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Oft geschehen unvorhergesehene Dinge, wenn ich für OceanCare unterwegs bin. Und oft sind es unangenehme Überraschungen. In diesem Fall hier aber scheint es, dass ganz plötzlich und unerwartet etwas geschehen ist, was Wal- und Delfinschützer während Jahren erfolglos versucht haben: Einen TV-Beitrag in den News im nationalen Sender eines „Ziel-Landes“ platzieren zu können, sei es Japan oder die Färöer-Inseln, wo Einheimische noch immer in grosser Zahl Grindwale und andere Delfinarten jagen.

Der Anruf erreichte meine Mit-Beobachterin Marna von den Färöern letzte Woche hier in Taiji, wo sie während drei Wochen die berüchtigte lokale Delphinjagd observiert. Ein Journalist von Kringvarp Føroya, dem nationalen färöischen TV-Sender, fragte sie an, ob er einen Fernsehbeitrag mit ihr realisieren könne. Für das Fernsehen der Färöer war es also offensichtlich interessant, die Arbeit der ersten färöischen Delphinfreundin, die sich je nach Taiji vor Ort begeben hat, in einem Beitrag vorzustellen.

So filmten wir übers letzte Wochenende so viel Videomaterial als möglich, um die Tagesschau-Hauptausgabe von Kringvarp Føroya mit möglichst guten Sequenzen zu versorgen. Am Dienstag, 20. Oktober war es dann soweit. Der Redaktor hatte aus unseren Clips und Auszügen des Dokumentarfilms „Die Bucht“ einen Beitrag zusammengestellt, der am Abend auf den Färöern ausgestrahlt werden sollte. Hatten sich unsere filmischen Bemühungen gelohnt? Gespannt warteten wir auf das Resultat.

Das färöische Fernsehen machte den Beitrag über Marna zum Hauptthema, das als erstes angekündigt wurde. Und der Beitrag war gut gemacht, ausführlich, informativ und fair. Am wichtigsten aber: Marna erhielt eine einzigartige Plattform, sich an ihre Landsleute zu wenden. So haben die Menschen auf den Färöern gerade zum ersten Mal erfahren, dass da draussen vor Ort in Japan eine Färöerin aktiv ist, die Grindwale und Delphine liebt und sich für diese Tiere einsetzt.

Das macht den Unterschied aus, Marna Frida Olsen. Weil Du es bist, und weil Du Färöerin bist. Das war ein guter Tag für die Wale und Delphine.

Hier den färöischen TV-Beitrag schauen: http://kvf.fo/netvarp/sv/2015/10/20/dagur-vika#.VihyMxArLam (ab 15:14) oder die englische Zusammenfassung lesen:

Intro by news host: “Whales and dolphins should be protected, not killed, eaten or used for industrial purposes.” That is the message from several environmental protection organizations that try to stop the grindadráp on the Faroe Islands. These organizations are also present in Japan where they attempt to stop the dolphinarium industry. Amongst them is the Faroese Marna Olsen.

Pilot whale hunts (grindadráp) are not unusual on the Faroe Islands, but they are unpopular amongst environmental organizations. To kill dolphins is not unusual in Japan either, but these are also unpopular with the environmental organizations.

Marna explains that she is in Japan to volunteer for Ric O’Barry’s Dolphin Project and how the primary motivation behind the dolphin drive hunts in Taiji is the sale of dolphins to the dolphinarium industry.

The reason why the dolphin hunt is so profitable is not the food industry, but the dolphinarium industry.

Ric has feared for his life several times while defending dolphins. Marna was asked if she was afraid and replied, “No, as long as you follow the law there is nothing to be afraid of. It is very clear what you may and may not do. You are for instance not allowed near the killing cove itself.”

Why does Marna go all the way to Japan to save dolphins when she could be on the Faroes to fight against the grindadráp?

“Dolphins don’t belong to any country. The ocean is one ocean,” Marna says. And she is on the Faroe Islands once in a while as well and shares her opinions. “I’m not the type of activist who will get between the hunters and the dolphins. My approach is more to educate people and to show people how important it is to protect animals and the environment and how wonderful creatures dolphins really are.”


 

Wenn Sie OceanCare unterstützen, helfen Sie Delphinen auf der ganzen Welt. Sie können zum Schutz der Delphine beitragen, indem Sie auf Besuche von Delphinarien verzichten und Ihre Freunde und Bekannte aufklären. Danke für Ihren Einsatz für die Delphine.

Hans Peter Roth ist bei der Delphintreibjagd in Taiji vor Ort und berichtet OceanCare regelmässig über die aktuellen Geschehnisse.