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Delfinschützerin Sakura und Hans Peter Roth

Grüsse an alle, die dies lesen, auch jene, welche diese Nachricht unbemerkt im Hintergrund mitlesen. Im Hotel bin ich auf die Benutzung von WLan angewiesen, und da ist es für unerwünschte Drittpersonen nicht besonders schwierig, mitzulesen, mitzulauschen, mitzusehen. Das muss uns allen jederzeit bewusst sein. Ich habe kein Problem damit, weil wir nichts zu verstecken haben. Im Gegenteil – das ist gut, denn interessierte japanische Drittpersonen, die unerkannt im Hintergrund mitlauschen, dürfen gerne erfahren, was wir tun. Unser Ansatz ist Kooperation statt Konfrontation, Zusammenarbeit statt Zusammenstösse.

Es kommt darauf an, wie man es sagt! Ganz besonders in Japan. Siehe folgendes hierzu.

Grundsätzlich möchten wir zukunftsträchtige Lösungsansätze gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung von Taiji und allen involvierten Behörden finden. Denn eines ist sicher: die Delfinjagd hat keine Zukunft. Sie ist verheerend aus arten- und tierschützerischer Sicht und gefährlich für die Menschen. Denn Delfinfleisch enthält hohe, äusserst gesundheitsschädigende Konzentrationen an Quecksilber und anderen Schadstoffen, oft um ein Vielfaches jenseits der japanischen Unbedenklichkeits-Grenzwerte.
Dies hat soeben wieder eine aktuelle Probe von Grindwalfleisch bestätigt.

Ein japanisches Labor hat Grindwalfleisch von einem aktuellen Fang in Taiji vom September 2012 untersucht und wiederum schockierend hohe Quecksilber-Werte festgestellt. Genauere Informationen folgen. Es gibt genügend Alternativen für diejenigen, die meinen, die Delfinjagd sei aus welchen auch immer unerfindlichen Gründen unverzichtbar. Und das Umdenken hier vor Ort findet statt, bloss bisweilen nicht besonders schnell. Aber es ist eine schwarz auf weiss belegbare Tatsache, dass die Fangzahlen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind und dass die Nachfrage nach Delfin- und Walfleisch im Keller ist.

Zurzeit ist das Wetter über der japanischen Kii-Halbinsel, wo Taiji ganz im Süden liegt, windig und regnerisch. Deshalb sind die Jagdboote heute früh gar nicht erst ausgelaufen. So hatten wir Zeit, in aller Ruhe die nötigen Formalitäten mit der vor Ort stationierten Polizei abzuwickeln. Seit mittlerweile 18 Tagen haben die Jäger keine Delfine mehr gefangen. Gerne sehen wir möglichst viele weitere solche Tage angehängt!

Hans Peter