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Wädenswil, 7. Juni 2017. Der Nationalrat hat sich am 7. Juni gegen ein Importverbot von Jagdtrophäen seltener Tiere ausgesprochen und die Motion mit 118 zu 72 Stimmen abgelehnt. OceanCare, Animal Trust und die Stiftung für das Tier im Recht bedauern, dass die Chance für einen zeitgemässen Entscheid verpasst wurde. Denn erst die Trophäe macht die Grosswildjagd attraktiv.

Die Motion „Importverbot für Jagdtrophäen“ forderte, die Ein- und Durchfuhr von Trophäen geschützter Tierarten wie Elefanten, Nashörnern und Eisbären sowie von Primaten und Raubtieren zu unterbinden, indem der Bundesrat ein Importverbot erlässt. Ausserdem sollte ein Importverbot für alle Trophäen gelten, die aus sogenannten Gatter-Jagden stammen.

„Wir sind enttäuscht, dass sich der Nationalrat gegen dieses wichtiges Verbot entschieden hat. Lebende Wildtiere sind in unseren Augen wertvoller als staubige Jagdtrophäen. Das Importverbot wäre ein effektives und einfach zu vollziehendes Instrument gewesen, das der Trophäenjagd ihren Reiz genommen hätte“,  bedauert Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare.

Rund 1500 Schweizerinnen und Schweizer reisen jedes Jahr um den Globus und erlegen gefährdete Tiere, die sie als Trophäen mit nach Hause bringen. Gegenwärtig ist die Einfuhr von Tiertrophäen geschützter oder stark bedrohter Arten in die Schweiz legal, sofern die Vorgaben des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES erfüllt sind.

„Zwar machen die Schweizer Importzahlen im Vergleich zu den weltweit grössten Tiertrophäen-importeuren USA und EU nur einen Bruchteil aus, doch gilt es zu bedenken, dass bei geschützten Arten jedes einzelne Tier für den Fortbestand zählt. Ausserdem gehen mit der Trophäenjagd – neben dem Artenschutzproblem – auch Tierquälerei, Korruption, Landenteignung, illegaler Handel und Schmuggel einher“, erklärt Lüber. Das Argument, die Trophäenjagd diene dem Artenschutz, weil sie Devisen bringe und damit einen Anreiz schaffe, Wildtierbestände als Einnahmequelle zu erhalten, lässt Lüber nicht gelten. Gemäss Studien kommen die Einnahmen kaum bei der Bevölkerung an: Zum Staatshaushalt trägt die Grosswildjagd in Afrika gerade mal 0,006% bei.

„Mit einem Importverbot von Jagdtrophäen hätte die Schweiz einen zeitgemässen Entscheid mit Symbolcharakter gefällt. Länder wie Frankreich oder die Niederlande haben bereits ähnliche Regelungen erlassen – für die Schweiz wäre es ebenfalls an der Zeit gewesen. Wir werden weiter darauf hinarbeiten, dass die Schweiz nachzieht“, sagt Lüber abschliessend.