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ICPAm zweiten Tag des ICP Meetings gab es sieben höchst interessante Präsentationen zur Rolle von Seafood in der globalen Nahrungssicherheit.

Aus allen Präsentationen ging hervor, dass die Verteilung der Ressource Fisch ein grosses Problem ist. Christophe Béné, ein Experte sagte es mit den kruden Worten: „Fish goes where money is“.

Ein Beispiel dafür ist die Sardellenfischerei in Peru. Dort bleiben gerade mal 2 % der Sardellen im Land für die lokale Bevölkerung. Satte 98% werden zu Fischöl und Fischmehl verarbeitet und exportiert. Die lokale Bevölkerung hat mehr Bedarf an Fisch für die menschliche Ernährung und auch für die Tiere. Daher sollte weniger Fisch zu Fischmehl verarbeitet werden und wie es derselbe Experte ausdrückte: „Fish goes where need is“ in den Vordergrund gestellt werden.

Leider ist heute aber die Nachfrage nach Fischmehl höher als nach Fisch und generiert mehr Erlös, was auch der Grund ist, dass soviel Fisch zu Fischmehl verarbeitet. 70% des Fischmehls gelangt in die Fischzuchten, das meiste wird in der Crevettenzucht eingesetzt. Diesem Umstand sollte man sich bewusst sein, wenn man einen Crevetten Cocktail geniesst und lieber darauf verzichten. Dies würde helfen, die Situation zu entschärfen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot

Ein weiteres Problem ist, dass mehr als 30% des Fischfangs vergeudet wird, sei es durch unselektive Fischfangmethoden, fehlende Koordination, fehlende Infrastruktur wie Kühlhäuser oder Transportfahrzeuge mit Möglichkeit, den Fisch zu kühlen. So ist es kein Wunder, dass in vielen Entwicklungsländern, die auf Fisch als Proteinquelle angewiesen sind, nur die Küstenbevölkerung mit Fisch bedient werden kann, nicht aber die Menschen im Landesinneren, weil der Fisch bereits verdorben ist, bis er dort anlangt.

Als Lösungen wurden vorgeschlagen, die Fischerei um 30, 40 und mancherorts um 50% zu verringern, damit die Bestände sich erholen können. Für die betroffenen Fischer andere Berufsmöglichkeiten zu finden. Einen Ersatz für Fischmehl und Fischol zu entwickeln und möglichst bald umzustellen, die bestehenden Gesetze umzusetzen, besser zu koordinieren, eine gute Governance anzustreben und vieles mehr. Voraussetzung zu diesen Massnahmen ist ein starker politischer Wille, sowie mehr Information und Bildung, sowie Kooperation von allen Akteuren.

Auch geändert werden muss die Subventionierungspraxis und die Ökolabel für Fisch sollten künftig auch Indikatoren für Ernährungssicherheit und Lohnungleichheiten enthalten.

Eine Referentin einer Regionalen Fischereimanagement Organisation in der Karibik zeigte im Rahmen ihrer Präsentation auch die Probleme die durch Seismische Aktivitäten verursacht werden auf. Dies gab uns die Möglichkeit für eine Intervention. Wir wiesen darauf hin, dass wir mehrere Jahre beobachtet haben, wie Fischer arbeitslos wurden, wenn die Fische nach intensivem Lärm aus dem Gebiet verschwanden, und dies auch alle Berufsgruppen in der Fischverarbeitung betroffen habe. Wir wiesen an dieser Stelle nochmals darauf hin, dass die UNO Generalversammlung die FAO bereits vor ein paar Jahren dazu aufgerufen hat eine sozio-ökonomische Studie zu diesem Thema zu machen und wir fragten, ob sie die Möglichkeit sehe, hier mit der FAO zusammenzuarbeiten. Dies wurde positiv beantwortet.

Mehrere gute Gespräche mit diversen neuen Kontakten aus Regierungen und Regionalen Fischerei Management Organisationen fanden statt, woraus neue Kooperationen entstehen werden, mit dem Ziel die marine Artenvielfalt zu schützen durch Reduktion des Unterwasserlärms durch menschliche Aktivitäten. Damit wird die Nahrungskette im Meer erhalten für die Meerestiere selber, aber auch für die Menschen, die auf Nahrung aus dem Meer angewiesen sind.

Mehr Infos folgen. Bleiben Sie dran.

Ihre Sigrid Lüber