbst für Meeressäuger ungewöhnlich sozialen Lebensweise besonders angetan.

Stefani Westphal Vonesch

Vizepräsidentin

Stefani Westphal Vonesch ist seit 1993 Mitglied von OceanCare. 2001 wurde sie in den Vorstand gewählt, seit 2003 ist sie Vizepräsidentin, daneben kümmert sie sich um die Buchhaltung.

Wasser ist Stefani Westphals Element, Wissensdurst eine ihrer zentralen Eigenschaften und Tiere sind ihre grosse Liebe. Aus dem “schnorchelnden“ Kind vom Zürichsee wurde – neben einigen Semestern Zoologie-Studium und einer 10-jährigen Karriere im Marketing – eine professionelle Taucherin. In vielen Jahren als Sporttaucherin und Tauchlehrerin lernte sie den Lebensraum Meer kennen und lieben. Stets fühlte sie sich dabei als Gast in einer erstaunlich anderen Welt. Nicht nur die Schönheit, auch die Gefährdung dieses wunderbaren Teils unserer Erde wurde ihr auf den Tauchgängen immer aufs Neue bewusst. Auch deshalb bedeutet es ihr viel, durch die Mitarbeit bei OceanCare einen Beitrag zur Erhaltung des Lebensraumes Meer leisten zu können.

Dass selbst kleine Massnahmen viel bewirken können, durfte Stefani Westphal in einem Meeresschutzgebiet in Italien über Jahre hinweg beobachten: „Mit jedem Jahr des Industriefischereiverbots nahm die Zahl der Arten und Individuen zu. Die von Natur aus neugierigen Zackenbarsche verloren sogar wieder ihre Angst vor uns Tauchern.“ Wäre die energiegeladene Stefani ein Meerestier, so vielleicht am ehesten ein Hai. Der elegante Langstreckenschwimmer geht, oder besser: schwimmt seit Millionen Jahren unbeirrt und kraftvoll seinen Weg. Neben ihrer Arbeit für OceanCare und im eigenen Unternehmen züchtet Stefani mit Hingabe Rhodesian Ridgebacks. Zu dieser Hunderasse passt auch ihre Leidenschaft für das südliche Afrika, wo sie eine „Basic Ranger“-Ausbildung gemacht hat.

Andreas Bommel

Kassier

Nachdem er als Revisor jahrelang zur Neutralität verpflichtet war, freut es Andreas Bommel, sich als Kassier nun etwas direkter für OceanCare engagieren zu können. Der diplomierte Wirtschaftsprüfer arbeitete 16 Jahre für Ernst & Young, bevor er sich 2007 selbständig machte. Von 2008 bis 2016 war er als Revisor bei OceanCare involviert, 2016 wurde er in den Vorstand der Organisation gewählt.

Als „begeisterungsfähigen Pragmatiker“ hat ihn das sachliche, fachlich fundierte Vorgehen von OceanCare überzeugt. Umwelt- und Artenschutz in all seinen Facetten und an Land wie im Wasser ist Andreas Bommel wichtig, auch weil ihm die Menschen am Herzen liegen. Ökonomie und Ökologie gehören für ihn zusammen, denn Landwirtschaft, Tourismus und viele andere Wirtschaftszweige hängen direkt oder indirekt von der Natur ab. Um die komplexen Zusammenhänge zu verstehen, ehe wir sie aus Unwissen zerstören, hält er Forschung und ihre gute Vermittlung für besonders wichtig. Klar ist für ihn: Es braucht einen Bewusstseinswandel, denn wir haben nur diese eine Erde.

Andreas Bommel ist ein überzeugtes Landlebewesen, gerne durchstreift er zu Fuss oder mit dem Velo Wald, Wiese und Feld, liebt aber auch Fotografie, Musik und Paartanz. Die Unterwasserwelt sieht er sich lieber in Dokumentationen an. Sich für die Weltmeere zu engagieren findet er dennoch stimmig und logisch, denn sie sind die Grundlage allen Lebens – auch für den Menschen. Wäre er ein Meeresbewohner, so wohl am ehesten eine Wasserschildkröte, die zufrieden und stoisch ihrer Wege zieht, nicht mit der Masse schwimmt und sich nicht beirren lässt.

