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Cove_20151031aKaum zu fassen, aber heute früh formierten sich die Jagdboote nahe am Horizont bereits wieder früh zu einer Linie. Schwarzer Rauch war sichtbar, rasches Hin- und Herfahren. Erneut war eine Treibjagd im Gang. Die gejagten Tiere waren wiederum Rundkopfdelphine; eine kleine Schule von nur etwa sechs bis acht Delphinen. Schon zum 8. Mal seit Eröffnung der Jagdsaison vor zwei Monaten trieben die Jäger Rundkopfdelphine vor sich her.

Für einen ganz kurzen Moment keimte in unmittelbarer Nähe der Bucht von Taiji, wohin die Delphine getrieben wurden, nochmals Hoffnung auf. Zunächst tauchten sie ab und waren dann plötzlich in recht seichtem Wasser weiter draussen sichtbar wohin ihnen die Jagdboote nicht folgen konnten, in Richtung offenes Meer.

Würden Delphine es erstmals schaffen den Jägern durch die Untiefen zu entkommen? Das wäre neu! Und es wäre machbar! Aber auch den Rundkopfdelphinen war es zu seicht. Sie verloren im flachen Wasser die Orientierung und kehrten unter unseren traurigen Blicken wieder um, in die Fänge der Jäger.

Die Hoffnung war zunichte. Nun ging es ganz schnell. Mit dem ohrenbetäubenden Lärm ihrer Metallstangen trieben sie die verstörte, erschöpfte Familie in die Bucht und dort immer tiefer in die Todesbucht, unter die Blachen, die das Tötungswerk von unseren Blicken abschirmen sollen.

Diesmal dauerte die Treibjagd relativ kurz. Von der Entdeckung der Delphine bis zum Abtransport ihrer leblosen Körper vergingen zwei Stunden. Emotional erschöpft blieben wir zurück. Innerhalb von nur vier Tagen haben wir drei Treibjagden mitansehen müssen.

Hans Peter Roth und Marna Frida Olsen waren bei der Delphintreibjagd in Taiji vor Ort und berichteten OceanCare regelmässig über die aktuellen Geschehnisse.

Wenn Sie OceanCare unterstützen, helfen Sie Delphinen auf der ganzen Welt. Sie können zum Schutz der Delphine beitragen, indem Sie auf Besuche von Delphinarien verzichten und Ihre Freunde und Bekannte aufklären. Danke für Ihren Einsatz für die Delphine.