Liebe Freunde der MeSigrid Lüberere und von OceanCare

Gestern bin ich nach New York gereist, um am informellen Konsultativprozess des UNO Seerechtsabkommens teilzunehmen und die Sonderberater-Rolle von OceanCare wahrzunehmen. Die Konferenz beginnt heute und dauert bis Freitag, den 30. Mai 2014. Die vier Konferenztage sind dem wichtigen Thema „Die Rolle von Seafood in der globalen Ernährungssicherheit“ gewidmet. Wenn man bedenkt, dass das Leben von 800 Millionen Menschen – also 10% der Weltbevölkerung – von der Proteinquelle Fisch und Fischerei abhängt und 90% von diesen Menschen aus Entwicklungsländern stammen, dann wird die Bedeutung dieses Themas sofort klar.

Vor wenigen Wochen wurde die grosse Rolle von Nahrung aus dem Meer zur Deckung des Proteinbedarfs der Weltbevölkerung am Global Ocean Summit in Den Haag diskutiert und betont, wie wichtig es ist, das marine Ökosystem zu erhalten. Dieses Ökosystem ist enorm unter Druck geraten durch eine Vielfalt von menschlichen Aktivitäten, darunter der stetig zunehmende Lärmpegel in den Meeren. Auch Fische haben ein empfindliches Gehörorgan auf das sie angewiesen sind für das Überleben im Meer. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Fische nach intensiven Lärmereignissen – beispielsweise dem Einsatz von Druckluftkanonen zur Suche nach Öl und Gasvorkommen – aus den Gebieten abwandern und noch Wochen oder Monate später nicht zurückkommen. Fischfangraten können um  40 bis 80% einbrechen. Dies hat natürlich auf Küstenbevölkerungen einen sehr grossen Einfluss wie aus diesem Interview mit einem Norwegischen Fischer hervorgeht.

Interview Teil I  https://www.youtube.com/watch?v=8owm1Kp5y
Interview Teil II https://www.youtube.com/watch?v=nGfoZ7WkxIM

Die Auswirkungen des Unterwasserlärms haben auch einen Einfluss auf Fischzuchten. Denn bei den Zuchtfischen handelt es sich meistens um Raubfische, die mit dem Fleisch oder Fischmehl von anderen Fischen ernährt werden müssen. Die Vernetzung des Problems ist sehr komplex. Wir alle müssen einen Beitrag leisten und unseren Konsum von Meerfisch einstellen oder auf maximal eine Mahlzeit pro Monat beschränken.

Am Konsultativprozess diese Woche wird es auch Vertreter von der FAO (Welternährungsorganisation) und regionalen Fischereiabkommen haben und ich freue mich bereits auf die Gespräche mit ihnen. In diesen Gesprächen werde ich natürlich unsere Anregung zu einer sozioökonomischen Studie des Einflusses von seismischen Aktivitäten auf die Fischerei wieder aufgreifen. Diese Anregung wurde ja bereits vor ein paar Jahren in die UNO Resolution für nachhaltige Fischerei aufgenommen, aber bisher noch nicht umgesetzt.

Ich werde auf diesem Kanal wieder berichten. Bleiben Sie dran.

Ihre Sigrid Lüber

Live United Nations Web TV: http://bit.ly/1puKQ17