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Die Regionalregierungen von Katalonien, Valencia und den Balearen verabschieden Deklaration zum Schutz von Walen und Delphinen vor Unterwasserlärm und Schiffskollisionen. Forderung an spanische Regierung, die Fahrtgeschwindigkeit der Schiffe im Walmigrationskorridor zu reduzieren. Damit unterstützen sie eine Initiative von OceanCare.

OceanCare gratuliert den Regionalregierungen von Katalonien, Valencia und den Balearen zu ihrem Schritt für den Schutz des Walmigrationskorridors. Durch die gemeinsame Bitte an die spanische Regierung, die Höchstgeschwindigkeit der Schiffe herabzusetzen, die dieses Schutzgebiet durchfahren, sollen tödliche Schiffskollisionen verhindert sowie Lärm- und Treibhausgasemissionen reduziert werden.

Der Walmigrationskorridor zwischen dem spanischen Festland und den Balearen wurde als Besonderes Schutzgebiet von mediterraner Bedeutung (SPAMI) ausgewiesen und ist Teil des Gebiets, das die Regierungen von Spanien, Frankreich, Italien und Monaco der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) zum Schutz als „besonders sensibles Meeresgebiet“ (Particularly Sensitive Sea Area, PSSA) vorschlagen.

Am 3. März 2022 fand in Barcelona der 1. Mittelmeergipfel über Klima- und Umweltschutz statt, der von den Regionalregierungen von Katalonien, Valencia und den Balearen organisiert wurde.

In der offiziellen Schlusserklärung dieses Gipfels erklären die drei Regionalregierungen ihren festen Willen, die Massnahmen gegen den Klimawandel und zur Anpassung an diesen zu verbessern. Dies geschieht in einem Umfeld des Klimanotstands insbesondere im Mittelmeergebiet.

Als erste Umsetzungsmassnahme erklärten die drei Regionalregierungen: „Wir werden die spanische Regierung ersuchen, die Höchstgeschwindigkeit von Schiffen im Walmigrationskorridor, der zwischen unseren Küsten verläuft und ein besonderes Schutzgebiet von mediterraner Bedeutung (SPAMI) gemäss Barcelona-Deklaration ist, herabzusetzen. Damit sollen tödliche Kollisionen von Schiffen mit Walen sowie Emissionen von Lärm und CO2 vermindert werden. Wir unterstützen somit die Initiative von OceanCare und anderen Umweltschutzorganisationen.“

Carlos Bravo, Ocean Policy Expert von OceanCare in Madrid, kommentiert: „Aus unserer Sicht ist die Deklaration ein kraftvolles Statement, das über Spanien hinauswirkt und auch anderen Staaten, wie Frankreich, Italien und Monaco, signalisiert, dass diese einfache, aber wirkungsvolle Massnahme in den Entwurf für das Management der Schifffahrt im westlichen Mittelmeerraum aufgenommen werden sollte.“

Es ist allgemein anerkannt, dass unter den verfügbaren Massnahmen zur Verminderung der Umweltauswirkungen der Schifffahrt die Verminderung der Fahrtgeschwindigkeit der Schiffe die kosteneffizienteste ist. Tatsächlich erlaubt es diese Massnahme, den Ausstoss von CO2 und Luftschadstoffen (Schwefeloxide, Stickoxide, Ruß) sowie die Emissionen von Unterwasserlärm und das Kollisionsrisiko massiv zu reduzieren, und das mit sofortiger Wirkung!

Neueste Studien haben gezeigt:

  • Schiffe, die um 10% langsamer fahren, verbrauchen 19% weniger Treibstoff.
  • Je nach Schiffstyp sinken die CO2-Emissionen um durchschnittlich 13% bzw. 24%, wenn die Schiffe ihre Fahrtgeschwindigkeit um 10% bzw. 20% drosseln.
  • Dieselben Werte gelten auch für den Treibstoffverbrauch und die Emissionen von NOx und SOx.
  • In Bezug auf Kollisionen mit Walen würde ein 10%ige Geschwindigkeitsreduktion die Zahl der tödlichen Unfälle halbieren (diese Schätzung ist allerdings mit einer grösseren Unsicherheit behaftet).
  • Wissenschaftlich bestätigt ist, dass eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Knoten das Risiko, dass Wale einer Kollision zum Opfer fallen, drastisch reduziert.
  • Der von Schiffen in die Meeresumwelt emittierte Lärm würde durch eine 10%ige Geschwindigkeitsreduktion um ca. 40% sinken und bei einer 20%igen Reduktion sogar um zwei Drittel.

Auch in verschiedenen Resolutionen von ACCOBAMS (Abkommen zum Schutz von Waltieren im Mittelmeer) wurde festgehalten, dass das Kollisionsrisiko weniger vom Design oder der Wasserverdrängung eines Schiffes abhängt als vielmehr von seiner Fahrtgeschwindigkeit.

Ein grosser Teil der Schiffe – Fähren, Kreuzfahrtschiffe, Frachter etc. – im Walmigrationskorridor ist mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs. Entsprechend hoch sind die Kollisionsgefahr für Wale und die anderen negativen Umweltfolgen.

ACCOBAMS stellt fest, dass „das Gebiet um die Balearen und die von dort ausgehenden Schifffahrtsrouten in den Golf von Lion, Valencia und Alicante zu den Regionen mit dem grössten Risiko für Wale durch Schiffe, insbesondere Schnellfähren, zählt“.

Auch die Internationale Walfangkommission (IWC) hat die Balearen als Hochrisikogebiet eingestuft, in dem Finn- und Pottwale einer grossen Gefahr ausgesetzt sind, von Schiffen überfahren zu werden.

 

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