Der Bericht „The State of Mediterranean and Black Sea Fisheries 2018“ wurde im Rahmen des derzeit in Rom stattfindenden Fish Forum am 11. Dezember veröffentlicht.

Der Report, der mit grosser Spannung erwartet wurde, lässt einerseits Hoffnung aufkommen, andererseits zeigt er deutlich, wie katastrophal die Situation im Mittelmeer und im Schwarzen Meer ist.

Der hervorragenden Arbeit der General Fisheries Commission of the Mediterranean (GFCM) und der Bereitschaft vieler in der Fischerei involvierten Personen ist es zu verdanken, dass die Anzahl bekannter überfischter Bestände von 2014 bis 2017 um zehn Prozent zurückgegangen ist.

Dennoch sind nach wie vor 78 Prozent der Bestände überfischt. Das Mittelmeer und das Schwarze Meer sind immer noch die weltweit am stärksten überfischten Meeresregionen.

Obwohl aktuell nur von etwa 50 Prozent der kommerziell wichtigen Fischbestände bekannt ist, wie es um sie steht, besteht kein Zweifel daran, dass dringend zusätzliche Gegenmassnahmen ergriffen werden müssen gegen die Dezimierung der Bestände. Zwingend wäre unter anderem eine Reduktion der Beifangraten: 275’000 Tonnen Fische, aber auch Schildkröten und Delphine enden jährlich als Beifang. Besonders viel Beifang generieren Grundschleppnetze, bei denen die Beifangrate bis zu 40 Prozent des Fangs ausmacht. Gleichzeitig hinterlässt diese Fangmethode erhebliche und langfristige Schäden am Meeresboden.

Die Regierungen der Anrainerstaaten haben den Ernst der Lage erkannt. Sie haben zumindest erste Schritte eingeleitet, den Fischfang nachhaltiger zu gestalten. Die Zukunft der Meere liegt aber nicht nur in den Händen von Politikern. Wir alle können dazu beitragen, dass genug Fische übrig bleiben für die Tiere, die sich von ihnen ernähren und für die Menschen, die im Gegensatz zu uns tatsächlich auf diese Proteinquelle angewiesen sind.

Der offizielle Launch des Berichts ist als Webcast einsehbar.