<

OceanCare begrüßt zwar die Declaration on Zero Emission Shipping by 2050, die am 1. November 2021 bei der UNO-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) von 14 Staaten unterzeichnet wurde, und den Call to Action for Shipping Decarbonization, der einen Monat zuvor von mehr als 200 Organisationen und führenden Personen der Seeschifffahrt angenommen wurde, aber diese Zielsetzungen gehen nicht weit genug.

Zweifellos ist es sehr wichtig, Nullemissions-Treibstoffe aus erneuerbaren Energiequellen zu entwickeln, was beide Dokumente voranbringen wollen. Wenn wir aber nur auf die Entwicklung neuer Kraftstoffe und Schiffstechnologie bauen, werden wir das Ziel der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 50% zu reduzieren, nicht erreichen, und schon gar nicht das Nullemissions-Ziel der Deklaration und des Call for Action.

Es ist erschreckend, dass die Regierungen und der Schifffahrtssektor weiterhin Maßnahmen ignorieren und ablehnen, die sofort und für alle Schiffe umsetzbar sind. Maßnahmen für den energiesparenden und energieeffizienten Betrieb, wie die Reduktion der Fahrtgeschwindigkeit, können und sollen unverzüglich umgesetzt werden.

Es ist hinlänglich bekannt, dass die Geschwindigkeitsreduktion vielfache Umweltvorteile bringt:

  • Sie ist vermutlich die einfachste und kosteneffizienteste Möglichkeit, Treibstoff einzusparen und Treibhausgasemissionen zu vermindern.
  • Sie senkt den Ausstoß von Stickoxiden (NOx), Schwefeloxiden (SOx) und Ruß in der Schifffahrt erheblich.
  • Sie reduziert sowohl den Unterwasserlärm als auch die Gefahr von Kollisionen mit großen Meerestieren (z.B. Walen) massiv. In manchen Regionen sind solche Kollisionen eine der Haupt-Todesursachen von Großwalen. Wal-Dung ist essentiell für die Sauerstoffproduktion im Meer und die Wale selbst gelten als äußerst wichtig für die langfristige Bindung von Kohlenstoff.

Und die Geschwindigkeitsreduktion erfordert keinen technologischen Wandel und bietet den Reedern Kostenersparnis.

OceanCare appelliert an die Mitgliedstaaten der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation und die Reedereien, sich diese Win-win-Lösung zu eigen zu machen, die entscheidend und unverzichtbar ist, wenn sie ihre gesteckten Ziele tatsächlich erreichen wollen.

In einer Zeit zunehmender Aufrufe, die Synergien zwischen den Zielen der verschiedenen internationalen Gremien zu maximieren, um insbesondere die Biodiversitäts- und die Klimaziele zu erreichen, ist es die Pflicht aller Beteiligten, Maßnahmen zu fördern und zu ergreifen, die einen Beitrag zu mehreren Umweltzielen leisten.

„Wir müssen diesen Prozess zur Geschwindigkeitsreduktion beschleunigen“, betont Nicolas Entrup, Co-Leiter Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare.