Vor einer Woche bin ich der Einladung der Vortrags- und Lesegesellschaft Toggenburg gefolgt und nach Wattwil gereist, um dort an der Aktions-Soirée zum Thema Sauberes Wasser + mehr Meer teilzunehmen.

Noch heute bin ich total begeistert und erfüllt von diesem tollen Anlass, dessen Format sich für eine ‚Tour de Suisse‘ eignen würde.

In der ersten Stunde wurde das aufmerksame Publikum mit aktuellsten Informationen versorgt. Als Auftakt wurde der Animationsfilm „It’s a plastic World“ des Wattwilers Andreas Tanner gezeigt. Es ist fantastisch, wie es der Filmemacher geschafft hat, alle Aspekte dieser komplexen Problematik in diesen kurzen Film zu integrieren und für alle verständlich darzustellen. Eindrücklich ist, dass die Idee für den Film aus persönlicher Betroffenheit entstanden ist.

Im Rahmen einer Plastik-Filmschau wurden diverse TV-Beiträge zum Thema Plastikvermüllung der Meere und Mikroplastik in Fliessgewässern gezeigt, unter anderem auch von einem Schweizer Architektur-Büro, welches mit Beratung durch Trash Hero, den Abfallverbrauch massgeblich verringern und das Bewusstsein schärfen konnte.

Die zweite Stunde befasste sich mit dem ‚Markt der Möglichkeiten‘, der den zahlreichenden Anwesenden Personen Anregungen für das Vermeiden oder Verringern von Plastik im Alltag präsentierte. Den Anfang machte Le Bich Näf von Bioplusfair, Wattwil. Bich berichtete, wie sie in ihrem Laden Plastik vermeiden. Neben Alternativen wie Glasflaschen, wiederverwendbaren Stoffsäcklis, bietet Bioplusfair anlässlich von Einkellerungstagen auch grosse unverpackte Mengen (beispielsweise Kartoffeln, Äpfel) in Harassen an, oder auch Setzlingstage für alle Menschen mit einem Garten. Für diesen Salat braucht es dann garantiert keine Plastikverpackung. Vorgestellt wurden auch Produkte wie Waschmittel, Kosmetik und andere Produkte, die keine Mikroplastikpartikel enthalten.

Als nächstes durfte ich die Arbeit von OceanCare in Sachen Plastik vorstellen. Unsere Arbeit fokussiert auf die drei Ebenen Vermeiden, Vermindern und Retten. Vorgestellt habe ich unsere Umweltbildung und Alternativen wie die Veggiebags, Guppyfriend Waschsäcke und Bienenwachstücher. Die I Care Mitmachaktion ist auf reges Interesse gestossen und die Petition Strip-Us an die Grossverteiler für Bioprodukte ohne Plastik wurde über 45 Mal unterzeichnet.

Als nächstes berichteten Barbara und Maja Bretscher wie sie im Haushalt Plastik vermindern und vor allen Dingen Mikroplastik in Produkten erkennen und dadurch diese vermeiden können. Die beiden Powerfrauen empfahlen die App CodeCheck zur Erkennung von Mikroplastik in Produkten und erstellten eine hilfreiche Liste mit den Abkürzungen von Kunststoffen und Erklärungen, wie diese auf Mensch und Natur einwirken. Sie luden die Anwesenden zudem ein, eigene Vorschläge zur Vermeidung von Plastik auf einem Zettel zu notieren und an eine Pinnwand zu kleben, damit alle Anwesenden von den guten Ideen profitieren können.

Zum Abschluss berichtete Urs Corradini über die Aktivitäten des Zweckverband Abfallverrwetung Bazenheid (ZAB), insbesondere über die KuHBags, mit welchen Plastikabfälle gesammelt werden können, die dann in die Wiederverwertung gelangen. Es war toll zu hören, dass die Entwicklung sehr positiv ist und beim ZAB bereits 57 % der Kunststoffabfälle ins Recycling gelangen. Mit den restlichen 43% wird Fernwärme produziert. Es ist wirklich toll, wie immer mehr Menschen Plastikabfälle als Wertstoffe erkennen und getrennt und korrekt entsorgen.

Nach diesen vier Kurzpräsentationen waren die Anwesenden eingeladen, die Tische mit dem Markt der Möglichkeiten zu besuchen und in persönlichen Gesprächen die Kenntnisse zu vertiefen und Informationen auszutauschen. Es entstanden total gute und interessante Gespräche, die wieder neue Ideen hervorriefen. Es ist einfach wunderbar, wie befruchtend so ein direkter Austausch sein kann. Auch die Pinnwand für die Ideen wurde rege benutzt.

Damit die Anwesenden mit Bildern nach Hause gehen konnten, die zeigen, wie schön und schützenswert die Ozeane sind, wurde um 20 Uhr der Film Whale Rider gezeigt. Aber davor gab es noch Suppe und Brot – und dies ganz ohne Plastik. Das Wasser vom Hahn gab‘s im Glas, die Brötchen unverpackt aber mit Serviette, die Suppe in Gamellen und der Löffel war aus Edelstahl. Alles wohl durchdacht und toll organisiert von der Vortrags- und Lesegesellschaft Toggenburg unter der Leitung von Hans Jörg Fehle. Das Kino Passerelle eignet sich grossartig für solche Anlässe und Peter Bötschi ist ein charmenter Gastgeber.

Ein riesengrosses Dankeschön an alle, die diesen tollen Anlass ermöglicht haben. Wer weiss, vielleicht lässt er sich andernorts wiederholen. Der Erfolg ruft geradezu danach.