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Die heute veröffentlichten Zahlen vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) über die Umweltbelastung durch Kunststoff in der Schweiz sind alarmierend: 14’000 Tonnen Plastik gelangen jährlich in unsere Böden und Gewässer. Massnahmen werden gelobt, die Schweiz ist aber im Vergleich zur EU ein Schlusslicht.

Besonders verheerend ist, dass sich Kunststoffe nur langsam abbauen und der Chemikalien-Cocktail, der in Plastik enthalten ist, in die Umwelt gerät. Bei gleichbleibend hoher Verschmutzung, steigt also die Belastung in unserer Natur – und somit auch das Risiko für Mensch und Tier. Gemäss BAFU-Bericht sind es hauptsächlich der Reifenabrieb (8‘000 Tonnen) und das Littering (rund 2‘700 Tonnen) die für die 14‘000 Tonnen Kunststoffabfälle verantwortlich sind, die nicht in unsere Umwelt gehören.

Die Schweiz galt in Sachen Abfall lange als Musterschülerin. Der Bericht beweist, dass die Realität anders aussieht. Littering ist auch hierzulande ein grosses Problem, das hohe Kosten verursacht. Während sich die EU-Länder längst damit beschäftigen, wie die neue Gesetzgebung gegen Einwegplastik umzusetzen ist, hat sich die Schweiz bislang gewunden, überhaupt Rahmenbedingungen gegen Kunststoffprodukte für den einmaligen Verbrauch festzulegen.

„Nebst der Regulierung von Kunststoffen heisst ein Lösungsansatz Reduktion. Weniger Kunststoff bedeutet somit weniger Plastikabfälle, die unsere Natur schädigen und über Abwasserkanäle und Flüsse ins Meer gelangen“, sagt Fabienne McLellan, Verantwortliche des Plastikprogramms bei OceanCare. „OceanCare wird sich weiterhin mit Entschlossenheit gegen die Plastikvermüllung einsetzen, und zwar entlang des ganzen Lebenszyklus von Plastik. Einwegplastik muss an der Quelle gestoppt werden. Wir zeigen Alternativen zu Einwegverpackungen auf, befreien Bio-Gemüse aus schädlichen Verpackungen, reinigen Seeufer und Strände. Doch wir alle sind gefordert, denn die anhaltende Plastikkrise betrifft uns alle.“

Medienmitteilung BAFU

Bericht BAFU

Zeitungsartikel Bund