Umberto Annino

Aktuar

Was Umberto Annino anpackt, dem widmet er sich mit Leib und Seele. Zwar konnte der Tierfreund seinen Traum vom Tierarztberuf nicht realisieren, doch als Spezialist für Informationssicherheit fühlt er sich so pudelwohl, dass er sich auch in seiner Freizeit in diesem Bereich engagiert, unter anderem als Dozent in der Erwachsenenbildung. Daneben findet der Vater einer Tochter Zeit, sich als Aktuar für OceanCare zu engagieren, im Vorstand übergreifende strategische Fragen zu diskutieren und hie und da einen technischen Tipp beizusteuern.

Während seiner Tauchausbildung wurde Umberto Annino auf den ersten Tauchgängen im Zürichsee von Sigrid Lüber und Stefani Westphal begleitet und kam so in Kontakt mit OceanCare. Zum Tauchen führte ihn unter anderem seine Liebe zu James-Bond-Filmen: Die Unterwasser-Szenen faszinierten ihn aus technischer Sicht ebenso wie aus Sicht der Unterwasserwelt. „Der kleine Weltraum“, diese Welt, in der ganz andere Regeln herrschen, Atmung, Geräusche, und Bewegungen ganz anders funktionieren, flösst ihm Respekt ein: „Die Technik und das Menschgemachte bringen uns nur bedingt weiter. Das Meer ist die Grundlage unseres Lebens, es lässt sich in seiner ganzen Komplexität und Schönheit nicht ersetzen. Wir müssen es schützen.“

Einen Favoriten unter den Meeresbewohnern könnte Umberto Annino denn auch nicht nennen, für ihn ist der Ozean ein untrennbar zusammengehöriges Ganzes. Zwar fehlt ihm momentan die Zeit zum Tauchen und für umfassendere Umwelt-Engagements, doch seine Tierliebe, seine soziale Ader und sein Fähigkeit, Themen von allen Seiten zu erfassen, machen ihn zu einem wertvollen Teil des OceanCare-Teams.

RA lic. iur. Rolf Huber

Beisitz

Als Rechtsanwalt berät Rolf Huber OceanCare neben seiner Funktion im Vorstand auch im Arbeitsalltag in juristischen Fragen. Sein beruflicher Schwerpunkt, Bau-, Immobilien- und Strafrecht, passt dazu erstaunlich gut, denn gerade im Baurecht sind auch Themen des Umweltrechtes Alltag. Für OceanCare engagiert er sich seit 2012. Rolf Huber ist Vater zweier Söhne. Wohl auch deshalb ist es ihm wichtig, der Welt und der Gesellschaft mit einem ehrenamtlichen Engagement etwas zurückzugeben.

Schon seit seiner Jugend und der ersten Lektüre von Moby Dick faszinieren Rolf Huber die Ozeane mit ihren vielfältigen Lebensformen. Die Weite und Schönheit der Meere relativiert für ihn die menschliche Existenz. Diese Faszination führte ihn während seines Studiums zum Tauchen. Auf Reisen in Europa, Asien und Amerika erkundete er nicht nur die Welt über, sondern auch jene unter Wasser. Ein Schlüsselerlebnis war für ihn die Begegnung mit einem roten Oktopus auf grünem Grund: Der war bei einem seiner ersten Tauchgänge im Mittelmeer das einzige Leben weit und breit im leergefischten Wasser. Seither haben ihm viele wunderbare Taucherlebnisse vor Augen geführt, wie fragil dieser Lebensraum ist und wie stark wir Menschen ihn beeinträchtigen.

Von den Meeresbewohnern fühlt sich Rolf Huber am ehesten dem Delphin verwandt. „Der ist wie ich sozial, wendig und hat gern Spass“. Gerade weil er als Rechtsanwalt oft allein arbeitet, bereitet ihm die Teamarbeit bei OceanCare besondere Freude. Der Kampf bringt uns nur immer weiter auseinander. Gute Lösungen entstehen aus dem Miteinander. Davon ist er überzeugt.